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Husumer Werbegemeinschaft : Mehrwegtaschen statt Plastiktüten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bundesweite Selbstverpflichtung des Einzelhandels erreicht Husum: Kunststoffbeutel gibt es künftig nicht mehr überall umsonst. Wiederverwendbare Tragetaschen sollen deren Verbrauch einschränken helfen.

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erstellt am 18.Mär.2016 | 16:00 Uhr

Plastikmüll ist gefährlich, verschmutzt die Meere und bedroht Fische und andere Tiere, die das nicht abbaubare Material fressen oder sich darin verfangen. „Und deswegen will der Einzelhandel dazu beitragen, den Verbrauch von Plastiktüten einzuschränken“, erläutert Peter Cohrs, Chef des Modehauses C. J. Schmidt und Vorsitzender der Husumer Werbegemeinschaft. Vom 1. April an greift eine bundesweite Selbstverpflichtung, die Tüten nur noch auf Nachfrage und gegen Gebühr abzugeben. „Da macht jetzt auch unser Haus mit: Die großen Tüten kosten dann 20 Cent und die kleinen 10 Cent.“ Und die Werbegemeinschaft soll gleich mit ins Boot genommen werden. „Wir empfehlen auch den kleineren Händlern, diese Schutzgebühr zu nehmen“, sagt Alexander Seikowsky, Beisitzer der Gemeinschaft.

Zum Ausgleich werden den Kunden praktische Mehrwegtaschen zum Kauf angeboten – und dafür möchte Cohrs möglichst viele Mitglieder der Werbegemeinschaft gewinnen. „Mok fast in Husum“ steht auf der Tasche, die schon früher zu den Hafentagen Verwendung fand und von der jetzt 1000 Stück geordert wurden. „Die wird einen Euro kosten – und für unsere große, mit einem Husum-Motiv bedruckte C.-J.-Schmidt-Tasche nehmen wir zwei Euro“, kündigt Cohrs an.

Die Selbstverpflichtung soll einer gesetzlichen Regelung zuvorkommen. „Das geht auf eine Verordnung der Europäischen Union zurück, die hauptsächlich auf die südeuropäischen Länder zielt, denn da ist die Plastikvermüllung ein viel größeres Problem“, weiß Cohrs. In Deutschland seien die Kunden ohnehin viel umweltbewusster.

Ganz verzichten will er auf die Plastiktüten aber nicht: „Das funktioniert hier nicht, schon wegen des Klimas. Wenn der Kunde im Regen mit seinem Einkauf nach Hause geht, würde eine Papiertasche rasch durchnässen.“ Ohnehin sei die Umweltbilanz von Papiertüten lange nicht so gut, wie allgemein angenommen werde. „Die Plastiktüte ist leichter, das ist billiger beim Transport, und die Herstellung verschlingt tatsächlich weniger Ressourcen.“

Nur abbaubar, das ist sie eben nicht. Und da Cohrs mit dem Obulus für die Plastikbeutel keinen Gewinn machen will, hat er beschlossen, aus diesen Einnahmen jährlich 3000 Euro für einen Umweltverein zu spenden. Dieses Jahr gehe das Geld an die Schutzstation Wattenmeer. „Denn Husum ist als Standort an der Nordsee doch prädestiniert dafür, sich als Einkaufsstandort hinter diese Selbstverpflichtungs-Aktion zu stellen, um die Natur zu schützen.“

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