Pendlerinitiative in Berlin : Marschbahn: Signale richtig gestellt

Auf der Marschbahn kommt es immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen.
Auf der Marschbahn kommt es immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen.

Auf der Marschbahn muss rasch etwas geschehen. Da sind sich Pendlerinitiative und Verkehrs-Staatssekretär einig.

shz.de von
06. Juli 2018, 13:00 Uhr

Vertreter der Marschbahn-Pendlerinitiative sind in Berlin mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann, zusammengekommen. Das Gespräch hatte die Bundestagsabgeordnete für Nordfriesland/Dithmarschen-Nord und Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Nordfriesland, Astrid Damerow, vermittelt.

„Die Situation der Marschbahn ist eine große Belastung für die Region. Die Pendlerinitiative leistet dabei eine äußerst wichtige Aufgabe: Sie engagiert sich für die Belange der Pendler und leistet konkrete Hilfe. Deshalb hat der CDU-Kreisverband Nordfriesland der Pendlerinitiative den Preis für bürgerschaftliches Engagement verliehen.“

Der Sprecher der Pendlerinitiative, Achim Bonnichsen, schilderte dem Staatssekretär laut Mitteilung die Sorgen und die Verärgerung der Pendler: „Im Mai 2018 verzeichneten wir 115 Zugausfälle, im Juni waren es 38. Pro Tag hatte die Bahn 400 bis 700 Minuten Verspätung. Tausende Pendler kommen zu spät zur Arbeit. Viele Menschen verlassen die Insel Sylt deshalb. Der Fachkräftemangel nimmt zu und die Unternehmen haben Existenzangst.“ Martina Schulz ergänzte: „Viele Frauen mit Kindern nehmen nur Halbtags-Jobs an. Sie sind aber den ganzen Tag unterwegs, weil sie zur An- und Abreise zur Arbeit infolge der Verspätungen und Ausfälle den halben Tag unterwegs sind.“

Astrid Damerow wies in dem Gespräch auf die Verantwortung der Deutschen Bahn hin, die Pendler besser zu betreuen, mehr Informationen zu geben und auch die sanitären Bedingungen auf den Bahnhöfen und in den Zügen zu verbessern. „Es gibt viele Züge, in denen die Zugbegleiter ausfallen, weil sie selbst mit der Bahn Verspätungen haben.“

Staatssekretär Enak Ferlemann erklärte demnach: Die Lage auf der Marschbahn sei katastrophal und es müsse dringend Abhilfe geschaffen werden. Sylt sei eine der schönsten deutschen Inseln und diese müsse per Schiene erreichbar sein. Über Jahrzehnte sei zu wenig Geld in die Infrastruktur geflossen. Langfristige Abhilfe könne durch den zweigleisigen Ausbau der Marschbahn erfolgen.

Der Bund werde im zweiten Halbjahr 2018 entscheiden, ob die Strecke Niebüll-Westerland in den vordringlichen Be-darf des Bundesverkehrswegeplans hochgestuft werde, so Ferlemann. Geprüft werde außerdem die Option der „Legalplanung“, bei der in Pilotprojekten das Baurecht durch Maßnahmerecht angewandt werden soll. Eine gewisse Entlastung könne die zügige Verlängerung der Ausweichstrecke Lehnshallig bringen. Bis 2019 würden die Bahnsteige verlängert. Entlastungen bringe auch der Einsatz von Doppelstockzügen, damit mehr Pendler Platz finden. Ferlemann betonte, die Initiative leiste hervorragende Arbeit.

Achim Bonnichsen zeigte sich angetan, dass der Staatssekretär so gut über die Situation informiert ist. „Der Bund kann insbesondere den zweigleisigen Ausbau vorantreiben“, bekräftigte der Sprecher der Pendlerinitiative. „Die Prüfung muss jetzt abgewartet werden, aber der politische Wille ist sichtbar. Auch die Landesregierung ist in der Verantwortung. Die Bahn hat da-für zu sorgen, die Pendler endlich optimal zu betreuen“, so Bonnichsen. Und: „Aus Berlin kommen die richtigen Signale. Wir werden das positiv mit nach Hause nehmen.“

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