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Natur auf Eiderstedt : Mehr Platz für Frosch und Kiebitz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei Tating soll ein neuer Lebensraum für seltene Tiere entstehen.

Ein Schlaraffenland für Wiesenvögel und Amphibien soll die große Grünlandfläche westlich von Tating einmal werden. Derzeit wird auf dem 45 Hektar großen Gebiet neben dem Golfplatz noch fleißig gearbeitet. Da müssen Gräben von Bewuchs und Schlamm befreit werden, so dass sie sich wieder mit Wasser füllen können, da müssen Überwege über die Gräben und Hecktore sowie Kleingewässer angelegt werden. Aus dem intensiv genutzten Wirtschaftsgrünland soll wieder arten- und strukturreiches Feuchtgrünland werden.

„Ein Lebensraum, der in Schleswig-Holstein Mangelware geworden ist“, erklärt Gudrun Beuck, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein im Bereich Nordfriesland. Die Flächen wie rund 350 Hektar auf Eiderstedt auch gehören der Stiftung. Sie wird sich künftig um die Unterhaltung kümmern. Die Ausgleichsagentur SH, eine hundertprozentige Tochter der Stiftung, ist für die Umgestaltung zuständig. Denn es handelt sich um eine Ausgleichsfläche. Aus der landwirtschaftlichen Nutzung fällt das Gebiet aber nicht raus, es ist an einen Landwirt verpachtet, der dort extensiv Rinder hält.

Im Frühjahr war mit den Arbeiten unter Aufsicht von Claus Ivens, Landwirt und Naturschützer aus Kotzenbüll, begonnen worden. „Während der Brutzeit haben wir aber ausgesetzt und jetzt nach dem 15. August wieder begonnen“, so Ivens. Und es muss einiges getan werden, damit Amphibien wie der Grasfrosch und speziell der vom Aussterben bedrohte und streng geschützte Moorfrosch, sowie Wiesenvögel wie Kiebitz und Rotschenkel sich auf dem Areal wieder wohlfühlen. Da einige Jahrzehnte nicht in die Pflege der Gräben investiert worden war, sind sie verschlammt und zugewachsen. Mehr als 3000 Meter müssen geräumt werden. Mit dem Aushub werden Überfahrten zwischen den einzelnen Flächen und Wasserstaue angelegt. Diese sind wichtig, so Ivens, damit das Wasser im Frühjahr und Sommer auf dem Areal gehalten wird. Über ein schwenkbares Rohr können die Wasserstände reguliert werden.

Auf jeder Weide wird ferner eine Tränkekuhle angelegt, an dessen feuchten Rändern die Wiesenvögel nach Insekten stochern können. Auch die Grabenränder sollen ihnen als Jagdrevier dienen. Deswegen werden sie auch nicht eingezäunt, wie Heinrich Rottmann erläutert. Ein hoher Wasserstand soll als natürliche Begrenzung dienen. Die Rinder, die dort weiden, werden den Uferbereich abgrasen. Das hat noch einen zweiten positiven Effekt: Die Gräben wachsen nicht wieder zu, die Amphibien und andere Tierarten, speziell Insekten, können sich dort tummeln. Auf den Weideflächen werden noch weitere Flachwasserzonen als Revier für sie geschaffen, so genannte Blenken.

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