Bundestagswahl : Matthias Ilgen erleidet Schiffbruch

Matthias Ilgen bei der Stimmabgabe.
Matthias Ilgen bei der Stimmabgabe.

SPD-Bundestagsabgeordneter gerät im Wahlkreis gegenüber Astrid Damerow (CDU) deutlich ins Hintertreffen: 45,1 Prozent für Wahlsiegerin.

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24. September 2017, 23:56 Uhr

Die Frage, ob Astrid Damerow (59) die Mehrheit der Stimmen in Nordfriesland und Dithmarschen-Nord gewinnt, hatte sich im Vorfeld ja nie wirklich gestellt. Schließlich gilt der nördlichste Wahlkreis der Republik bei Urnengängen seit jeher als sichere CDU-Bank. Die letzten SPD-Kandidaten, die bei Bundestagswahlen für rote Ausreißer in der ansonsten von der Farbe Schwarz dominierten Statistik sorgten, waren Manfred Opel (1998: 46,2 Prozent) und Wolfgang Rayer (1980: 44,9 Prozent).

Ein historisch schwerer Stand also für die Sozialdemokraten, dem auch nicht so einfach mit unkonventionellen Wahlkampf-Methoden à la Axt im Walde beizukommen ist. Das musste gestern – nicht ganz unerwartet – auch Matthias Ilgen (33) erfahren. Womit wir bei der Frage sind, die (siehe oben) in der Regel von größerem Interesse ist: Wie groß ist der Abstand auf den Abonnementssieger aus den Reihen der CDU, der die Berliner Luft immer schon gefühlt vor Schließung der Wahllokale einatmet? Was das angeht, so erlitt der Bundestagsabgeordnete im Vergleich zu Damerow regelrecht Schiffbruch: 25,2 Prozent der Stimmen konnte er am Ende auf sich vereinigen – und lag damit 19,9 Prozent hinter seiner Kontrahentin.

Da war es fast spannender, zu sehen, wie sich das Rennen hinter den Kandidaten der beiden stärksten Parteien im Wahlkreis entwickelte. Obwohl sich dabei schnell abzeichnete, dass Arfst Wagner (Bündnis 90  /  Die Grünen) in der Gunst der Wähler relativ sicher auf Platz drei landen würde. Am Ende verbuchte der 63-jährige Landesvorsitzende seiner Partei 9,5 Prozent der Stimmen. Hinter Wagner landeten FDP-Kandidat Berthold Brodersen (65) mit 8,1, AfD-Vertreter Jürgen Izdebski (63) mit 5,9 und der für Die Linke angetretene Michael Schilke (52) mit 5,2 Prozent. Michael Potthast (52), Freier Wähler aus Dithmarschen, kam auf 1,2 Prozent.

Doch die strahlende Wahlsiegerin ist Astrid Damerow: Die künftige Bundestagsabgeordnete aus Karlum, auf Platz fünf der CDU-Landesliste, holte 45,1 Prozent – und damit 62  260 Stimmen. Von den 186  384 Wahlberechtigten im Wahlkreis 2 traten tatsächlich 139  200 an die Urnen. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 74,7 Prozent. Vor vier Jahren machten nur 70,6 Prozent von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch.

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