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Bundesliga-Traum : Messehalle reif für Spitzen-Volleyball

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Hochklassiger Volleyball in Husum – was die Spielstätte angeht, spricht aus Sicht der Bundesliga-Gesellschaft nichts dagegen: Ein Manager inspizierte jetzt die Messehalle.

Die erste Hürde auf dem Weg in die Eliteklasse ist genommen: Wenn es nach der Volleyball-Bundesliga (VBL) geht, könnten die WattVolleys ihre Heimspiele künftig auf dem Boden der Messe Husum & Congress austragen. „Diese Halle ist lizenzierbar“, urteilte VBL-Manager Daniel Sattler jetzt geschäftsmäßig nach einem Ortstermin. Damit ist schon mal eine Voraussetzung erfüllt, um – und das ist die Vision – bereits in der Anfang Oktober beginnenden Saison 2017/2018 mit einem „Team für den ganzen Norden“ in Deutschlands höchster Spielklasse aufzuschlagen (wir berichteten). Mit einer Mannschaft, die allerdings erst zusammengestellt werden kann, wenn auch noch die beiden anderen Hürden übersprungen sind: Dazu müssen ein von Sponsoren getragener, auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Etat und die „Lizenz zum Schmettern“ her. Letztere ist bei der in Berlin sitzenden Volleyball Bundesliga GmbH beantragt. Bis zum 1. April müssen alle Voraussetzungen geschaffen sein – dann entscheidet sich, wer in den erlauchten Kreis der Volleyball-Bundesligisten, dem zurzeit elf Vereine angehören, aufgenommen wird.

Um die Entwicklung von Standorten zu fördern und die Sportart als solche in Deutschland weiter zu stärken, vergibt die VBL zur kommenden Saison erstmals freie Plätze – zwei davon in der männlichen Eliteklasse. Verantwortlich für dieses Wildcard-Verfahren ist Daniel Sattler. Antragsteller wie die Spielbetriebsgesellschaft von der schleswig-holsteinischen Westküste müssen alle Lizenzierungs-Voraussetzungen der Stufe 4 der Volleyball-Bundesliga erfüllen und ein Geschäftsmodell für mindestens drei Spielzeiten vorweisen. Vergabe-Kriterien sind unter anderem die Standort-Bedingungen, die Spielstätte und das Zuschauer-Potenzial, das sportliche Konzept sowie der Wirtschaftsplan.

Hinter den Kulissen wird derzeit alles Erdenkliche getan, um diese Liste erfolgreich abzuarbeiten. Als treibende Kräfte legen sich dafür der Husumer Oliver Wagner (50) und Oliver Camp (48) aus Hamburg ins Zeug. Beide sind Inhaber der höchsten Trainerlizenz A – und verdienen im Zusammenhang mit dem Projekt WattVolleys durchaus das Prädikat „Visionäre“. Ihr Ziel, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen, um den hohen Norden quasi über Nacht auf die deutsche Volleyball-Landkarte zu schmettern, ruft aber auch andere Stimmen auf den Plan – und die sprechen hinter vorgehaltener Hand auch schon mal von „spinnerten Träumern“. Doch wie auch immer: Wagner, Noch-Trainer des TSV Husum 1875 in der Landesliga und WattVolleys-Coach in spe, und der in der Szene bestens vernetzte Camp als designierter Geschäftsführer eines künftigen Bundesligisten, können sich jedenfalls wichtiger Unterstützung gewiss sein. Husums Bürgermeister Uwe Schmitz hat schon mal zugesagt, geeignete Trainingsmöglichkeiten in der Stadt aufzutun, und Ole Singelmann, Aufsichtsratsmitglied der Messe Husum & Congress und Vorsitzender der Husumer Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Ost, dient als Bindeglied zur regionalen Wirtschaft (wir berichteten). Ohne die wird es nämlich nicht gehen, die pro Spielzeit nötigen 700  000 bis 800  000 Euro zusammenzubringen. Die Suche nach Sponsoren läuft denn auch auf Hochtouren. Dabei stoße man auf offene Ohren, sagte Wagner auf Anfrage – ohne in diesem Stadium Konkretes vermelden zu können.

Während die Sache mit dem tragfähigen Etat also naturgemäß noch im Fluss ist, brachte die Besichtigung der potenziellen Heimspielstätte jetzt schon mal Gewissheit: Die Husumer Messe ist als Austragungsort für hochklassige Volleyball-Spiele bundesligatauglich. „Da machen andere Hallen viel mehr Probleme“, stellte VBL-Manager Sattler fest. Bei dem Rundgang mit Wagner, Camp und Messe-Geschäftsführer Peter Becker ging es denn auch eher um Kleinigkeiten wie noch fehlende Duschköpfe für die Gastmannschaften und die Option, auf dem Beton Rollboden zu verlegen, um mehr Schwingungen zu erzeugen. Bei der Frage, wie sich Hülsen für Netzpfosten am besten auf einem Schwerlast-tauglichen Untergrund (Becker: „Bohren ist nicht!“) befestigen lassen, sollen eigens für die Berliner Max-Schmeling-Halle und die SAP-Arena in Mannheim angefertigte Bauzeichnungen helfen. Licht, Beschallung, TV-Infrastruktur, elektronische Anzeigentafel mit Videowand, Zuschauer-Tribünen  .  .  . Sattler hakte mit seinen Gastgebern alle Punkte aus dem Lizenzstatut ab. Unter dem Strich nichts, was laut Becker, Camp und Wagner nicht bereits auf dem Weg oder unlösbar wäre.

Mit zurück nach Berlin nahm der VBL-Manager auch die Botschaft, dass in Husum keine Multifunktions-, sondern eine reine Messehalle zur Verfügung steht. Fixe Veranstaltungen wie die Nord-Gastro an jedem zweiten Februar-Wochenende oder die in den ungeraden Jahren im September stattfindende Wind-Messe (inklusive achtwöchiger Auf- und mindestens halb so langer Abbauphase) sind also bei der Terminierung der zwölf Saison-Heimspiele zu berücksichtigen.

In seinem Resümee zeigte sich Oliver Wagner am Ende der Sattler-Stippvisite angetan von der „hilfreichen und sehr professionellen Begleitung der Bundesliga – wir haben viel gelernt“.

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erstellt am 10.Feb.2017 | 11:00 Uhr

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