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Entwicklungsprojekt: : Mildstedt zweiter Standort im Land

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Cosima Mähl als Quartiersmanagerin für Mildstedt vorgestellt. Die Kieler Koordinatorin Gesa Wulff hat bereits 130.000 Euro eingeworben. Damit ist die Arbeit für zunächst drei Jahre gesichert.

Der Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Hans-Peter Henkens, und die Koordinatorin Gesa Wulff aus Kiel hatten gemeinsam mit den übrigen Netzwerkplanern in die Mensa der Gemeinschaftsschule in Mildstedt geladen. Sie waren von der großen Resonanz überwältigt. Im Quartiers-Entwicklungsprojekt der 4000-Einwohner-Gemeinde ging es um ein gemeinsames Miteinander, eine Vernetzung und einen Schritt gegen die Vereinsamung. Die Bürger sollen sich auch dann noch wohlfühlen in ihrer Gemeinde, wenn die eigenen Kinder längst in ferne Städte gezogen sind und niemand mehr da ist, der einem gelegentlich unter die Arme greifen kann. Ein Leben in einer Anonymität kann nicht das Ziel sein. Wie Vernetzung funktioniert, wurde in Lauenburg vorgemacht: die dortige Quartiersmanagerin Claudia Löding war zur Veranstaltung angereist. Dass Mildstedt mit dem Projekt, das Koordinatorin Gesa Wulff aus Kiel entwickelt hat, „ganz weit vorne marschiert“, beweist die Tatsache, dass Mildstedt nach der Stadt Lauenburg erst die zweite Gemeinde in Schleswig-Holstein ist, die solch ein großes Projekt umsetzt.

Sehr gute Bürgerbeteiligungen, große Unterstützung durch Kooperationspartner, die sich „ohne wenn und Aber“ anschlossen: Gemeinde Mildstedt, HGV, TSV, SoVD, DRK, Schule, Kirchengemeinde, Kindertagesstätten, Jugendzentrum, Alzheimer Gesellschaft Nordfriesland, Pflegestützpunkt Nordfriesland, Ambulanter Hospizdienst Husum. Sie alle waren – neben vielen Bürgern – bei der Veranstaltung vertreten.

Vorgestellt wurde dabei auch Quartiersmanagerin Cosima Mähl, die ihre Arbeit am 1. Juli aufnimmt. Damit dies möglich wurde, hatte Koordinatorin Gesa Wulff unermüdliche Vorarbeit geleistet – und das Projekt war schließlich mit 104.000 Euro vom Deutschen Hilfswerk belohnt worden. Weitere 26.000 Euro gibt der Awo-Landesverband dazu. Damit ist die Arbeit für zunächst drei Jahre gesichert – „es kann aber auch auf fünf Jahre verlängert werden“, hatte dazu Anke Buhl vom Awo-Landesverbandsvorstand aus Kiel auf der jüngsten Jugend- und Sozialausschusssitzung signalisiert. Für einen Einstieg in barrierefreie Gespräche sorgte Schulleiter Stefan Knoll mit seiner freundlichen Art und als gleichzeitiger Gastgeber. „Es freut mich, dass unsere Netzwerkpartner , zahlreiche Gemeindevertreter und so viele junge Einwohner hier sind. Zuhause ist da, wo man sich wohlfühlt – dazu gehört ein Lebensumfeld mit sozialen Kontakten und die aktive Teilnahme am Leben. Das wollen wir in Mildstedt erreichen, daran wollen wir arbeiten. Quartiersentwicklung kann nur gelingen, wenn die Menschen vor Ort am Prozess beteiligt sind“, betonte Awo-Vorsitzende Hans-Peter Henkens. Bürgermeister Bernd Heiber bekannte: „Die Beteiligung überwältigt mich.“ Danach bat Koordinatorin Gesa Wulff an die sechs Thementische. Moderator Michael Franzke fasste zusammen, dass Hilfe bei PC, Auto, Fahrrad, Handy und Kochen sowie Treffpunkte gewünscht wurden. Angelika Lies berichtete vom Wunsch nach Mehrgenerationenwohnen, Daniela Labrenz sprach vom Interesse an einer Diskothek für Jung und Alt und Stefan Knoll verwies begeistert auf eine Kontaktbörse: „Es könnte jemand bei Engpass die Kinder in den Kindergarten bringen, Jugendliche übernehmen das Einkaufen – oder wir holen mal Zeitzeugen in unsere Schule“.

Quartiersmanagerin Cosima Mähl fasste abschließend zusammen, dass der Treff von den Ideen der Mildstedter lebt. Das Fazit: „Es ist eine irre Eigendynamik vorhanden.“ Zum Abschluss bat Bürgermeister Heiber zur Stärkung. Wurst vom Grill wurden spendiert.

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