Unglück in Garding : Tod am Bahnübergang: Wie sicher ist das Andreaskreuz?

Ein Andreaskreuz an einem Bahnübergang. Ist es sicher genug?
Ein Andreaskreuz an einem Bahnübergang. Ist es sicher genug?

Was führte zu dem Bahn-Unglück, bei dem ein Fünfjähriger starb? Fakt ist: Auf der Strecke gibt es immer wieder Unfälle.

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13. Mai 2015, 10:12 Uhr

Garding | Am Montag starb ein fünfjähriger Junge an einem Bahnübergang in Kirchspiel Garding. Ein Auto, in dem er mit seinen Großeltern, seiner Mutter und seiner einjährigen Schwester saß, war mit einer Regionalbahn kollidiert. Noch immer ist unklar, was zu dem Unfall geführt hat. Der 66-jährige Fahrer schwebt noch in Lebensgefahr. Auch seine Frau,  die Mutter der Kinder sowie der Lokführer konnten noch nicht vernommen werden. Er hatte den Wagen bemerkt, die Kollision trotz Hupens und Vollbremsung aber nicht mehr verhindern können.

Der Bahnübergang ist nur mit einem Andreaskreuz gesichert, die Strecke aber in beide Richtungen gut einsehbar. Es gilt für Fahrzeuge Tempo 20. Niemand kann sich bislang die Unfallursache erklären. 

Fakt ist aber, dass es auf der Strecke Husum-St. Peter-Ording in den vergangenen Jahren immer wieder  zu Zusammenstößen zwischen Zug und Pkw an unbeschrankten Übergängen gekommen ist. Von denen gibt es einige auf der Halbinsel. Das Archiv der Husumer Nachrichten weist zwischen 2003 und 2013 zwölf Unfälle aus. Oft hatten die Autofahrer Glück und blieben unverletzt. Aber es hat auch Tote gegeben, wie im November 2003 bei Ingwershörn, im September 2005 bei Witzwort, 2007 bei St. Peter-Ording und zuletzt im April 2012 am selben Bahnübergang.

So wurden immer wieder Stimmen laut, die nur mit Andreaskreuz gesicherten Übergänge auf Eiderstedt mit einem Blinklicht zu versehen. Auf Anfrage weist die Deutsche Bahn als Streckenbetreiberin auf die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) hin. Demnach sind an eingleisigen Nebenstrecken wie auf Eiderstedt, die mit Geschwindigkeiten von maximal Tempo 80 befahren werden, nicht technisch gesicherte Bahnübergänge zulässig. Dort ist also die Aufmerksamkeit des Fahrzeuglenkers gefragt.

Auf Eiderstedt gibt es laut Bahn insgesamt 73 Übergänge, von denen einige auch an kleineren Straßen oder Feldwegen liegen. Etliche von ihnen sind nur mit Andreaskreuz gesichert. Der Einbau von weiterer Sicherungstechnik wäre dort unverhältnismäßig, so die Bahn. Über 90 Prozent der Kollisionen bundesweit seien auf das Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern zurückzuführen. Im Jahr 2012 wurden laut Statistik in Deutschland 193 Unfälle an Bahnübergängen gezählt, bei denen 44 Menschen starben.

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