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Gesundheitsversorgung auf Eiderstedt : Mehr Sicherheit für St. Peter-Ording

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Eiderstedter können sich jetzt ein Stück weit sicherer fühlen: In St. Peter-Ording gibt es nach rund 16 Jahren wieder eine hauptamtlich besetzte Rettungswache.

Deutlich sicherer können sich jetzt die Menschen in St. Peter-Ording und im westlichen Eiderstedt fühlen: In St. Peter-Ording gibt es nach rund 16 Jahren wieder eine hauptamtlich besetzte Rettungswache. Die Krankenkassen als Kostenträger haben nach einem Gespräch mit Vertretern des Kreis Nordfriesland jetzt grundsätzlich grünes Licht gegeben. Am 1. November soll der 24-Stunden-Betrieb starten. Wegen der Sanierung der B 202 zwischen Garding und Tating-Heisternest und der damit verbundenen Vollsperrung wurde die Rettungswache vor einigen Tagen bereits mit einem 14-Stunden-Betrieb gestartet, wie die Kreisverwaltung auf Anfrage mitteilt.

Die Wache ist vorläufig im ehemaligen Mutter-Kind-Kurheim Köhlbrandt im Ortsteil Ording untergebracht. Derzeit ist dort ein geländegängiger Rettungstransportwagen (RTW) stationiert, heißt es weiter. Ob ein zweiter eingesetzt wird, ist noch offen.Die Krankenkassen als Kostenträger wollen von einem Gutachter prüfen lassen, ob der Bedarf da ist, wie die Kreisverwaltung erläutert. Geklärt werden soll auch die Frage, ob zumindest in der Sommerzeit ein zweiter Rettungstransportwagen stationiert wird.

Im Sommer betreut der Rettungsdienst laut Angaben der Kreisverwaltung 300 bis 400 Notfälle in St. Peter-Ording, im Winter 200 bis 300, im ganzen Jahr sind es 1000 bis 1200. Der Betrieb eines RTW kostet rund 500 .000 Euro im Jahr. Für den Betrieb eines RTW rund um die Uhr werden zehn bis 14 Vollzeit-Rettungskräfte benötigt, bei Teilzeitverträgen entsprechend mehr. Der Kreis Nordfriesland sucht laufend Rettungskräfte.

Die Idee zu der Maßnahme habe sich aus der ständigen Auswertung der Rettungseinsätze, die der Rettungsdienst des Kreises täglich durchführt ergeben. Steigende Einsatzzahlen und immer mehr Verkehr machten es immer schwieriger, die zwölfminütige Hilfsfrist nach dem Landes-Rettungsdienstgesetz einzuhalten.

St. Peter-Ordings Bürgermeister Rainer Balsmeier ist sehr zufrieden mit dieser Maßnahme, die zudem zügig umgesetzt worden ist. „Im Sommer ist der Rettungsdienst des Kreises mit diesem Plan an uns herangetreten. Wir als Gemeinde und auch das Amt haben immer gesagt, dass St. Peter-Ording wieder eine Rettungswache benötigt.“ Angesichts von knapp 345.000 Übernachtungsgästen und knapp 520.000 Tagesgästen in 2015 sicher kein verwegener Wunsch.

Aber selbst wenn der St. Peteraner RTW unterwegs sein sollte, sind immer noch Rettungskräfte vor Ort, nämlich die Ehrenamtler der DLRG St. Peter-Ording. Sie rücken als so genannte First Responder dann aus, wenn der RTW beschäftigt ist. 25 Helfer stehen bereit, darunter auch Notärzte, Rettungssanitäter und Notfallsanitäter, wie Johann Stauch, Vorsitzender der DLRG, erläutert. „Wir übernehmen alles, von der Geburt bis zum Herzinfarkt. Wir stabilisieren die Betroffenen, die dann vom Rettungsdienst des Kreises ins Krankenhaus gebracht werden. In diesem Jahr wurden wir schon 50 Mal gerufen.“ Seit 2007 ist die DLRG vom Kreis Nordfriesland mit dem First Responder-Dienst beauftragt, so Stauch.

Die frühere Rettungswache in St. Peter-Ording bestand von 1965 bis 2000. Sie wurde damals im Zuge einer landesweiten Neuplanung von Rettungswachen aufgelöst und durch einen Neubau in Garding ersetzt.

Die Kreisverwaltung weist daraufhin, dass diese Maßnahme nichts mit der Schließung der Klinik in Tönning zu tun habe. Medizinische Notfälle aus Eiderstedt seien schon seit Jahren nicht mehr nach Tönning, sondern in die deutlich besser ausgestatteten Kliniken in Husum und Heide gebracht worden.

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