Wirtschaft in Husum : Mehr Fläche für das Gewerbegebiet

Rot umrandet ist hier das große, neu angekaufte Areal markiert. Die gestrichelte Umrandung zeigt die Multifunktionsfläche und das umrandete Gebiet rechts oben ist für den Schwimmbad-Neubau vorgesehen, Karte: Maps / Grafik: Lundt
Rot umrandet ist hier das große, neu angekaufte Areal markiert. Die gestrichelte Umrandung zeigt die Multifunktionsfläche und das umrandete Gebiet rechts oben ist für den Schwimmbad-Neubau vorgesehen, Karte: Maps / Grafik: Lundt

Die Stadt hat knapp 22 Hektar für die Erweiterung dazu gekauft und ist nun einziger Anbieter für Großgrundstücke an der Westküste.

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22. August 2018, 05:36 Uhr

Husum kann sich wirtschaftlich weiterentwickeln – und zwar gleich auf der Größe von 45 Fußballfeldern: Im ersten Halbjahr hat die Stadt 21,7 Hektar zwischen der Bundesstraße 5 und dem Engelsburger Weg gekauft (siehe Karte). Dazu rechnet Kämmerer Dirk Pohlmann 3,7 Hektar noch nicht erschlossener Altbestand – und die Multifunktionsfläche von 3,2 Hektar. „Damit hätten wir maximal 28,6 Hektar zur Verfügung“, so Pohlmann. Derzeit umfasst das Gewerbegebiet Ost 134 Hektar. Die hohen Gewerbesteuernachzahlungen der vergangenen Jahre hätten den Ankauf der Fläche von den fünf Eigentümern ermöglicht. „Da war die Stadt seit zehn Jahren dran.“

Die am häufigsten nachgefragte Grundstückgröße für Gewerbeflächen sei 2000 Quadratmeter, so Pohlmann weiter. „Aber wir haben auch schon eine Voranfrage über 30.000 Quadratmeter.“ Hier habe die Storm-Stadt durch den jüngsten Flächenkauf ein Alleinstellungsmerkmal: „Es gibt eine regionale Kooperation Westküste mit der Landesentwicklungsachse Pinneberg, Steinburg, Dithmarschen und Nordfriesland. Hier sind auch die freien Gewerbeflächen katalogisiert – und nirgendwo anders als bei uns können Nachfragen nach derartigen Größenordnungen bedient werden.“

Da die regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften auf diese Katalogisierung zugreifen, werde das auch entsprechend an Interessenten weitervermittelt. „Dennoch müssen wir noch einen Zacken zulegen, was die Vermarktung angeht. Das geht aber erst, wenn wir auch wirklich verkaufen können, wenn also ein Bebauungsplan da drauf liegt und eine Erschließung in Sicht ist.“

Hier geht die Stadt vielleicht neue Wege: War die bisherige Strategie, ein Gebiet zunächst in kleinere Stücke zu zerlegen und diese danach zu erschließen, könnte die Reihenfolge jetzt auch umgekehrt werden. „Erst das Gesamtgebiet erschließen und dann portionieren.“

Das gefällt Ole Singelmann, dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Ost (IGO) gut: „Wir wünschen uns ja eine höchstmögliche Flexibilität beim Zuschnitt der Grundstücksgrößen“, sagt er. Oft seien bisher kleinere Größen nachgefragt worden, und da habe man sich mit der Zerstückelung schwer getan. „Andererseits ist die Firma Worminghaus aus dem Gewerbegebiet abgewandert, weil sie einfach nicht ausreichend Fläche bekam, um sich wie gewünscht erweitern zu können.“ Positiv bewertet Singelmann auch, dass die neue Fläche an das alte Gewerbegebiet angeschlossen ist. So bekomme dieses echtes Wachstumspotenzial. „Es ist wichtig, dass eine Zersplitterung vermieden wird.“

Potenzial sieht der Kämmerer übrigens auch bei einem anderen Areal: der Multifunktionsfläche neben dem Obi-Markt. „Es sollte kein Tabu sein, darüber nachzudenken, ob es für diese nicht eine andere Nutzung geben könnte.“ Die Fläche werde ja nicht so häufig gebraucht, formuliert es Pohlmann vorsichtig. Grundsätzlich sei eine Multifunktionsfläche ja nicht schlecht, aber sie könnte auch irgendwo anders liegen im Erweiterungsgebiet.

Das netto dann doch nicht ganz 45 Fußballfelder zur Vermarktung ergeben wird: „Das ist eine sehr feuchte Ecke. Da müssen wir einigen Aufwand treiben, um das Regenwasser abzuleiten, und dafür brauchen wir Fläche.“ So wird es wohl noch dauern, bis sich die ersten Firmen ansiedeln können. „In den nächsten drei Jahren“, ist sich Pohlmann sicher, „wird dort kein Bagger rollen.“

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