Breitbandanbindung : Löwenstedt erreicht Traumquote

Wenn der Winter vorbei ist, beginnen die Erdarbeiten in der Pilotgemeinde im südlichen Nordfriesland.  Foto: ume
Wenn der Winter vorbei ist, beginnen die Erdarbeiten in der Pilotgemeinde im südlichen Nordfriesland. Foto: ume

Mehr als 90 Prozent der Einwohner wollen an das schnelle Internet per Glasfaser. 68 Prozent hätten für die Realisierung schon gereicht.

shz.de von
20. Februar 2013, 08:13 Uhr

Löwenstedt | Noch ist der Winter längst nicht vorbei, er hat nur eine kleine Pause eingelegt. Zumindest sagt der Wetterbericht wieder strenge Nachtfröste voraus. Das ist der Grund, warum in der Gemeinde Löwenstedt noch keine Bagger angerollt sind und mit den Erdarbeiten für ein Glasfaser-Breitbandnetz begonnen worden ist. "Wenn der Winter vorbei ist", so Ute Gabriel-Boucsein, Geschäftsführerin der Bürger-Breitbandnetz-GmbH (BBNG), "beginnen die Arbeiten."

Sie kann dies voller Stolz sagen, denn die als Pilotgemeinde für die Glasfaserversorgung ausgesuchte Kommune hat sich mit einem Rekordergebnis für das schnelle Internet entschieden. Um den Anschluss zu realisieren, hätten 68 Prozent aller Löwenstedter Haushalte mit Ja stimmen müssen. Nun, nach Ende der Zeichnungsfrist, waren es mehr als 90 Prozent.

Löwenstedt hat alle Voraussetzungen für eine richtige Pilotgemeinde. Die gegenwärtige Versorgung liegt noch bei einer Datenübertragungsrate wie zu Anfängen des Internets, der Modem zeit. Daher waren nicht nur Betriebe, sondern auch die Bürger schnell davon zu überzeugen, dass ein schnelles Internet auch mehr Komfort bedeutet. Schließlich lässt sich mit einem Glasfaserkabel eine nahezu unbegrenzte Datenmenge, zumindest nach heutigem Standard, übertragen. Und dies in einer Geschwindigkeit, die im Vergleich mit den heutigen Löwenstedter Verhältnissen, schon an Zauberei grenzt. Zudem waren in der Gemeinde bereits im Zuge der Fernwärmeversorgung durch eine Biogasanlage rund 70 Haushalte der insgesamt 235 mit Leerrohren für die Glasfaserleitungen versorgt worden.

Daher sprachen sich schon vor Gründung der Breitbandnetzgesellschaft (BBNG) im Februar vergangenen Jahres viele Einwohner für einen schnellen Anschluss aus. Dass allerdings die Rate bei mehr als 90 Prozent liegen würde, damit hatte auch die Geschäftsführerin nicht gerechnet. Löwenstedts Bürgermeister Peter Thoröe hatte zwar in einer Info-Veranstaltung Anfang des Jahres zuversichtlich davon gesprochen, die 80-Prozent-Hürde knacken zu können, doch von mehr als 90 Prozent ist auch er überrascht worden.

Das Konzept der BBNG hat die Bürger überzeugt, denn es sollen Glasfaserleitungen zu jedem Haus gelegt werden. Der Großteil der großen Telekommunikationsanbieter legt hingegen Glasfaser nur bis zum Verteilerkasten, um von dort dann die umliegenden Häuser über die bereits vorhandenen Kupferkabel zu versorgen. Zwar können so auch schnelle Zugriffe aufs Netz erreicht werden, aber die Geschwindigkeit der Datenübertragung lässt nach, je länger die Kupferkabel sind.

Wenn Löwenstedt gegen Ende des Jahres an das schnelle Internet angeschlossen wird, dann stehen schon die anderen Orte in den Startlöchern. Es sollen als nächstes Norstedt, Olderup, Arlewatt, Horstedt, Schobüll und das Gewerbegebiet Ost in Husum an die Reihe kommen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.buergerbreitbandnetz.de.

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