Husum : Unbekannte beschmieren Gebetshaus mit Nazi-Symbolen

Nazi-Randalierer beschmutzen die „Ahmadiyya Muslim Jamaat Moschee“ in Husum mit rechtsradikalen Schmiererein.

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18. August 2017, 13:00 Uhr

Husum | Husum  In der Nacht zu Mittwoch ist die Gebäudefront des Gebetszentrums der Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde  im Treibweg mit rechtsradikalen Schmierereien beschmutzt worden, teilte die Kriminalpolizei gestern mit. So wurden unter anderem ein Hakenkreuz und Naziparolen auf die Fenster aufgebracht. Nun ermittelt das  für Staatsschutzdelikte zuständige Kommissariat 5 der Kripo  und bittet die Bevölkerung um Hinweise unter Telefon 0461/4840 oder 04841/8300.

Die Ahmadiyya Muslim  Jamaat haben in Husum etwa 100 Mitglieder, in Schleswig-Holstein sind es nach Angabe der Gemeinde  mehr als 1000. In Husum  plant sie, auf einem Grundstück im Gewerbegebiet eine Moschee zu bauen (wir berichteten). Dass diese Pläne bei einigen Husumern für Unruhe sorgt, weiß Adeel Ahmad Shad, der zuständige Imam. Er befürchtet, dass die Schmierereien auf der Fensterscheibe des Gebetszentrums damit in Zusammenhang stehen könnten. „Ich bin traurig darüber“, sagt der Imam, „ich habe darauf auch keine Antwort. Nur, dass wir eine friedliche Gemeinde sind, dass wir uns integrieren wollen und immer bereit zum Dialog sind.“ Das hatte die Gemeinde unter anderem im Mai bewiesen, als sie die Bürger zu einem Informationsabend über den geplanten Moschee-Bau eingeladen hatte (wir berichteten). Wenn die Arbeiten tatsächlich beginnen, soll eine weitere Veranstaltung folgen. Den Baustart, der eigentlich für diesen Monat geplant war, habe man allerdings aus organisatorischen Gründen verschieben müssen, so Adeel Ahmad Shad.

Es ist nicht das erste Mal, dass die  muslimische Gemeinde Feindseligkeiten erlebt hat: So wurde vor zwei Jahren eine Fensterscheibe des Gebetszentrums eingeschlagen. Und eine Baumpflanzaktion der Gemeinde in Mildstedt wurde schon drei Mal sabotiert: Immer wieder sägten Unbekannte den Friedens-Ginko ab, übersprühten auch die Plakette der Gemeinde (wir berichteten).

Insgesamt zählte die  Polizei in  Nordfriesland  vergangenes Jahr 26 Anzeigen wegen der Verbreitung beziehungsweise Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, sagte ein Sprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. Dabei handelte es sich in der Regel um Hakenkreuz-Schmierereien.

Husums stellvertretender Bürgermeister Horst Bauer bezog gestern mit deutlichen Worten Stellung gegen die Beschmierungen des Gebetshauses: „Husum ist eine weltoffene und tolerante Stadt, in der es aber offensichtlich trotzdem einige Wirrköpfe gibt. Diese saublöden Schmierereien sind nicht zu entschuldigen und auf das Schärfste zu verurteilen.“

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