Sauna in Schobüll : Mehr als ein Ort zum Schwitzen

Inge Andresen von den Saunafreunden Schobüll, Katja Linow, der neue Pächter Johannes Strasser und Isabell Thomas (Vorsitzende der Schobüller Vertretung).
Inge Andresen von den Saunafreunden Schobüll, Katja Linow, der neue Pächter Johannes Strasser und Isabell Thomas (Vorsitzende der Schobüller Vertretung).

Vor gut einem Jahr setzten sich Schobüller für den Erhalt ihrer Sauna ein. Wir zeigen, wie sich das Projekt entwickelt hat.

shz.de von
03. Januar 2018, 06:00 Uhr

Seit 1967 schwitzen in der Sauna Schobüller und Gäste. Und damit das auch in den nächsten vier Jahren so bleibt, haben sich engagierte Saunagänger vor gut einem Jahr im Schweiße ihres Angesichts zusammengetan. Die Stadt hatte die Sauna mit der Begründung schließen wollen, dass die Sanierung teuer ist und das Gelände in ein paar Jahren ohnehin neu gestaltet werden soll. Nun aber darf die Sauna fünf Jahre bestehen bleiben. Eines davon ist um. Die Husumer Nachrichten haben nachgefragt, ob sich der hitzige Einsatz für die Schobüller Institution gelohnt hat.

„Das erste Jahr ist sehr positiv verlaufen. Alle haben zu uns gehalten“, sagt Inge Andresen, Vertreterin der Saunafreunde Schobüll. Zudem seien viele neue Gäste dazugekommen, weiß eine von vier Sauna-Mitarbeiterinnen, Katja Linow: „Die Mund-zu-Mund-Propaganda läuft sehr viel besser.“

Nur bei der Anzahl der Sommergäste sei noch Luft nach oben, findet Linow: „Viele machen in den warmen Monaten eine Sauna-Pause.“ Gerade in diesem Jahr, als das Freibad geschlossen war, dachten viele, auch die Sauna sei nicht geöffnet. „Aber wenn die Winterzeit so gut läuft, wie in den vergangenen Wochen, dann sind wir zufrieden“, sagt Johannes Strasser, der die Sauna seit November 2016 gepachtet hat. Man brauche durchschnittlich etwa 20 Gäste pro Sauna-Tag, um in den schwarzen Zahlen zu bleiben. „Über das Jahr hatten wir durchschnittlich 22 Gäste – den schwachen Sommer schon eingerechnet“, sagt der Pächter.

Strasser betreibt die Einrichtung privat mit Hilfe von vier Mitarbeitern auf 450-Euro-Basis. Er trägt die Verantwortung, die Stadt kommt für die Gebäudeversicherung auf. Strasser ist direkter Nachbar und selbst Sauna-Gänger. Der 77-Jährige arbeitete lange im Kloster und sei der Stadt und dem Bürgermeister als vertrauenswürdig bekannt, sagt Isabell Thomas: „Das war entscheidend. Ohne einen pflichtbewussten Pächter wäre das Projekt vermutlich gestorben.“

Die Sanierung wurde vom Spendenkonto der Saunafreunde bezahlt. „Wenn wieder eine Sanierung oder große Investitionen anstehen, starten wir einen neuen Aufruf“, sagt Inge Andresen und ist optimistisch, dass es erneut viele Spender geben wird.

Die Sauna hat nun einen neuen Internetauftritt und wirbt mithilfe von Flyern. „Wir sind wie eine große Familie – obwohl jeder, der neu hierher kommt, herzlich willkommen ist“, betont Katja Linow. Von der Bedeutung der Schobüller Sauna für die Gemeinde und die Menschen ist auch Isabell Thomas überzeugt: „Die Sauna ist mehr als ein Ort, an dem Leute schwitzen.“

Die Schobüller Sauna ist montags von 13 bis 22 Uhr sowie dienstags, mittwochs und freitags von 14 bis 22 Uhr geöffnet.

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