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Feuerwehr international : Logo-Sammler aus Leidenschaft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Schobüller Harald Ewert hat auf seinen Reisen Feuerwehren in aller Welt besucht und von dort zahlreiche Erinnerungsstücke mit nach Hause genommen. Seine Sammlung mit Logos reicht von Afrika bis nach Mexiko.

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erstellt am 26.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Wenn es um die Feuerwehr geht, kennt Harald Ewert kein Halten mehr. Der Mann ist auch über seine aktive Zeit hinaus Feuer und Flamme für den Brandschutz. Schon 1962, mit 14 Jahren, trat der gebürtige Husumer in die Jugendfeuerwehr ein. Und über sie lernte er auch seine spätere Frau kennen. „Ja, so war das damals“, sagt Ewert mit verschmitztem Lächeln. 1987 wechselte der gelernte Elektriker dann zur Schobüller Wehr.

39 Jahre lang arbeitete Harald Ewert für die Schleswag und „hatte Glück, als diese von der Eon übernommen wurde und ich mit 57 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand gehen konnte“. Glück, weil er neben der Feuerwehr noch eine zweite Leidenschaft hat: Reisen.

Asien, Lateinamerika, USA, Afrika – bis auf Australien ist er nahezu überall gewesen. Erst eine schwere Krankheit dämpfte die Reiselust, konnte sie aber nicht stoppen. „Seither fliege ich nicht mehr so gern“, sagt er, „aber es gibt ja auch Kreuzfahrten – und vor allem viele, viele andere schöne Ecken.“

Andere schöne Ecken und – natürlich – Feuerwehren. Was lag also näher als das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden? Wo immer in der Welt er landete oder mit dem Kreuzfahrtschiff ankommt, sucht(e) Ewert nicht nur antike Stätten auf (seine dritte Leidenschaft), sondern auch die örtlichen Brandschützer – sei es in Thailand, an der Schwelle zum Death Valley, in Mexiko, Südafrika oder auf der griechischen Insel Korfu. „Nachdem ich bei den Kollegen gewesen war, winkten sie mir zu, wo immer ich sie wiedertraf. Und manchmal gab es sogar regelrechte Hupkonzerte“, sagt Ewert.

Den absoluten Höhepunkt erlebte er jedoch in Thailand. „Dort ist die Feuerwehr militärisch organisiert“, berichtet Ewert, der trotz aller kleinen Geschenke, die er für solche Anlässe mit dabei hat, durchaus nicht sicher war, ob man ihn überhaupt hereinlassen würde. Von einem Tuk-Tuk-Fahrer (eine Art Moped-Taxi; Anm. d. Red.) hatte er sich in Thailändisch den Grund seines Besuches aufschreiben lassen. Seine Feuerwehr-Kollegen empfingen ihn daraufhin mit offenen Armen. „Und da der Chef kein Logo hatte, das er mit mir hätte tauschen können, nahm er ein Messer und trennte das Emblem vom Arm seiner Uniform ab“, erzählt Ewert. Aber nicht nur das: „Nach dem Besuch wurde ich von einer Feuerwehr-Eskorte bis vor mein Hotel begleitet.“

Ewerts Stippvisiten in den Feuerwachen dieser Welt sind auch eine Art Kompendium der Sitten und Gebräuche. Denn so sehr die Maxime „Retten – helfen“ die Feuerwehrleute auf der ganzen Welt vereint, so unterschiedlich sind die Wehren aufgestellt. Auf der griechischen Insel Samos zum Beispiel residierte deren Chef wie ein General in seinem Palast – mit Vorzimmer-Dame und allem Pipapo. Aber ein Logo zum Tauschen hatte er genauso wenig wie sein thailändischer Kollege. Das kam zwei Monate später – „per Diplomatenpost“, erinnert sich Ewert. Außerdem lag dem Paket ein Schreiben bei, aus dem hervorging, dass der Schobüller auf Samos auch künftig jederzeit herzlich willkommen sei. Das war im französischen Straßburg anders. „Das war die einzige Wache weltweit, in die ich nicht vorgelassen wurde“, sagt Ewert und wundert sich noch immer.

Inzwischen muss er übrigens nicht einmal mehr selbst losziehen, um Feuerwehr-Logos aus aller Welt zu erhaschen. So brachten ihm Bekannte ein Emblem aus Burkina Faso mit. Und seine Friseurin beglückte ihn mit einem Emblem aus ihrer sibirischen Heimatstadt Omsk. Sie alle haben ihren festen Platz in Ewerts Sammelalben. Und da bleiben sie auch – genauso wie die rund 300 Miniatur-Feuerwehr-Fahrzeuge in der Glasvitrine auf dem Flur. „Die Enkel haben schon so manches Mal Interesse gezeigt“, sagt Ewerts Frau Ulla, „aber Opa lässt sich nicht erweichen – jedenfalls noch nicht.“ Außerdem will er ja weiter sammeln und freut sich jedes Mal wieder über die internationale Gemeinschaft der Brandschützer. „Ich kann nur sagen: Wenn Du Unterstützung brauchst – geh’ zur Feuerwehr. Die helfen immer.“

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