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Hilfe für Amphibien : Mergelkuhlen werden zu Schutzzonen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Für die Renaturierung von Teichanlagen in Hollingstedt haben sich Jäger dem „Projekt Froschland“ angeschlossen. Es wird vom Land gefördert.

Nachdem die Hollingstedter Jäger neuen Lebensraum für Bodenbrüter gestaltet hatten, haben sie sich als neue Aufgabe die Renaturierung der vielen Mergelkuhlen in der Gemeinde vorgenommen. Aus diesen Kuhlen wurde Mergel ausgegraben, der als Dünger verwendet wurde. Danach wurden die Teiche als Viehtränken genutzt. Im Laufe der Jahrzehnte wucherten sie zu, Schlick setzte sich ab, und sie boten keinerlei Lebensraum mehr für Amphibien. Auch für Störche wurde das Nahrungsangebot geringer.

Die Jäger entdeckten so eine Fläche mit drei zugewachsenen Wasserlöchern. Die Kirche als Eigentümer war schnell von dem Projekt überzeugt, und der Pächter Thomas Mauderer gab auch sein Einverständnis. Von der Schleswiger Tauwerkfabrik Oellerking gab es eine Spende in Höhe von 500 Euro, die zweckgebunden für Baggerarbeiten verwendet wurde. Die 13 Hollingstedter Jäger mit ihrem Jagdleiter Truels Hansen holten sich fachlichen und wissenschaftlichen Rat ein für die Neugestaltung der Mergelhuhlen. Mit Kleingeräten und in viel Handarbeit wurden die Kuhlen von Buschwerk befreit, Schlick ausgebaggert, die Ränder abgeflacht und angesät. Steinhaufen wurden aufgebaut, um Echsen und Schlangen Schutz zu bieten. Diese erste Maßnahme hat einen Vorbildcharakter und soll andere Landbesitzer überzeugen, auch ihre Tümpel in dieses Gesamtprojekt mit einzubinden. Die Landschaft für die Frösche soll wieder vernetzt werden mit anderen Kleingewässern, damit ihr Überleben sowie das der Kröten und Molche gesichert werden kann, ohne dass zum Überleben der Populationen permanent der Mensch behilflich sein muss. Mit einer Vernetzung wird eine Erreichbarkeit der zum Überleben wichtigen Lebensräume geschaffen.

Für den weiteren Ausbau von Teichanlagen haben die Jäger sich dem „Projekt Froschland“ angeschlossen. Es wird vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gefördert. Die Anlage von Teichen wird komplett aus diesen Mitteln finanziert, so dass dem Eigentümer, der der Natur ein Stück zurückgeben möchte, selbst kein Geld in die Hand nehmen braucht. Eine der Voraussetzungen ist, dass die Eigentümer die neu entstandenen Gewässer nicht für private Zwecke nutzen. Dazu gehört, dass keine Fische eingesetzt werden dürfen.

Melanie Schubert vom Projekt Froschland informierte sich vor Ort bei den Jägern über den geplanten Ausbau von acht Mergelkuhlen. Sieben stellen Elisabeth und Marko Andresen und eine Andreas Muhl zur Verfügung. Dieses Vorhaben kann nun in das Förderprogramm von Froschland aufgenommen werden. Die Anlage der Teiche wird wissenschaftlich begleitet.

Die Verträge mit einer Laufzeit von 15 Jahren werden mit den Eigentümern abgeschlossen, und die Hollingstedter Jäger begleiten diese Maßnahmen auch über den Ausbau hinaus. „Wir freuen uns, dass wir mit diesen Maßnahmen die Natur in ihrer Entwicklung unterstützen können“, sagte Truels Hansen. „Sie sorgt auch dafür, dass der Lebensraum unserer Störche verbessert wird. Wir hoffen, dass sich weitere Landeigentümer unserem Projekt anschließen.“

Bürgermeisterin Petra Bülow gab bei der Besichtigung der Teichanlagen bekannt, dass die „Schleswiger Tauwerkfabrik Oellerking“ weitere 1000 Euro als Spende gegeben – zweckgebunden für Jugendarbeit und Naturschutz. So kann das Projekt „Nistkästen“ der Jäger mit den Kindergartenkindern weiterverfolgt werden. Sie bedankte sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern für ihre Mithilfe. „Ohne euch wären solche Projekte nicht möglich.“






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erstellt am 02.Aug.2017 | 16:00 Uhr

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