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Ideenreicher Unterricht : Mildstedt misst sich mit den Besten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Jury besuchte die Gemeinschaftsschule, um die drei Schüler-Firmen zu begutachten. Die Mildstedter nehmen an dem Wettbewerb „Starke Schule – Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“ teil.

Die Mildstedter Gemeinschaftsschule hatte sich für den Wettbewerb „Starke Schule – Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“ beworben und wurde jetzt von der Jury besucht. Das Treffen wird als besonderes Indiz gewertet, weil die Juroren nur jene Schulen aufsuchen, die eine gute Aussicht auf einen der vorderen Landespreise haben. Ulrich Wiethaup (ehemaliger Leiter einer berufsbildenden Schule in Neumünster), Regina Kasten (Landesrechnungshof) und Michael Goedeke (Vorsitzender des Bundesnetzwerks Schule-Ausbildung) hatten acht Stunden Zeit, um als Juroren Eindrücke zu sammeln.

Sie verfolgten den Unterricht in der „Eingangsphase grün“, tauschten sich mit der Schulelternvertreterin, Schülersprechern und Mitarbeitern der Schulsozialarbeit aus, besichtigten die Schülerfirma „Summ & Söt“, die seinerzeit als erste eingerichtet wurde. Nach Teilnahme an einer Projektstunde in der Klasse 8 d wurden die Gäste über Orientierung und Einstiegsbegleitung in den Beruf sowie einer Potenzialanalyse informiert. Danach stellte Fachlehrer Christian Thomsen das Berufsorientierungskonzept der Gemeinschaftsschule vor. „Wir simulieren mit unseren Schülern Telefongespräche, verfassen Bewerbungsanschreiben und Lebensläufe.“ Berufsbegleiter werden ab Klasse 7 eingesetzt. Ab Klasse 8 beschäftigen sich die Schüler mit dem Wandel der Berufswelt. Schulleiter Stefan Knoll und Fachlehrer Thomsen beantworteten immer wieder Zwischenfragen der Juroren.

Der Weg führte den Besuch ein paar Flure weiter – zur zweiten Schülerfirma „Cox & Co“. Die Schüler Marie Meyer, Jan Hendrik Christiansen, Stephan Hansen, Jost Hars, Joshua Ruffert und Lukas Pauls stellten die Einrichtung gemeinsam mit ihrem Fachlehrer Lars Pietsch vor: 1500 Ein-Liter-Flaschen Apfelsaft wurden in diesem Jahr abgefüllt, von dem Geschmack konnten sich die Juroren selbst überzeugen. Im Hinblick auf die weißen Anzüge, in denen gearbeitet wird, kommentierte Jurorin Regina Kasten schmunzelnd: „Wie bei der Kripo.“ Aber schließlich gilt es, die strengen Vorschriften in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung einzuhalten. Der Leiter der Jury, Ulrich Wiethaup, interessierte sich auch für den monetären Effekt: „Wer sackt denn das Geld ein“, wollte er wissen. Schulleiter Knoll erklärte, „dass zunächst einmal das Geld für die teuren Geräte zurückgezahlt wird, das die Schule ausgelegt hat.“ Zudem würde bei der Anschaffung immer weiter modernisiert. Den Gästen gefiel sichtlich, was sich hinter den weiteren Produkten von „Cox & Co“ verbirgt: Rhabarbersaft und Apfelchips.

Staunen im Schulbiotop, in dem die Mädchen und Jungen die neu angelegten Hochbeete vorstellten und erklärten. Immer wieder gab es Anerkennung von Ulrich Wiethaup. Starke Schulerfahrung bringt auch Regina Kasten mit, die vor ihrer Tätigkeit im Landesrechungshof Schulleiterin in Schafflund gewesen ist. Dem Lob für die selbstgezogenen Pflanzen im Biotop (jeder Schüler musste sechs Pflanzen vom Keimling bis zum Wachstum großziehen und pflegen) folgten Staunen über den Fledermaushügel, die große Köhlerhütte und so manche andere Einrichtung in dem idyllisch gelegenen großen Schulbiotop. Zurück im Schulgebäude lud Fachlehrer Stephan Janzen zur Besichtigung der dritten Schülerfirma „Mild & Dufte“ ein. „Spannend“ fand es Juror Michael Goedeke, der die Herstellung von Seife aus eigener Erfahrung kennt. Stephan Janzen stellte die neueste Produktion, Honig- und Citrusseife, vor. Die Rohstoffe werden aus den anderen Schülerfirmen bezogen. Überschüsse dienen der Anschaffung neuer Gerätschaften. Im weiteren Angebot von „Mild & Dufte“ sind: Hand- und Fußcreme sowie Badekugeln. Alle drei Schülerfirmen verkaufen ihre Produkte über das Schulsekretariat. Künftig soll auch Lavendel von den neuen Biotop-Hochbeeten in eigener Destille zu ätherischen Ölen verarbeitet werden. Dickes Lob von Regina Kasten: „Die Schüler zeigen sich sehr fachkundig.“ Dem gemeinsamen Essen in der Mensa folgten am Nachmittag weitere Besuche von Unterrichtsstunden sowie Erläuterungen zu Inklusion, Offene Ganztagsschule und Hausaufgabenbetreuung.

Auf dem Weg ins zwei Hektar große Schulbiotop informierte der Leiter der Jury, Ulrich Wiethaup, dass es sich bei diesem Wettbewerb um den größten Vergleich an Schulen in Deutschland handelt. Die Landessieger treten abschließend in einem Finale aller Länder an und werden alle von Bundespräsident Joachim Gauck empfangen. Träger sind laut Wiethaup die gemeinnützige Hertie-Stiftung, die Bundesagentur für Arbeit, der Arbeitgeberverband BDA und die Deutsche Bank-Stiftung. Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt. Mit Spannung wird aber zunächst das Ergebnis der Gemeinschaftschule erwartet.

 

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