Nordfriesland : Marschbahn-Misere: Kreistag fordert einstimmig Vorrang für zwei Gleise

Züge im Klanxbüller Bahnhof
Züge im Klanxbüller Bahnhof. /Symbolfoto

Um den zweigleisigen Ausbau der Marschbahn voranzutreiben, soll nun Druck auf Bund und Land gemacht werden.

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15. Dezember 2017, 07:00 Uhr

Der Kreistag macht mit Blick auf die Marschbahn-Misere Nägel mit Köpfen: In seiner Sitzung am Freitag im Husumer Kreishaus haben alle sieben Fraktionen einen gemeinsamen Vorstoß Richtung Berlin unternommen. Bei Bundestag und -regierung soll beantragt werden, die Bahnstrecke Niebüll-Klanxbüll im Bundesverkehrswegeplan vom potenziellen in den vordringlichen Bedarf hochzustufen. Die Landesregierung soll diesen Antrag wie zugesagt unterstützen.

Der Bundesverkehrswegeplan in seiner jetzigen Fassung gilt bis zum Jahr 2030. Bis dahin dürfte der zweigleisige Ausbau des Abschnittes Niebüll-Klanxbüll mit seiner jetzigen Dringlichkeitsstufe kaum realisiert werden. Durch Entscheidung des Bundestages können Projekte aber in den vordringlichen Bedarf aufsteigen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Neben der reinen Kosten-Nutzen-Analyse möchte der Kreistag deshalb auch die Sylter Sondersituation, die prekäre Lage auf der Strecke und volkswirtschaftliche Aspekte berücksichtigt wissen.

Soforthilfe für Pendler

Auf Initiative der SPD beschäftigten sich die Kreistags-Fraktionen explizit mit dem zweigleisigen Ausbau des Abschnittes zwischen Morsum und Westerland. Denn im Gegensatz zu Ausführungen von Verkehrsminister Bernd Buchholz in der Sondersitzung des Kreistages steht der zweigleisige Ausbau von Morsum bis Westerland „in überhaupt keinem Bedarf des Bundes“, so die SPD-Fraktion. Wenn dort vor 2030 – vor dem dann zu beschließenden Bundesverkehrswegeplan 2045 – etwas erreicht werden soll, liege es beim Land, unter Verwendung von Regionalisierungsmitteln, auf Sylt in puncto Zweigleisigkeit Lückenschlüsse zu veranlassen. Diese Forderung wird nun ebenfalls in einem Antrag aller Fraktionen aufgegriffen.

Überdies pocht die SPD darauf, dass den gebeutelten Pendlern sofort geholfen wird. So müsse geprüft werden, ob die von Nah.SH bestellten Beförderungskapazitäten – insbesondere in Spitzenzeiten – ausreichend sind. Wenn aber zusätzliche Verbindungen und längere Züge erforderlich sind, „ist das Land gefordert, entsprechende Bestellungen aufzugeben und zu bezahlen“, so SPD-Fraktions-Chef Thomas Nissen.

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