Hauke-Haien-Koog : Millionen für höheren Deich

Symbolischer Spatenstich durch – von links – Sax Feddersen (Deichvogt Hauke-Haien-Koog), Dr. Johannes Oelerich (LKN-Direktor), Kurt Hinrichsen (Vize-Bürgermeister Dagebüll) und Stephan Heedt (Baufirma Eurovia).
Symbolischer Spatenstich durch – von links – Sax Feddersen (Deichvogt Hauke-Haien-Koog), Dr. Johannes Oelerich (LKN-Direktor), Kurt Hinrichsen (Vize-Bürgermeister Dagebüll) und Stephan Heedt (Baufirma Eurovia).

Die Deiche im Norden und Süden des Fährhafens Schlüttsiel werden erhöht.

shz.de von
13. Juni 2018, 19:22 Uhr

Die Deiche im Norden und Süden Schlüttsiels haben seit 1960, als auch der heutige Fährhafen entstand, vielen Sturmfluten getrotzt. Nun werden sie erhöht. Mit symbolischen Spatenstichen durch Johannes Oelerich, Direktor des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) sowie kommunalen Vertretern wurden gestern die beginnenden Arbeiten zur Deichverstärkung gefeiert.

„Sechs Jahrzehnte nach seiner Errichtung entspricht der Deich nicht mehr dem heutigen Sicherheitsstandard. Er wird nun um 40 bis 80 Zentimeter auf 8,10 bis 8,30 Meter über dem mittleren Meeresspiegel erhöht. Mit seiner flachen, 1 : 10 geneigten Außenböschung und der fünf Meter breiten Deichkrone wird er zum Klimadeich. Er schützt dann rund 150 Einwohner, eine Fläche von 1200 Hektar und 70 Millionen Euro Sachwerte“, so Johannes Oelerich.

Der Deichbau ist erforderlich, weil Berechnungen zeigen, dass bei einer Sturmflut wie sie alle 200 Jahre vorkommen kann, zu viel Wasser über den Deich laufen und mit einem Bruch zu rechnen wäre.

Der Bau erfolgt in den Sommerhalbjahren in zwei Abschnitten: Bis Herbst 2019 wird der 1,5 Kilometer lange Deich nördlich von Schlüttsiel erneuert. 2020 bis 2023 wird dann der 4,2 Kilometer lange Deich südlich von Schlüttsiel verstärkt. Der Bau erfolgt auf der bisherigen Trasse. Einige Abschnitte werden einer Mitteilung zufolge geringfügig zurückverlegt, so dass 2,1 Hektar Watt neu entstehen können.

Für den Kern des nördlichen Deichabschnitts werden 110 000 Kubikmeter Sand aus Kiesgruben auf der Geest und aus Dänemark verwendet. 40 000 Kubikmeter Klei stammen aus einer Bodenentnahme im Dagebüller Koog. Dort sollen Gewässer entstehen. Während der Bauzeit in den Sommermonaten gibt es ein erhöhtes Aufkommen an Schwerlastverkehr.

Die Verstärkung im ersten Abschnitt des nach dem Deichgrafen in Theodor Storms Schimmelreiter-Novelle benannten Hauke-Haien-Kooges kostet 8,7 Millionen Euro. 99 Prozent stammen aus Infrastrukturmitteln des Landes, ein Prozent trägt der Bund.

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