25 Jahre Schifffahrtsmuseum : Maritimes als Touristen-Attraktion

Die Mischung aus Orginalexponaten, Modellen, Karten und Bildern fasziniert Groß und Klein.
Die Mischung aus Orginalexponaten, Modellen, Karten und Bildern fasziniert Groß und Klein.

Seit einem Vierteljahrhundert wird im Schifffahrtsmuseum Nordfriesland in Husum regionale und überregionale Seefahrts-Geschichte präsentiert. Das Haus lockt Besucher mit zum Teil einzigartigen Exponaten, wie dem Wrack des Uelvesbüller Frachtseglers.

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25. Juni 2014, 13:00 Uhr

Es ist einer der großen touristischen Anziehungspunkte der Stadt und präsentiert sich in perfekter Lage: Das Schifffahrtsmuseum Nordfriesland, direkt an der Ostseite des Binnenhafens gelegen, feiert sein 25-jähriges Bestehen. Eröffnet wurde es „so ganz nebenbei“, wie sich Museumsleiterin Karin Cohrs und Astrid Cohrs-Dreessen als Vorsitzende des Förderkreises in der Einladung zum Jubiläums-Empfang ausdrücken, am ersten Abend des Deutschen Seeschifffahrtstages, der vom 1. bis 4. Juni 1989 in Husum stattfand.

So ganz nebenbei war es denn doch nicht gewesen, denn das Museum hat eine Vorgeschichte. Begonnen hatte eigentlich alles damit, dass Karin Cohrs und ihr 2009 verstorbener Mann Peter Cohrs sen. an der Hafenkaimauer einen großen Anker aufstellen wollten – als Symbol für die glückliche Heimkehr der Schiffer und Fischer. Gedacht war der Anker als Geschenk an die Bürger der Stadt. Deren damaliger Bürgermeister Martin Kneer mochte sich allerdings gar nicht mit der Idee anfreunden. Und so kam dem Ehepaar Cohrs zum ersten Mal der Gedanke an die Gründung eines Schifffahrtsmuseums.

Stolze 50.000 D-Mark spendete die Familie dafür als Grundlage. Das Geld übergab Cohrs sen. treuhänderisch an den Nautischen Verein Nordfriesland und die Stiftung zur Erhaltung des Husumer Stadtbildes. Eine Vereinigung, die sich des Themas konkret hätte annehmen können, gab es da aber noch nicht, so dass die Umsetzung der Idee auf sich warten ließ.

Zu lange, fand Cohrs sen., nahm das Projekt selbst in die Hand und gründete den Verein Schifffahrtsmuseum Nordfriesland. Landrat a. D. Dr. Klaus Petersen übernahm dessen Vorsitz. Als Standort für das künftige Museum wurde im November 1987 das prächtige, im Jahre 1901 errichtete Gebäude der Landeszentralbank am Zingel gekauft, das seit dem Umzug der Bundesbank-Filiale ein Vierteljahr zuvor leer stand. Die Kaufsumme soll 400.000 D-Mark betragen haben. Im Rückblick muss man dankbar dafür sein, dass sich die ursprüngliche Idee nicht durchgesetzt hat, denn das Schifffahrtsmuseum, das schließlich mit Hilfe der Karin-und-Peter-Cohrs-Stiftung und einiger Sponsoren eingerichtet wurde, ist natürlich eine wesentlich größere Attraktion als ein einsamer Anker am Hafen.

Als Aufgabe wurde dem frisch gegründeten Museum gesetzt, die Schifffahrtsgeschichte Nordfrieslands darzustellen und zu dokumentieren – in Form von Original-Exponaten, Modellen, auf Schautafeln und Gemälden oder Fotos. Sogar Peter Tamm, langjähriger Vorstandschef des Axel-Springer-Verlages und Besitzer der größten Privatsammlung zur Schifffahrts- und Marinegeschichte, zeigte sich von der neuen Institution, die da an der Westküste ins Leben gerufen worden war, beeindruckt und stellte Exponate für eine Sonderausstellung zur Verfügung. Die wurde bis September 1989 gezeigt und eignete sich gut dazu, schon in der Anfangszeit die Besucher anzulocken.

Heute – ein Vierteljahrhundert später – zählt das Haus zu den größten und meistbesuchten Museen des Landes. War die Ausstellung in der ersten Zeit noch auf das Erdgeschoss begrenzt, so werden heute alle Räume vom Keller bis zum ausgebauten Dachboden für die ständigen Präsentationen und für regelmäßige Sonderschauen genutzt. Dazu kommen noch die Exponate auf dem Freigelände und als ausgelagerte Attraktion der Tonnenleger „Hildegard“ auf der Slipanlage des Rathauses. Ein Unikat ist das Uelvesbüller Wrack: ein Frachtsegler, der vor 400 Jahren bei Uelvesbüll strandete und 1994 geborgen wurde. Für dieses Schiff wurde extra eine Halle angebaut, in der eine Klimaanlage konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit garantiert, um das in Zuckerlösung konservierte Holz des Bootes zu erhalten.

Am Donnerstag (26. Juni)  wird das Jubiläum, von 17 Uhr an, mit einem Empfang für geladene Gäste gefeiert.
 

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