125 Jahre Feuerwehr Hattstedt-Wobbenbüll : Mehr Anteilnahme der Bevölkerung erhofft

Das 'Geburtstagskind' hätte sich mehr Anteilnahme der Bevölkerung gewünscht. Foto: Udo Rahn
Das "Geburtstagskind" hätte sich mehr Anteilnahme der Bevölkerung gewünscht. Foto: Udo Rahn

Die Feuerwehr Hattstedt-Wobbenbüll besteht seit 125 Jahren. Anlässlich des Jubiläums kam auch Innenminister Lothar Hay zum Gratulieren. Die Bevölkerung hingegen hielt sich zurück.

Avatar_shz von
07. September 2008, 07:30 Uhr

Hattstedt | Mehr Zaungäste und Anteilnahme der Bevölkerung hätten sich die Blaujacken der Freiwilligen Feuerwehr Hattstedt-Wobbenbüll beim Umzug anlässlich des 125. Stiftungsfestes gewünscht. Voran mit dem Feuerwehrmusikzug, unterstützt durch den Spielmannszug Hattstedt sowie einer Abordnung von 52 Aktiven der Partnerwehr Gerstetten, ging es durch Hattstedt in die Nachbargemeinde Wobbenbüll und zurück.

Beide Gemeinde-Chefs gaben "ihren Männern" einen Empfang. 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hattstedt-Wobbenbüll, war Grund genug für Wehrführer Günther Neumann, zuvor einen offiziellen Festakt zu organisieren. Tenor aller Reden der geladenen Gäste, darunter auch Innenminister Lothar Hay, waren Dank und Anerkennung für die Dienste der Aktiven. Schließlich würden sie an 365 Tagen rund um die Uhr im Dienste für Andere parat stehen. Bei allem Handeln stehe, so der Wehrführer, der Leitsatz "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" im Mittelpunkt.
"Feuerwehren die tragende Säule der Gesellschaft"
Ohne die Feuerwehr, so bekräftigte der Innenminister, fehle den Bürgern beider Gemeinden ein Stück Sicherheit. "Auf 55 ehrenamtliche Helfer vertrauen die Einwohner und damit auf Fähigkeiten wie technisches Wissen, Erfahrungen und Improvisationstalent, und das seit 125 Jahren. Die Feuerwehren stehen kostenlos und uneigennützig zur Verfügung. Sie sind tragende Säule der Gesellschaft, so auch hier", sagte Hay. Die 24 Jugendlichen würden den Nachwuchs sichern. Wünschenswert wäre ein Mehranteil von Frauen in der Einsatzabteilung. Vor der zunehmenden Problematik der Tagesverfügbarkeit, wäre das ein zukunftsorientiertes Denken. Ein solches Denken hätten beide Gemeinden durch ständige Investitionen bewiesen. Mit der Aushändigung einer silbernen Glocke an den Wehrführer bedankte sich der Innenminister für das Engagement.
"Hattstedt war der Bräutigam, Wobbenbüll die Braut."
Mit launigen Worten skizzierte Wobbenbülls Bürgermeister Reinhold Schaer die Gründung. "Hattstedt war der Bräutigam, Wobbenbüll die Braut. Die Mitgift war nicht wenig und die Ehe hat gehalten", meinte er schmunzelnd. Es sei eine kluge und zukunftsweisende Entscheidung gewesen, denn sie gewährleiste bis heute die Sicherheit der Dörfer. Hattstedts Bürgermeister Ralf Heßmann erklärte: "Wir sind stolz auf euch.". Doch auch kritische Worte fanden Platz. Als hätte Hattstedts Pastor Jörn Jebsen, zugleich Notfallseelsorger und Feuerwehrmann, es vorausgesehen, meinte er: "Ich bin gespannt, ob unsere Bürger Anteil nehmen am Umzug und damit dem Jubiläum." Jeder erwarte im Ernstfall schnelle Hilfe wie eine Selbstverständlichkeit. Wenige seien bereit, sich einzusetzen. "Egal, vor Gott und uns Feuerwehrleuten ist jeder gleich", so Jebsen. Der Gedanke "jeder ist sich selbst der Nächste", gelte bei den Wehrleuten nicht. Sie fragten nicht, was sie von ihrem Einsatz in ihrer Freizeit hätten und zudem würden ihre Familien und Partner sie unterstützen. "Es geht nicht um eigene Ehre, sondern Dienst am Nächsten und damit für Gott", bekräftigte er.

Gratulationen gab es von Kreispräsident Albert Pahl, Vertretern des Landes- und Kreisfeuerwehrverbandes, dem stellvertretenden Kreiswehrführer Wolfgang Clasen, Amtswehrführer Manfred Aberle sowie dem stellvertretenden Amtsvorsteher Horst Feddersen. Alle Gemeinden des Amtes Nordsee-Treene zollten durch ihre Bürgermeister oder Vertreter Respekt. Ein Festball beschloss das Jubiläumsfest.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen