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30 Tonnen am Haken : Millimeterarbeit am Eiderdeich

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die sanierten Tore der Friedrichstädter Schleuse wurden jetzt mit einem Mobilkran wieder eingesetzt. Mitte Januar sollen die Reparaturarbeiten beendet sein, dann können Schiffe und Boote wieder zwischen Treene und Eider verkehren.

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erstellt am 03.Dez.2013 | 12:00 Uhr

„Ich bin zufrieden, es hat eigentlich alles so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe“, sagte Stefan Möller, Baubetriebsleiter vom Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN). Und während er das sagte, hängte ein großer Mobilkran das erste von sechs Stahltoren wieder in die Schleuse in Friedrichstadt ein. Das Bauwerk aus dem Jahr 1953 dient für die Schifffahrt als Verbindung zwischen Eider und Treene. Doch seit Anfang September war sie für alle Wasserfahrzeuge geschlossen, denn eine Grundsanierung stand an.

Vier jeweils 30 Tonnen schwere Schleusentore sowie zwei weitere aber „nur“ 15 Tonnen schwere, wurden im Spätsommer nach dem Verschluss der 59 Meter langen Schleusenkammer ebenfalls von einem Mobilkran herausgehoben. Dann standen sie unter einem großen Zeltdach in der Kammer und wurden saniert. Dabei stellte sich dann heraus, wie Hendrik Brunckhorst, Sprecher des LKN mitteilte, dass an den Torstellen, an denen bereits seit Jahren Schwalben brüten, der Stahl durch den Kot der Tiere stärker als üblich angegriffen war. „Das ist nicht besorgniserregend, aber es zeigt, welch starken Umwelteinflüssen die vier zehn mal sechs Meter und die zwei sieben mal fünf Meter großen Tore ausgesetzt sind“, sagte Brunckhorst.

Doch nicht nur die eigentlichen Tore wurden saniert, erläuterte Stefan Möller. Auch die Betonwände und der Sockel der Schleusenkammer wurden einer gründlichen Inspektion unterzogen und wo nötig repariert. „Wir haben tatsächlich doppelt so viele Betonarbeiten ausführen müssen, wie eigentlich veanschlagt“, sagte der Fachmann, betonte aber auch, dass von vornherein eine finanzielle Reserve eingeplant gewesen war. Die Gesamtsanierung der Friedrichstädter Schleuse kostet jetzt rund eine Million Euro, 200 000 Euro alleindie Betonarbeiten.

Erstaunt zeigte sich Möller über die Gelassenheit, mit der die Schifffahrt, angefangen bei den Sportskippern bis hin zur Berufsschifffahrt, auf die Sperrung des Bauwerks reagiert hatte. „Natürlich gab es das ein oder andere Gemaule“, sagt Möller, schließlich hätten die Sportbootfahrer wegen der Sperrung ihre „Lieblinge“ ja früher als üblich in das Winterlager bringen müssen, „aber jeder Wassersportler weiß um die Wichtigkeit einer funktionierenden Schleusenanlage“, stellte Möller fest.

Obwohl die Schleuse seit nunmehr drei Monaten quasi dicht ist, bedeutet dies keine Probleme für die Wasserstände in den Grachten. Denn direkt neben dem Bauwerk befinden sich drei Kammern, die ausschließlich der Wasserstands-Regulierung dienen, und die sind von der Sanierung nicht betroffen.

Wenn alles weiter so reibungslos verläuft wie bisher erläuterte Möller, dann könne die Schleuse wohl ab dem 15. Januar wieder in Betrieb gehen. Die nächste große Inspektion ist dann wieder in fünf Jahren angesagt. „Ob dann aber die Tore wieder ausgebaut werden müssen, bezweifele ich“, so Möller.

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