Zum Jahreswechsel nach St. Peter-Ording : Meeresluft – Balsam für Leib und Seele

Zu jeder Jahreszeit ist die Seebrücke ein beliebtes Ausflugsziel im Nordseebad.
Zu jeder Jahreszeit ist die Seebrücke ein beliebtes Ausflugsziel im Nordseebad.

Viele Menschen genießen die Feiertage in St. Peter-Ording – und erinnern sich dabei an positive Erlebnisse im ausklingenden Jahr, sei es die Genesung nach langer Krankheit oder eine neue Liebe.

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31. Dezember 2014, 15:00 Uhr

Regenschauer jagen über die Strandpromenade von St. Peter-Ording. Endlich: Nach einer Stunde reißt der Himmel auf. Die fahle Wintersonne bahnt sich den Weg durch die dichten Wolken. Wie von Geisterhand sind plötzlich nicht nur die Geschäfte, Cafés und Restaurants im Bad belebt, sondern auch die Promenade und die Seebrücke. „So stelle ich mir eine Völkerwanderung vor“, sagt schmunzelnd Pensionär Friedrich Schubert aus Bielefeld. „Das müssen wir auch ausnutzen. Wer weiß, ob es trocken bleibt. Wenn ja, gibt es einen tollen Sonnenuntergang“, fährt er fort. Der 69-Jährige hat mit seiner Frau Hannelore bereits die Kaffeepause in der „Arche Noah“ hinter sich. Beide wollen nun einen langen Spaziergang machen – am Meeressaum entlang bis zum Ortsteil Böhl und wieder zurück. Beide lieben die typischen Wetterkapriolen der Küste und den frischen Nordseewind. Einmal mehr möchten sie den Jahreswechsel in ihrer Zweitwohnung im Heilbad ganz für sich allein genießen und Silvester mit einem Gläschen Wein auf das neue Jahr anstoßen. „Wir haben Grund zur Dankbarkeit. Meine Frau hat im Frühjahr eine schwere Krankheit heil überstanden“, erzählt Schubert. Das sei das Beste in 2014 gewesen.

Dem Großstadtmief wollen Kim Lüdders und Ehefrau Beate entfliehen. Die Hamburger verbringen das erste Mal Silvester und Neujahr in St. Peter-Ording. „Wir haben eine schnuckelige Ferienwohnung, wollen viel am Strand sein, zusammen mit unserem Sohn spielen, einfach ausspannen und die Seele baumeln lassen“, beschreibt der 30-Jährige seine Pläne. Gerade macht der achtjährige Sven den Lenkdrachen klar. Doch so recht will das auch mit Vaters Hilfe nicht gelingen. „Es ist jetzt gerade zu wenig Wind. Wir versuchen es morgen wieder“, beruhigt ihn der Familienvater. Die gute Nachricht 2014 sei gewesen, dass seine Ehefrau nach einigen Jahren einen neuen, lukrativen Job gefunden habe. Die Liebe ihres Lebens dagegen hat die 21-jährige Sonja Samuelsen aus Hannover im Herbst gefunden. Mit Freund Olaf hat sie sich für eine Woche in einem Ordinger Hotel eingemietet. „Das war mein schönstes Geschenk in diesem Jahr. Wir wollen viel Zeit miteinander verbringen und Silvester auf der Meile mit Freunden die Silvesterparty mitfeiern“, berichtet die frisch Verliebte und nimmt ihren Partner fest in den Arm. Aber erst einmal steht noch ein Einkaufsbummel an, danach ein Strandspaziergang. Den Silvester-Crosslauf wollen sie sich auch nicht entgehen lassen.

Tatsächlich werden Urlauber und Einheimische gerade mit einem Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch belohnt. Patrizia Sturm aus Fulda ist hin und weg. Sie bestaunt das Naturschauspiel von der Promenade aus. Schon zwei Wochen ist die Geschäftsfrau im Ort, weil sie eine dreiwöchige Kur macht. Silvester wird sie sich mit weiteren „Kurlaubern“ das Höhenfeuerwerk ansehen. Am Neujahrstag wird es kulturell bei der Lesung mit Constanze Wilcken. „Das Gute ist, hier in St. Peter braucht niemand Langeweile haben. Es wird genug für Jung und Alt geboten“, sagt sie. Ihre Wünsche für das neue Jahr formuliert sie schlicht und einfach: „Gesundheit, Gesundheit und nochmal Gesundheit. Die ist wichtiger als alles andere.“ Das habe sie gerade in diesem Jahr hautnah selbst erlebt und daher sei das ihre gute Botschaft. „Mein Mann hat 2014 großes Glück gehabt. Seine verlorenen Papiere und 500 Euro Bargeld im Portemonnaie haben ehrliche Finder zurückgegeben“, beschreibt Marianne Hansen aus Neumünster das gute Erlebnis des Jahres. Beide sind für einen Kurztrip an die Nordsee gefahren, um einfach mal „auszulüften“. St. Peter sei immer eine Reise wert. Ihr Wunsch für alle Menschen sei Frieden, doch dazu gehörten immer zwei Seiten.

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