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Erfolgreiche Nordfriesin : „Man muss sich jeden Tag beweisen“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Von Westre quer durch Deutschland: Moderatorin Diana Serhan berichtet von ihrem langen Weg zum Traumjob – und Heimweh nach Nordfriesland.

Das Mikro könnte man als ihren engsten Kollegen betrachten. Sie spricht mit Prominenten, berichtet über das Weltgeschehen oder geht für Reportagen auf Reisen. Diana Serhan hat sich ihren Traum erfüllt: Die 28-Jährige arbeitet als Moderatorin. Doch bis die Nordfriesin, die im kleinen Westre ausgewachsen ist, das Mikro fest in ihren Händen halten konnte, war es ein langer Weg quer durch die Republik. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet sie von Erfolgen und Rückschlägen – und möchte jungen Menschen Mut machen, ihre großen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

„Schon als Jugendliche habe ich die Menschen bewundert, die so professionell vor der Kamera stehen und die Zuschauer durch die Sendungen führen. Das wollte ich auch machen“, erinnert sich Diana Serhan. Doch es blieb nicht einfach nur bei einer Wunsch-Vorstellung – so wie sich viele Kinder irgendwann einmal vorgenommen haben, Tierärztin oder Feuerwehrmann zu werden. Die Schülerin begann, Nägel mit Köpfen zu machen. Denn ihr war durchaus bewusst, dass sie nicht die einzige ist, die dieses Ziel verfolgt. „Es gibt so viele junge Frauen, die eine Karriere in der Medienbranche anstreben. Es ist ein bisschen so wie bei den Profi-Fußballern: Viele Sportler wollen sich irgendwann dazuzählen – aber nur eine kleine Prozentzahl schafft es“, erklärt sie. „Man muss sehr viel dafür tun. Und ein bisschen Glück gehört auch dazu.“ Eine erste Portion davon hatte Serhan, als einer ihrer Lehrer ihr einen Praktikumsplatz beim ZDF in Düsseldorf besorgte. So eine Chance bekommen nur wenige.

Gleich nachdem ihr 2009 in der Aula des Beruflichen Gymnasiums in Niebüll feierlich das Abitur-Zeugnis überreicht wurde, zog es sie zum Studieren nach Hamburg und Köln. Schwerpunkt: Wirtschaft und Medien. „Als ich wegging, wollte ich die Welt erobern – doch das war nicht so einfach“, sagt Diana Serhan heute lächelnd. Doch bevor sie vor oder hinter die Kamera treten durfte, musste sie auf sämtliche Fußballplätze rund um Halle an der Saale. Damals schrieb sie für die Mitteldeutsche Zeitung ihre ersten Namens-Artikel. Anfangs vor allem über die lokalen Fußball-Größen. „Ich berichte immer noch besonders gern über alles, was mit Sport zu tun hat. Und bunte Boulevard-Themen, die bringen mir auch viel Spaß “, antwortet sie auf die Frage, was denn ihr Steckenpferd sei.

Diana Serhan arbeitete sich immer weiter voran: Im Print-Bereich wollte sie nicht bleiben, deshalb fragte sie beim Stadtsender TV-Halle an, ob sie dort ein Praktikum machen dürfe. Sie durfte. Noch gut kann sie sich an ihre erste An-Moderation erinnern: „Ich machte eine Umfrage zu dem Komponisten Georg Friedrich Händel. Mein Chef forderte mich auf, den Beitrag auch zu moderieren. Dass das später wirklich so gezeigt wird, damit habe ich damals nicht gerechnet.“

Unterdessen beendete sie ihr Master-Studium mit einem Schnitt von 1,3. Sie orientierte sich nach Erfurt, um beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zu arbeiten. „Das ist einfach eine gute Adresse“, ist sie überzeugt. Die nächste Station war Hamburg. Projektmanagement. „Ich wollte sehen, wie es ist, wenn man in der Wirtschaft arbeitet“, erklärt die junge Journalistin. Nebenbei wirkte sie an Mini-Reportagen mit. Darunter waren Beiträge für die Sendung „Taff“, die zur Hauptsendezeit bei Pro  7 läuft. Es folgten Stippvisiten in Frankfurt und Berlin. Bleibt da eigentlich noch Zeit für das Privatleben? „Das ist natürlich fast komplett auf der Strecke geblieben“, räumt sie ein. Vor allem ihr Hobby: das Hip-Hop-Tanzen. Als Schülerin gehörte sie eine Zeit lang sogar zu den Landesbesten, holte diverse Titel. „Dafür bleibt jetzt leider keine Zeit mehr“, erklärt die 28-Jährige.

Mittlerweile ist Diana Serhan beim Vogtland-Radio in Plauen beschäftigt. Von Westsachsen über Ostthüringen bis nach Oberfranken: Rund 130  000 Hörer aus der Region kennen ihre Stimme. Radio sei eine gute Schule, dachte sie sich – und probierte es einfach aus. „Die rote Lampe geht an und man muss voll da sei.“ Absolute Konzentration auf Knopfdruck. Ab und zu käme das Norddeutsche durch, sagt sie schmunzelnd.

Was ist ihr Erfolgsrezept? Netzwerken sei das A und O, ist Serhan überzeugt. Und: „Man muss sich jeden Tag und immer wieder aufs Neue beweisen. Wenn Rückschläge kommen: immer dranbleiben!“ Auch wenn das Risiko hinzufallen extrem groß sei in der Branche, fügt sie hinzu.

So schön es auch sei, viel unterwegs zu sein: Manchmal überkommt die 28-Jährige das Heimweh. Zuletzt war sie an den Weihnachts-Feiertagen im Norden, um ihre Familie und Freunde, die in alle Winde verstreut sind, zu sehen. „ Wenn ich mich Nordfriesland nähere, überkommt mich ein ganz vertrautes Gefühl“, erklärt sie. Und so richtig entspannen, das könne sie am allerbesten im Strandkorb auf Sylt.

Doch für Entspannung habe sie jetzt keine Zeit. Ihre Mittagspause ist vorbei – und in ein paar Minuten leuchtet im Studio die rote Lampe. Dann ist Diana Serhan wieder auf Sendung.

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erstellt am 14.Mai.2017 | 12:00 Uhr

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