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Warteliste mit 20 Kindern : Max und Milla gehörig unter Druck

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Nachmittags-Betreuung von Kindern stößt der Kapazitätsgrenzen: Für die Bürger- und Klaus-Groth-Schule in Husum gibt es mittlerweile Wartelisten.

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erstellt am 04.Nov.2014 | 11:30 Uhr

„Aktuell haben wir für dieses Problem keine Lösung“, räumt Axel Fischer ein. Der Mann aus dem Hauptamt spricht über die Situation der Nachmittags-Betreuung von Kindern durch Max & Milla. Das Projekt des Kinderschutzbundes-Nord stoße sowohl in der Bürger- als auch in der Klaus-Groth-Schule an räumliche und finanzielle Grenzen, erläuterte Fischer dem Ausschuss für Schule, Kultur und Sport in dessen jüngster Sitzung im Rathaus.

Gregor Crone bestätigt das. „In der Bürgerschule haben wir rund 20 Kinder auf der Warteliste, in der Klaus-Groth-Schule sind es weniger“, sagt der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Nord. „Aber auch da sind wir proppenvoll.“ Finanzielle Sorgen plagen Crone nicht. „Pro Schule bekommen wir von der Stadt 62.000 Euro – plus Elternbeiträge für die Verpflegung. Damit kommen wir aus.“

Die räumliche Situation sei aber in der Tat misslich, umso mehr, als „unter den Bewerbern sehr viele Flüchtlingskinder sind“, wie Fischer im Schulausschuss berichtet. „Da müssen wir etwas machen“, sind sich die Mitglieder des Gremiums einig. Das sieht auch Crone so und begrüßt die Gründung einer verwaltungsinternen Arbeitsgruppe, die in Kooperation mit Schulen und Trägervereinen an einem Konzept arbeitet, wie Betreuungsstrukturen und -angebote im Jahr 2020 aussehen könnten. Erste Ergebnisse würden 2015 vorgelegt, kündigt Fischer an.

Derweil ist Crones Versuch, sofortige Abhilfe zu schaffen, vorerst gescheitert: „Seit Mai versuche ich, das Parkcafé an der abgerissenen Kongresshalle als Ausweichquartier zu bekommen.“ Das Gebäude liegt in der Nähe der Bürgerschule. Hier könnten Kinder zwischen 11.30 und 15 Uhr etwas zu Essen erhalten und bei den Hausaufgaben betreut werden, sagt er. Doch dieser Traum ist ausgeträumt, da das Gebäude an einen Investor verkauft werden soll, der dort nach Informationen unserer Zeitung Senioren-gerechte Wohnungen bauen will. Für Crone die schlechtere Lösung, denn eine Alternative in unmittelbarer Nachbarschaft der Bürgerschule gibt es nicht.

Gerade diese Schule hat aufgrund ihrer zentralen Lage und im Vergleich zu anderen Grundschulen noch ein Problem: Sie ist für sämtliche Kinder zwischen Tönning und Bredstedt zuständig, die noch kein Deutsch sprechen. Erst danach werden sie auf die Regelklassen verteilt, erklärt Crone. „Das macht auch Sinn – erhöht aber enorm den Druck.“

Hinzu kommt, dass die Zahl der Flüchtlingskinder beständig zunimmt. „Wenn die vormittags in der Schule und nachmittags bei uns wären, sprächen sie nach einem halben Jahr schon ganz passabel Deutsch“, ist er überzeugt. Doch ohne achtstündige Betreuung täglich dauert das natürlich sehr viel länger. Zudem bräuchten gerade diese Kinder eine geordnete Struktur, um sich möglichst schnell und schadlos in ihre neue Umgebung einzufinden. „Das kann man nicht so nebenbei mitmachen. Im Parkcafé hätte man wunderbar auch all jene Kinder versorgen können, die jetzt auf der Straße stehen“, sagt Crone. Aber das hat nicht sollen sein.

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