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Öffentliche Toiletten in Husum : Lösungen für ein drängendes Problem

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die öffentliche Toilette im Schlossgang ist nicht mehr zugänglich. Die Lage wäre aber ideal für einen Neubau, so die Verwaltung. Denn an der Einrichtung einer bewachten WC-Anlage im Husumer Zentrum führt kein Weg vorbei.

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erstellt am 14.Okt.2014 | 13:00 Uhr

Es ist – leider – schon fast eine unendliche Geschichte, die Misere mit den öffentlichen Toiletten in der Storm-Stadt. Und auch bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses stand sie wieder auf der Tagesordnung. Dieses Mal war die Stellungnahme der Fraktionen zum Sachstandsbericht „Öffentliche WC-Anlage“ der Verwaltung eingefordert.

Die wiederum war zuvor vom selben Ausschuss beauftragt worden, „einen geeigneten, zentralen Standort für eine kostengünstige öffentliche Toilette vorzuschlagen“. Und Christine Friedrichsen vom Gebäude-Management des Bauamtes hatte akribisch zusammengetragen, welche Faktoren dabei berücksichtigt werden müssten. Etwa ein Raum für Aufsichts- und Reinigungspersonal, Barrierefreiheit natürlich und 24-Stunden-Nutzung mittels Euroschließung, nah am Marktplatz und im 100-Meter-Umkreis zur Tourismus- und Stadtmarketing GmbH im Alten Rathaus, was für deren Zertifizierung durch den Tourismusverband vonnöten ist. Und Anfahrts- und Parkmöglichkeiten für Reisebusse.

Auch die Standorte, die für die Toilette in Frage kommen, hatte Friedrichsen untersucht. Man könnte mit dem WC im alten Haus am Schlossgang bleiben oder hier ein neues errichten, an die nördliche Rote Pforte ziehen, das Bestandsgebäude am Außenhafen nutzen, in der Langenharmstraße neu bauen oder sich mit der künftigen Einkaufspassage „Schlossquartier“ zusammentun. Dummerweise allerdings, so lässt sich dem Papier entnehmen, kann keiner der Standorte alle geforderten Kriterien erfüllen. Reisebusse könnten zum Beispiel nur am Außenhafen oder aber – bei einer möglichen Kooperation mit der Einkaufspassage – in der Schlossstraße geparkt werden.

Ob sich die Investoren des Schlossquartiers allerdings mit einer öffentlichen Toilette in ihrem Objekt anfreunden können, die rund um die Uhr erreichbar sein muss, ist zumindest „fraglich“, wie Christine Friedrichsen feststellt. Zeitnah umgesetzt werden könnte die Einrichtung dort auch nicht. Und so sieht sie einen Neubau am Standort im Schlossgang als geeignetste Lösung an.

Mit 3000 Euro jährlich würde die neue WC-Anlage die Stadtkasse belasten – ohne Reinigungskosten, denn hier ist eine Verpachtung geplant. Denn, so stellt das Papier fest: „Die höchste Priorität wird der Sauberkeit der angebotenen öffentlichen WC-Anlagen eingeräumt.“ Und daher sollte die „Beaufsichtigung einer Toilettenanlage . . . ein unbedingtes ,Muss‘ sein“. Das bedinge jedoch einen Personalraum, den es an den alten Örtchen im Stadtgebiet so nirgendwo gibt.

Zusätzlich empfiehlt Friedrichsen die Beibehaltung der alten Standorte am Außenhafen (jährliche Kosten 3200 Euro), am Schlosspark, am Dockkoog und in Schobüll (zusammen 38 000 Euro, einschließlich Reinigungskosten und Beseitigung von Vandalismusschäden) und zudem der im vergangenen Jahr zusammen mit der Wirtschaft umgesetzten „Netten Toilette“ an verschiedenen, speziell markierten Orten im Husumer Zentrum (11 500 Euro). Zur Frage der Baukosten der vorgeschlagenen Neuanlage im Schlossgang hielt sich Christine Friedrichsen gegenüber den Husumer Nachrichten bedeckt: „Das wollen wir gar nicht erst schätzen, das muss ein Architektenbüro ganz genau ausrechnen.“

Der Dringlichkeit eines zentralen Örtchens war bei allen Fraktionen denn auch unbestritten. „Ein guter Vorschlag der Verwaltung – und der Schlossgang bietet sich als Standort an“, lobte Hans-Christian Hinrichs (SPD). „Die Planungskosten sollten wir dem Etat 2015 entnehmen und 2016 bauen.“ Auch Alfred Mordhorst (CDU) befand, dass im Schlossgang im Prinzip „der richtige Punkt“ sei, plädierte aber für einen Um- statt Neubau. Die Erweiterung mit einem Personalraum gebe die alte Örtlichkeit allerdings gar nicht her, hielt Christine Friedrichsen im Gespräch mit unserer Zeitung dagegen. Und Mordhorst brachte auch – wie Peter Knöfler (SSW) zuvor – den Nordbereich der Roten Pforte noch als alternativen Standort ins Spiel. Beides werde nun geprüft, so Friedrichsen.

 

 

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