Shopping-Center für Husum : „Mare“ soll die Kundschaft locken

Statt einer geraden Achse ist ein geschwungener Weg durch die große City-Mall geplant.
Foto:
1 von 2
Statt einer geraden Achse ist ein geschwungener Weg durch die große City-Mall geplant.

Große Resonanz bei der Vorstellung im Umwelt- und Planungsausschuss: Das Hertie-Haus weicht einem modernen Einkaufszentrum mit 10.000 bis 12.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. 2018 soll Eröffnung sein.

von
31. Januar 2015, 16:00 Uhr

Dass eine Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses knapp hundert Zuschauer anzieht, ist eher selten. Doch bei der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums waren die Ränge im Ratssaal dicht gedrängt, und selbst auf der Empore warteten Bürger auf die Vorstellung der Pläne für das Einkaufszentrum, das anstelle des ehemaligen Hertie-Hauses in der Husumer Innenstadt entstehen soll.

Nach dem Eigentümer-Wechsel des Gebäudes ist dem Hamburger Einzelhandels-Spezialisten Prelios Immobilien Management die Entwicklung und Vermietung des geplanten Objektes übertragen worden. Und Prelios-Geschäftsführer Martin Mörl war eingeladen, der gespannten Öffentlichkeit die Ideen seines Unternehmens dafür zu präsentieren. Doch zuvor hatte der Ausschussvorsitzende Dr. Ulf von Hielmcrone noch eine Idee: „Wenn das südlichste Prelios-Einkaufszentrum am Bodensee ,Lagos‘ heißt, müsste das nördlichste in Husum doch den Namen ,Mare‘ bekommen“, sinnierte er – und traf damit ganz offensichtlich den Geschmack der Menge.

Doch für solche Feinheiten ist es noch viel zu früh, machte Mörl klar, der zunächst kurz sein Unternehmen vorstellte, das in Deutschland insgesamt eine Million Quadratmeter Verkaufsfläche betreut. Und zwar nach dem Motto „Alles in einer Hand“: „Was wir planen, vermieten wir auch und managen es langfristig.“ In Husum, so führte er ins Thema ein, gebe es in der Innenstadt einen Mangel an Filialisten, die Zugkraft aufweisen – „und dadurch fließt Kaufkraft ab in andere Landesteile“. Ein attraktives Einkaufszentrum könne hier Abhilfe schaffen.

Dafür sei ein passender Mix aus „Magnetmietern“ notwendig: „Ein Lebensmittel-Supermarkt, eine Drogerie, Mode und Textil, Schuhe, Accessoires, Gastronomie, Dienstleistungen und Gesundheit“, zählte er auf. 35 Shops auf 10.000 Quadratmetern Fläche, „vielleicht auch 12.000, wenn wir noch einen weiteren großen Mieter für das Projekt begeistern können“.

Die Planung sehe eine erdgeschossige Mall vor, das Obergeschoss ist für das Center-Management, die Verwaltung und die Haustechnik vorgesehen. Dazu 650 Stellplätze auf dem Flachdach des Komplexes und in einem dreigeschossigen Parkhaus auf der nördlichen Seite mit Zufahrt vom Quickmarkt und der Schlossstraße, von wo aus auch die verdeckte Warenanlieferung erfolgt. „Der Haupteingang ist in der Großstraße, ein weiterer Zugang vom Parkhaus aus. Im Frühjahr 2018 soll Eröffnung sein.“

Das ehemalige Hertie-Gebäude wird dafür komplett abgerissen. Wie die Fassade an der Großstraße aussehen wird, weiß allerdings noch keiner: „Wir entwickeln die Mall von innen heraus“, erläuterte Diplom-Ingenieur Ekkehard Voss vom Hamburger Büro NPS Tchoban Voss, das für die Architektur der Anlage verantwortlich zeichnen wird. Eines ist schon sicher: „Durch den Bau wird sich keine schnurgerade Achse ziehen, sondern ein geschwungener Weg mit Aufweitungen.“ Gestalterisch will er mit den Strukturen, Elementen und Farben spielen, die Husum und Umgebung prägen: „Wasser und Watt, Sonne und Sand, aber auch das Grün der Salzwiesen sollen sich wiederfinden.“ Und die Akzentfarbe Lila werde natürlich ebenfalls berücksichtigt: „Das erwarten die Leute einfach, die von außerhalb nach Husum kommen.“

„Das sind sehr einfühlsame Ideen, die sie da einfließen lassen“, lobte von Hielmcrone. „Ich darf mich hier nicht blamieren, in Husum wohnt Verwandschaft von mir“, entgegnete Voss trocken und fügte hinzu: „Es soll ein unverwechselbarer Bau werden. Wir wollen für jede Stadt eine angepasste Lösung finden.“

Mit diesem Shopping-Center – ob es denn später „Mare“ heißen wird oder anders – solle Husum als „Einkaufsstadt des Nordens“ etabliert werden, so Mörl. „Das bedeutet: mehr Besucher für die Innenstadt, mehr Arbeitsplätze, eine Aufwertung des Stadtbildes.“ Und erfordert ein optimiertes Verkehrskonzept für die City. Aber das ist ja ohnehin in Planung.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen