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Hundertwasser und Monet auf Nordstrand : Malen und formen bei trübem Wetter

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mädchen und Jungen des Evangelischen Kindergartens in Odenbüll versuchen sich in einem Projekt nach Vorlagen von Friedensreich Hundertwasser und Claude Monet selbst als Künstler. Erzieherinnen haben extra ein Seminar zu diesem Thema besucht.

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erstellt am 10.Apr.2014 | 17:00 Uhr

Das Kunst Geschmackssache ist, taugt trotz einer Vielzahl von Studien höchstens als Platitüde. „Kunst ist für alle da und sie macht neugierig“, hält Erzieherin Heike Hansen vom Evangelischen Kindergarten Nordstrand-Odenbüll dagegen. Denn sie hat es in den vergangenen Tagen selbst erlebt und wird bis Anfang des kommenden Monats ein Kunstprojekt weiter begleiten, das alle Kinder des Kindergartens „ganz besonders antreibt“. Sie genießen das Projekt, ist sich die engagierte Erzieherin sicher. Unter ihrer Obhut lernen die Mädchen und Jungen den Künstler Friedensreich Hundertwasser kennen, der sich auch als Friedensreich „Dunkelbunt“ Hundertwasser bezeichnet hat.

Die zweite Erzieherin Gesa Eckert weiß eine Menge über den französischen Künstler Claude Monet. Je mehr die Kinder anhand von Bildern und Worten erfahren, sind sich die Erzieherinnen einig, umso wissbegieriger werden sie. Vor allem wollen sie sich praktisch ausprobieren und mit Farben und verschiedenen Materialien experimentieren. Für den Künstlernachwuchs sind ein Bart und Hut die Markenzeichen Hundertwassers. Monet ordnen sie seine geliebten und häufig portraitierten Seerosen zu. Während einige tatsächlich die für Monet typischen Seerosen aus Pappe kreieren und anmalen, sind andere damit beschäftigt, die bekannten „Hundertwasser-Spiralen“ zu formen.

„Macht Spaß“, ruft Tessa Domeyer ihren kreativen Mitstreitern zu. Die sind genauso eifrig am Werk. Einige versuchen sich beim Malen der bekannten bunten Häuser. Das Spiral-Drehen wird zur Lieblingsbeschäftigung.

„Die Kinder versinken in den schönen Farben, haben immer neue Ideen und probieren sich aus“, so Heike Hansen begeistert. Fast nebenbei entsteht eine Collage aus verschiedenen Materialien, wie Papierschnipseln oder Knöpfen, in den unterschiedlichsten Farbtönen. Spiralen haben Friedensreich Hundertwasser besonders fasziniert. Der auf den ersten Blick erscheinende Kreis, schließt sich in Wirklichkeit nicht.

Die Spirale steht laut der Beschreibung des Malers für Leben und Tod. Den Hang für seinen intuitiven Einsatz der intensiven Farben erklären die Erzieherinnen den Kids anhand eines Fachbuches mit dem Titel „Hundertwasser für Kinder“. Sie haben extra ein Seminar zum Thema besucht. Alles halten sie parat, erklären geduldig, wie Farben gemischt werden und erzählen nebenbei aus dem Leben des Malers. „Die Kinder sind hier die Künstler und da wird noch einiges an Bildern entstehen. Das wird spannend“, denkt Einrichtungsleiterin Gabriela Kuhtz laut.

In beiden Gruppen wird eifrig gemalt, am liebsten auf dem Fußboden. Schließlich hat gerade Hundertwasser nie in einem Atelier gearbeitet. Hundertwasser habe, so Heike Hansen, gerade das trübe Wetter zum Malen geliebt. Dem hätten die Kinder nach Heike Hansens Empfinden an den vergangenen Tagen besonders gut nachspüren können. Die Farben wirken leuchtender. „Schön bunt“, sprudelt es aus Tessa heraus. Und noch eines sei den Kindern klar geworden: „Alles was gerade ist, haben Menschen geschaffen. In der Natur ist nichts gerade und das hat Hundertwasser nachempfunden“, zieht Heike Hansen ihr eigenes Fazit.

Damit nicht nur Eltern und Großeltern die Werke bestaunen können, sondern alle Nordstrander und Interessierte, ist am 9. Mai eine Vernissage geplant. Freilich darf alles auch erworben werden. Die Einnahmen sollen für die Neuanschaffung des Piratenschiffes vor der Einrichtung (wir berichteten) verwendet werden.

 













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