Nach der Pannenserie : Marschbahn: Landrat fordert Investitionsprogramm

Immer wieder Stein des Anstoßes: die Marschbahn-Strecke an der Westküste.
Immer wieder Stein des Anstoßes: die Marschbahn-Strecke an der Westküste.

Angesichts der Pannenserie auf der Marschbahn-Strecke platzt Nordfrieslands Landrat der Kragen. Er fordert vom Land ein Investitionsprogramm.

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29. September 2017, 14:00 Uhr

„Es reicht! Die ständigen Rückschläge auf der Marschbahn sind wirklich nicht mehr auszuhalten“, schimpfte gestern Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen. „Jetzt hat die DB Regio durch Fehler im Betrieb auch noch die Räder ihrer Waggons beschädigt. Wie kann es sein, dass die Reparaturmaschine in Hamburg ausgefallen ist? Wurde da wieder an der falschen Stelle gespart?“

Harrsen bezeichnet es in einer Erklärung als Skandal, dass die Räder 150 Kilometer bis nach Hannover gebracht werden müssen, um repariert zu werden. „Auf der ohnehin extrem gebeutelten Marschbahn führt das zu weiteren Zugausfällen und Verzögerungen. Und das Land und die Verkehrsservice-Gesellschaft Nah.SH reagieren erneut nur mit punktuellen Maßnahmen, während die Bahnpendler sehen können, wo sie bleiben. So kann es nicht weitergehen.“

Harrsen fordert deshalb das Land auf, „die Froschperspektive zu verlassen“ und stattdessen das ganze System ins Auge zu nehmen: Der hochgelobte Wettbewerb auf der Schiene führe zu Sparmaßnahmen und Kürzungen, die die Fahrgäste ausbaden müssen. Die Infrastruktur verrotte, es fehle an Personal, die Menschen leiden, und an den Klimaschutz denke ohnehin niemand mehr. „Wir brauchen kein Kleinklein, sondern ein echtes Investitionsprogramm für den Schienenverkehr in Schleswig-Holstein, das seinen Namen auch verdient“, bekräftigte der Landrat. Dabei erinnerte er daran, dass die schadhaften Waggons dem Finanzinvestor Paribus gehören. Dieser vermiete das rollende Material an das Land. Hinter Paribus stehe eine Investmentgesellschaft, die ihre vertraglichen Pflichten hier offensichtlich verletzt. „Trotz meiner Nachfragen habe ich weder vom Land noch von Nah.SH Auskunft erhalten, ob gegenüber Paribus Schadensersatzforderungen geltend gemacht worden sind. Ich vermute, dass das Land weiterhin in jedem Jahr Millionenbeträge an das private Unternehmen überweist, ohne dessen Leistung zu hinterfragen.“

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