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Gastspiel in der Heimat : „Mich interessiert das Ideelle, das Energetische“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit den Late September Dogs war er Kult. Mit Santiano wurde Björn Both zum Medien-Star. Und unter dem Künstlernamen Sangit kommt er am Freitag, 10. April, mit eigener Band zu einem Gastspiel in seine Heimatstadt Husum.

Er war Frontmann einer nordfriesischen Musik-Legende: der Late September Dogs (LSD). Dann tauchte er für einige Zeit ab, um nachzudenken. 2011 dann die Rückkehr als Solo-Künstler Sangit. Zu dieser Zeit warf bereits ein neues Band-Projekt seine Schatten voraus: Mit Santiano geht Sangit alias Björn Both (50) in diesem Jahr zum dritten Mal auf Tour. Und ein neues Album haben die Shanty-Rocker auch in Arbeit. Doch zunächst gibt er ein Gastspiel in seiner Heimatstadt Husum – am Freitag, 10. April, 20 Uhr, im Freizeithaus des Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerkes (TSBW). Mit dabei sein langjähriger Freund und Partner Michael Kelmer (Gitarre), Marco Möller (Schlagzeug), Arne Wiegand (Gitarre/Keyboards) und Jürgen Breuninger (Didgeridoo).

 

Wofür steht der Name Sangit, und was bedeutet Sangit für Sie persönlich?
Sangit steht für Musik. Der Name ist mir in einem langen spirituellen Selbstheilungsprozess verliehen worden. Musik ist tatsächlich mein inneres Yoga und hat mich mehr als einmal gerettet. Die materielle Welt war mir nie so wichtig. Mich interessiert das Ideelle, das Energetische. Apropos: Sich selbst kennenzulernen, sollte Pflichtfach werden – vor allem für diejenigen, die in die Politik gehen oder Machtpositionen ausüben.

 

Als Sie 2011 Ihre Solo-Karriere starteten, kam Santiano quasi dazwischen. Wie lässt sich beides miteinander verbinden?
Das war erst mal schwer, bis ich herausfand, dass es da so Zyklen gibt, in die ich mich hineindrängen kann. Der Erfolg von Santiano hat mich gezwungen, anders über Zeit nachzudenken. Und dabei geht es nicht um die Zeit nach Santiano. Ein Ende ist ja auch nicht in Sicht. Aber ich hab’ zum Beispiel meine eigene Band umgebaut. Das sind schließlich gestandene Musiker mit eigenen Engagements, die nicht zwei Jahre darauf warten können, dass Björn Both anruft. Andere fahren in Urlaub. Mein Urlaub ist Sangit.

 

Die Frage, was von beiden Ihnen wichtiger ist, ist aus diplomatischen Gründen wahrscheinlich verboten, oder?

Wichtig ist beides. Santiano ist wie eine Klassenfahrt. Und wegen des großen Teams müssen wir unsere Geweihe bisweilen ein bisschen stutzen. Bei Sangit ist das anders. Da bin ich noch mehr der Schöpfer, der Liedermacher. Allerdings brauche ich gute Musiker um mich herum, damit (lacht), die Leute nicht merken, wie schlecht ich selbst bin. Bei alledem hilft Santiano natürlich sehr. Und ich finde mich dort auch wirklich wieder – aber eben nicht zu bedingungslos. Das kann ich bei Sangit. Und dank meiner wunderbaren Mitstreiter kann ich da heute größer rangehen, muss nicht mehr im Hinterzimmer produzieren. Das alles habe ich Santiano zu verdanken.

Bleibt Ihnen bei den vielen Verpflichtungen mit Santiano noch Zeit für Sangit?

Ja, seitdem ich durch ein effizienteres Zeitmanagement besser aus der Pflicht in die Kür komme. Tatsächlich organisiere ich mich immer wieder neu – (lacht) und meine Familie hat ja auch Ansprüche. Als ich jünger war, habe ich nicht darüber nachgedacht, womit ich meine Zeit verbringe.

 

Wie wichtig ist es, mal wieder zu einem Gastspiel in Husum zu sein? Das letzte war ja mit Santiano – beim Husum-Open Air.

Für Sangit ist das Pflicht. Hier habe ich meine erste Band gehabt. Husum ist meine Heimatstadt, und im TSBW habe ich noch nie gespielt.

 

Wie gehen Sie mit dem Erfolg von Santiano um?

Ein Leben leben, das was taugt – auch ohne Gitarre in der Hand. Ich glaube ja ernstlich, dass die Kraft in der Absichtslosigkeit schlummert, während unbedingter Wille meist nur über Leichen führt. Der Erfolg mit Santiano hat sich eingestellt, nachdem bei mir selbst eine gewisse Entspannung eingetreten ist. Santiano grätschte rein, als ich nicht damit rechnete, obgleich ich irgendwie ahnte, dass es so kommen würde. Die Ur-Sicherheit war da, ohne dass ich das an Fakten hätte festmachen können. Ich denke, wir alle genießen das und empfinden die finanzielle Unabhängigkeit, die uns Santiano ermöglicht, nicht als selbstverständlich.

 

Und wann wird es ein neues Album von Sangit geben?

Nach der Tour werden wir uns ins Studio verziehen. Wir wollen möglichst viel analog einspielen. Ich musste allerdings erst mal begreifen, dass ich nicht mehr alles selbst machen muss, sondern mich aufs Komponieren und Musizieren konzentrieren kann.



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erstellt am 08.Apr.2015 | 13:00 Uhr

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