Interview : „Mein Wunsch? Dass die Bürger mehr mitmischen“

Seit 2013 ist der Sollwitter Thomas Hansen Vorsteher des Amtes Viöl.
Seit 2013 ist der Sollwitter Thomas Hansen Vorsteher des Amtes Viöl.

Viöls Amtsvorsteher Thomas Hansen spricht im Interview über Höhen und Tiefen des vergangenen Jahres und die Pläne für 2018.

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29. Dezember 2017, 10:00 Uhr

Thomas Hansen, Vorsteher des Amtes Viöl und Bürgermeister von Sollwitt, lässt im Interview 2017 Revue passieren – und spricht über die Herausforderungen des kommenden Jahres für die 13 Gemeinden rund um die Arlau.

Herr Hansen, was hat Sie als Bürgermeister und auch als Amtsvorsteher im vergangenem Jahr besonders gefreut?

Über die Einweihungsfeier unseres neuen Amtsgebäudes habe ich mich besonders gefreut. Wir hatten herrliches Wetter und viele Besucher. Überhaupt sind wir glücklich, dass das Gebäude fertig ist und auch die Polizei einziehen konnte. Gebaut wurde mit ortsansässigen Unternehmen, die sehr gut gearbeitet haben, und die Kosten blieben unter dem, was angesetzt wurde. Das war schon großartig.

Sehr gefreut habe ich mich außerdem über die Arbeit und den Zusammenhalt des Teams. Eine Auszubildende hat ihre Prüfung mit Auszeichnung bestanden. Das freut mich für sie selber, aber macht mich auch stolz auf unsere Mitarbeiter, die sie ausgebildet haben.

Worüber haben Sie sich 2017 am meisten geärgert?

Was mich besonders ärgert, ist der hohe Verwaltungsaufwand, der auf uns zurollt, sobald wir EU-Gelder oder überhaupt Förderungen beantragen. Das nervt und kostet viel Kraft und Energie. Ich denke dabei zum Beispiel an das Dorfgemeinschaftshaus bei uns in Sollwitt, für das wir eine Förderung beantragt haben. Das zieht sich sehr in die Länge. Ein weiteres Beispiel ist die Beantragung der Bundesförderung beim Breitbandausbau, die für unseren Zweckverband sehr aufwendig ist.

Auch dass es in Sachen Wind nicht weitergeht mit der Landesplanung, ist ein Ärgernis. Es wäre schön, mal zu wissen, wo es hingehen soll. Das ist eine Sache, die uns schlichtweg ausbremst.

Was muss Ihrer Auffassung nach im kommenden Jahr am dringendsten angepackt werden?

Das geht los mit den Kindergärten, die alle übervoll sind und erweitert werden müssen.

Natürlich ist auch die Breitbandversorgung ein drängendes Thema. Wir sind hier im Amt Viöl ja schon gut ausgerüstet. Sechs Gemeinden sind bereits voll angeschlossen an die BBNG. Die restlichen Kommunen sollen über den Zweckverband ausgebaut werden – hier muss es rasch weitergehen.

Für unser Amt haben wir kürzlich die Stelle eines neuen Leitenden Verwaltungsbeamten (LVB) ausgeschrieben. Gerd Carstensen geht im Sommer nach über 40 Jahren Beschäftigung in den Ruhestand. Also müssen wir sehen, dass wir diesen wichtigen Posten sobald wie möglich mit einem guten, engagierten Nachfolger besetzen.

Am 6. Mai steht die Kommunalwahl an. Und bis zum 12. März müssen alle Vorschläge eingereicht sein. Lassen Sie sich erneut als Bürgermeister- beziehungsweise Amtsvorsteher-Kandidaten aufstellen?

Ich würde mich für beide Posten wieder aufstellen lassen. Das Bürgermeister-Amt bekleide ich ja schon mehr als 20 Jahre. Amtsvorsteher zu sein ist besonders lehrreich, wie ich finde. Die erste Periode habe ich nun fast rum und ich denke, eine zweite wäre ganz gut.

Was haben Sie sich für 2018 persönlich vorgenommen?

Wir haben ein neues Haus gebaut, und es gibt noch viel zu tun, zum Beispiel im Garten. Es wäre toll, wenn wir das auf die Reihe kriegen im nächsten Jahr. Dann möchte ich mehr Zeit mit meiner Enkeltochter verbringen, die gerade ein Jahr alt geworden ist.

Eine gute Fee fragt Sie nach Ihren Wünschen. Welche wären das?

Erstmal wünsche ich mir eine tolle Kommunalwahl, an der sich möglichst viele Bürger beteiligen. Ich kann nur immer wieder dazu aufrufen, sich aktiv aufstellen zu lassen. Manche Gemeinden haben damit zu kämpfen, dass kaum noch Leute antreten wollen für den Gemeinderat oder das Bürgermeister-Amt. Das ist sehr schade, denn das sind immerhin die Entscheidungsträger für unsere Region – und wir haben alle die Chance, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Viele unterschätzen, was in der Kommunalpolitik eigentlich gemacht wird. Man entscheidet, was mit Kindergärten, Schulen und Feuerwehren passiert. Das geht uns alle etwas an. Diese Zeit sollten sich Bürger nehmen, und ich hoffe, dass künftig mehr Menschen aktiver mitmischen.

Ansonsten wünsche ich mir vor allem Gesundheit für meine Familie und mich.

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