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Husumer Nachrichten

20. November 2017 | 20:18 Uhr

Marschbahn zügig ausbauen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Verkehrsforum Westküste tagt in Brunsbüttel: Politiker und Unternehmer sehen bei der Infrastruktur erheblichen Sanierungsbedarf

von
erstellt am 10.Apr.2014 | 19:05 Uhr

Die bereits begonnenen Infrastruktur-Maßnahmen im Lande müssen zügig realisiert werden. Das forderte Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen gestern in Brunsbüttel. Harrsen ist zurzeit Vorsitzender der Regionalen Kooperation A 23 / B 5, die im Verwaltungsgebäude des Elbehafens zur zweiten Veranstaltung der Reihe „Verkehrsforum Westküste“ eingeladen hatte. Im Fokus stand diesmal das Thema Schienenverkehr – und hier besonders die Marschbahn, die Hamburg mit den Tourismuszentren in Dithmarschen und Nordfriesland verbindet und zu den Bahnstrecken mit der höchsten Fahrgastnachfrage im nördlichsten Bundesland gehört.

In Schleswig-Holstein sei der Transport auf allen Ebenen problematisch, erkärte Harrsen in seiner Begrüßung. In diesem Zusammenhang sprach er sowohl den stockenden Ausbau der Straßenverbindungen, als auch die marode Rader Hochbrücke und den Nord-Ostsee-Kanal beziehungsweise den Bau der fünften Schleusenkammer an. Alle Teilnehmer waren der Ansicht, dass die Diskussionen um die Finanzierung für den Bau der Kammer nicht akzeptabel seien, heißt es dazu weiter in einer Pressemitteilung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Flensburg. Die meistbefahrene internationale Seewasserstraße der Welt müsse wettbewerbsfähig gemacht werden.

Die Marschbahn befördert auf der Strecke zwischen Niebüll und Westerland bis zu drei Millionen Fahrgäste pro Jahr. Jeder vierte Passagier der Fähren von Föhr nach Amrum nutzt zudem die Bahnverbindung von Niebüll nach Dagebüll. Da die Kapazitäten auf dem Hindenburgdamm nahezu ausgeschöpft sind und die Fahrzeit zwischen Hamburg und Westerland reduziert werden muss, ist ein Ausbau der Westküstenbahn dringend erforderlich. „Die langfristige Strategie der Deutschen Bahn AG zielt auf den nachhaltigen Erhalt und den bedarfsgerechten Ausbau des Schienennetzes ab, um auch in Zukunft einen hochwertigen Eisenbahnbetrieb anbieten zu können – in Norddeutschland ist die Erhöhung der Kapazität des Eisenbahnknotens Hamburg dabei von hoher Bedeutung“, betonte Manuela Herbort, Konzernbevollmächtige der Deutschen Bahn AG für Hamburg und Schleswig-Holstein. „Aber auch an anderen Stellen modernisieren wir sukzessive unsere Anlagen, wie zum Beispiel durch den Bau moderner Stellwerkstechnik entlang der Marschbahn.“ Allerdings sei die große Herausforderung, vor dem Hintergrund des bestehenden Bedarfs an Mitteln „eine auskömmliche Finanzierung der Schieneninfrastruktur sicherzustellen“.

Staatssekretär Dr. Frank Nägele betonte die Bedeutung der Schienen auch für den Wirtschaftsraum Brunsbüttel und die Häfen an der Westküste. „Es fahren moderne, komfortable und barrierefreie Wagen. Die Eisenbahnwerkstatt in Husum bietet interessante Arbeitsplätze an der Westküste“, sagte Nägele. „Und ab 2016 werden wir neue Lokomotiven an der Westküste einsetzen. Die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Angebotes wird dadurch nochmals deutlich verbessert.“

Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH, ging auf die Notwendigkeit einer leistungsfähigen Hinterland-Anbindung an das Schienennetz ein. Die Häfen an der Westküste stünden als Wirtschaftshäfen nur bedingt im Fokus der Bahn. Auch die Unternehmen im Chemcoastpark Brunsbüttel würden schon lange die zweigleisige elektrifizierte Anbindung des Industrieparks fordern, um die Verladung und den Versand der Produkte zu forcieren.

In der Diskussion wurde deutlich, dass bei der Infrastruktur an der Westküste erheblicher Sanierungs- und Ausbaubedarf besteht, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes langfristig zu sichern. Alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass die Schienen-, Straßen- und Wasserstraßeninfrastruktur zügig ausgebaut werden muss, um den Unternehmen weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. In einem Positionspapier, das Dithmarschens Landrat Dr. Jörn Klimant am Vorabend im Rahmen des Parlamentarischen Abends in Berlin überreicht hat, werden die Forderungen der Region aufgelistet.

Die Veranstaltungsreihe „Verkehrsforum Westküste“ befasst sich mit unterschiedlichen Verkehrsthemen aus der Region. Ziel ist es, den Informations- und Gedankenaustausch zwischen Unternehmern und Politik zu fördern. 2012 hatten sich die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen, Pinneberg, Steinburg, die IHKs zu Flensburg und zu Kiel sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Kreise zur Regionalen Kooperation A 23 / B 5 zusammengeschlossen, um das gemeinsam erarbeitete regionale Entwicklungskonzept für die Landesentwicklungsachse A 23 / B 5 umzusetzen.



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