zur Navigation springen

Drei Ämter wollen Glasfaser : Millionen für Breitband-Ausbau

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Amtsausschuss Nordsee-Treene genehmigt die Breitband-Finanzierung mit 134 Euro je Einwohner, zusammen 3,05 Millionen von insgesamt sieben Millionen Euro, die Gemeinden, Städte und Ämter gemeinsam aufbringen.

von
erstellt am 26.Sep.2014 | 15:00 Uhr

Richtig heiße Themen standen nicht auf der Tagesordnung des Amtsausschusses Nordsee-Treene in der Dorfschänke in Winnert, zumindest nicht im öffentlichen Teil der Zusammenkunft. Doch unter Punkt neun, dem ersten im ausschließlich weiteren internen Tagesordnungsverlauf, durften Diskussionen erwartet werden. Schließlich lautete er: Breitbandausbau – Grundsatzentscheidung zur Eigenkapitalverstärkung der Bürger-Breitband-Netzgesellschaft (BBNG).

Dafür hatten sich bereits zuvor die Amtsausschüsse von Viöl und Eiderstedt ausgesprochen. Nun auch in Winnert der des Amtes Nordsee-Treene, auch er will die BBNG weiter unterstützen. Unter dem Vorbehalt, dass die Banken eine Finanzierungszusage für das 70-Millionen Projekt abgeben, will sich das Amt mit einem Höchstbetrag in Höhe von 134 Euro je Einwohner und maximal 25 Prozent des für die Finanzierung erforderlichen Eigenkapitals an der BBNG in einem Zeitraum bis voraussichtlich 2021 beteiligen. Für das Amt Nordsee-Treene bedeutet dies eine Summe von 3,05 Millionen am insgesamt sieben Millionen Euro großen Anteil der Städte und Gemeinden.

Einstimmig konnte der Beschluss nicht gefällt werden, zwei Gemeinden enthielten sich der Stimme. Koldenbüttels Bürgermeister Detlef Honnens stimmte auch nicht mit, schließlich hat seine Kommune dem Amt Nordsee-Treene nicht den Auftrag zur Übernahme der Breitbandangelegenheiten erteilt. Koldenbüttel will eigene Wege gehen, zumindest vorläufig. Der Gemeinderat sprach sich nicht für die BBNG aus. Er will einen anderen Anbieter das Kommunikationsfeld genau untersuchen lassen.

Auch in der Gemeinde Seeth waren in der jüngsten Sitzung Fragen zur BBNG aufgetaucht. So hatte zwar Bürgermeister Peter Dirks erklärt, dass sich die Gemeinde aus Solidarität mit 10.000 Euro an der BBNG beteiligt habe, doch nun wolle man auch Ergebnisse sehen, zumal die Internetversorgung in Seeth „ordentlich“ sei.

Ute Gabriel-Boucsein. Geschäftsführerin der BBNG war zur Sitzung nach Winnert geladen, um dort die Details nochmals zu erläutern. Dabei zeigte sie den Unterschied zwischen den von den Ämtern und Kommunen ins Leben gerufenen Unternehmen und den Mitbewerbern auf. So sei es nur die BBNG, die eine zukunftsweisende Technologie anbiete, nämlich Glasfaserkabel bis zu jedem Haus. Alle anderen Anbieter würden in der Fläche nur Glasfaser bis zu einem Verteiler legen, um von dort dann die Datenpakete in die bislang schon bestehenden Kupferleitungen zu schicken. Dies, so sagt die Geschäftsführerin, habe aber erhebliche Leistungsverluste zur Folge. So sei mit einem relativ schnellen Netz nur in einem Umkreis von maximal 800 Metern um den Verteilerkasten zu rechnen, danach sei Schluss. Zwar gebe es mittlerweile Techniken, die die Leistungsbandbreite auch mit Kupfer auf bis zu 100 MBit/s erhöhen könnten, doch damit seien bei weitem nicht die Anforderungen an die Zukunft abgedeckt. So könnten beispielsweise in der ersten glasfaserverkabelten Gemeinde Löwenstedt, Leistungen von bis zu einem Gbit/s abgerufen werden.

Amtswehrführer Tim Petersen hatte dem Ausschuss zuvor rund 700 Euro abgerungen. Einstimmig wurde nämliche entschieden, die Unfall-Schwerpunktfeuerwehr Koldenbüttel zu einem Lehrgang nach Bargteheide zu schicken. Dort geht es darum, die Aktiven in der Handhabung von Unfallfahrzeugen mit alternativen Antriebssystemen wie Gas, Hybrid oder Elektro zu unterweisen.

Künftig darf das Amt keine gesonderten Gebühren mehr für Standesbeamte erheben, wenn diese außerhalb der „normalen“ Dienstzeit bei Trauungen tätig sind. Südermarschs Bürgermeister Karl-Jochen Maas regte zudem an, dass künftig die Gebühren für Trauungen direkt kassiert werden sollten. Bei der Prüfung der Kassenbücher sei nämlich aufgefallen, dass auch noch Rechnungen aus dem Jahr 2012 nicht bezahlt worden seien.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen