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Manche trainieren täglich mit vollen Bierfässern

vom

Tauziehen am Sonntag um 10.30 Uhr: Wie Mitarbeiter einer Getränkefirma üben und wie sich Fischer, Schäfer, Soldaten und die "Rescue Ladies" auf den Wettkampf vorbereiten

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Es ist ein ultimativer Spaßfaktor, der während der Hafentage nicht fehlen darf. Seit Jahren kommen zum Tauziehen Tausende Zuschauer. So manche wetten untereinander, wer wohl als erstes in die Fluten des Außenhafens gezogen wird. Zehn Gruppen stehen fest und fiebern diesem trockenen oder nassen Event entgegen.

Seit 1996 nimmt der Sportkegelclub "Sportfreunde Husum" teil. Sie werden mit fast einer Tonne Gesamtgewicht an den Start gehen. Beruflich ist das Team bunt gemischt - vom Einzelhändler über Lehrer bis hin zum Handwerker reicht die Berufspalette. "Eine gezielte Vorbereitung gibt es nicht, die Vorfreude nach dem Tauziehen auf das nächste Kräftemessen ist für uns Ansporn genug", so Teamchef Rüdiger Molzahn.

Zum wiederholten Male nehmen die "Repower Windhunde" teil. "Unsere Teilnehmer kommen aus der Windbranche, sind kräftig von Natur und natürlich höhentauglich", so Norbert Peters. Eine Vorbereitung oder Kräftetraining ist nicht möglich, da die zehn Mann weit zerstreut ihren Dienst in luftigen Höhen machen. "Wenn es mir möglich ist, werde ich noch eine Trainingseinheit durchführen", scherzt Peters. Natürlich hoffen sie, gut abzuschneiden.

Seit Jahren dabei und stets als Favoriten gefürchtet sind auch die Schäfer der Westküste. Sie kommen zum großen Teil aus der Landwirtschaft und bekommen zusammen immerhin fast 1400 Kilogramm auf die Waage. "Seit Juni treffen sie sich wöchentlich zum Schnack aber auch zum Kräftetraining", erzählt Halke Voß. Immerhin nehmen die kräftigen Kerle schon zum 14. Mal am Tauziehen teil. "Natürlich hoffen wir auf den Sieg, doch der Spaß steht an erster Stelle."

Auch die "Beckenrandschwimmer" nehmen die Herausforderung an und packen sich das dicke Tau, das über den Außenhafen gespannt ist. Vom Lageristen über Tischler oder LKW-Fahrer bis hin zum Postboten reichen die Berufszweige. Sie bringen fast eine Tonne auf die Waage, wie Sascha Freimark verriet. Was da auf sie zukommt, kennen sie bereits zu gut. Zum sechsten Mal nehmen sie an dem Wettkampf teil und sind dabei schon mehrmals über die Hafenkante gerutscht. Doch das tut den fröhlichen Kämpfern nichts. Vorbereiten tun sie sich so gut wie nicht. "Wir stellen uns morgens

seelisch und moralisch auf das spannende Spiel ein - und dann gehts los."

Auch "The Expendables" gehören seit elf Jahren zu den bekanntenTeams. Die zehn kräftigen Burschen kommen aus dem Bau- und Stahlbereich und haben aufgrund ihrer beruflichenTätigkeit gut trainierte Muskeln. Einmal die Woche üben sie und spielen das Szenario durch. Natürlich wollen sie als Sieger den Platz verlassen und zumindest das Soldaten-Team baden gehen lassen.

Für viel Spaß sorgen auch die zehn Frauen. Unter dem Namen Rescue Ladies treten sie gegen die bärenstarken Herren an, hatten im vergangenen Jahr tatsächlich einen Titel gewonnen, und der soll in diesem Jahr auch wieder errungen werden. "Wir wurden die Siegerinnen der Herzen, und das wollen wir wiederholen", gibt Melanie Seidler bekannt.

Die Rettungsassistenten des Kreises Nordfriesland nehmen ebenfalls teil, können aber wegen ihres Schichtdienstes nicht üben.

Auch der Fischerverein Husum ist wieder am Start. Als Mitbegründer der Tauziehaktion hat dieser Verein

mit an der Erfolgsgeschichte dieses Festes geschrieben.

Darüber freut sich insbesondere Organisator Hans-Gerhard Rohde. Er wird zwar selbst nicht mehr das dicke Tau in die Hand nehmen, dafür feuert er sein Team mit allen Kräften an. Mit den "Patrioten der Westküste" nehmen Husumer Soldaten teil. "Wir müssen fit sein und unsere Kräfte täglich mobilisieren", stellt Martin Kindel fest. Drei Mal hat die über eine Tonne schwere Mannschaft bisher als Sieger den Hafenkai trockenen Fußes verlassen. Kindel leitet seit zehn Jahren die starke Truppe. "Schön

wärs, wenn zu diesem Jubiläum ein weiterer Sieg hinzukommt." Angemeldet hat sich auch die "Rennleitung", lauter lauter Motorsport-Fans. Mitten auf dem Nürburgring hatten sie entschieden, in Husum zu starten. Zum dritten Mal nehmen die "Schimmelreiter" teil. Die Mitarbeiter einer Getränkefirma üben täglich bei der Arbeit: "Wir schleppen täglich unzählige Fässer", sagt Lars Günther.

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