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Podiumsdiskussion : Lösung für ganz Eiderstedt

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Politiker aus der Region debattieren über die Zukunft der Kindertagesstätten auf der Halbinsel

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 08:49 Uhr

Tating | Man war sich partei-übergreifend einig: Die Konkurrenz verschiedener Träger untereinander bedrohe die Vielfalt der Kindertagesstätten (Kitas) auf Eiderstedt in der Zukunft. Das war das Fazit einer Podiumsdiskussion in Tating zum Thema "Kindergartenvielfalt auf Eiderstedt". Denn "jeder Träger sieht doch zu, dass er soviele Kinder wie möglich in seine Einrichtung bekommt, um die Kosten zu decken", sagte Godber Kraas (FDP) aus St. Peter-Ording. Deswegen sei seine Vision ein gemeinsamer Träger für alle Kitas auf Eiderstedt, ganz gleich, welches Angebot sie verfolgten. Anlass für die Diskussionsrunde, die von Gesche Feddersen (Förderverein des Wald- und Wattkindergartens, Garding) geleitet wurde, war die Aufkündigung der Zuschüsse für diese Einrichtung durch das Amt Eiderstedt, so dass diese Kita eigentlich zum Ende des Jahres schließen müsste (wir be-richteten).

"Die zehn Kinder dort derzeit reichen zur Kosten deckung nicht aus", referierte Christine Scholz von der Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein, dem Träger des Wald- und Wattkindergartens, "und die Gemeindebürgermeister verweigern weitere Zuschüsse. Solange jeder nur an seine Gemeinde denkt, wird sich nichts bessern. Die Politiker sollten sich dafür stark machen, dass die Vielfalt der Kitas erhalten bleibt." Das sah auch Ralf Sünkens (Bündnis 90/Die Grünen) aus Tetenbüll so: "Viele Bürgermeister sähen eigentlich lieber nur Erwachsene in ihrem Dorf, denn dafür gibt es Schlüsselzuweisungen. Zwar ebenso für Kinder, die kosten aber auch viel Geld, für Kindergärten und Schulen." Deswegen sei es Zeit zum Umdenken, man müsse die Kitas eiderstedtweit zentral organisieren, da "die Kinder doch unsere Zukuft sind". Nico Hamkens (SPD) aus Uelvesbüll forderte ein "näheres Zusammenrücken", eine Lösung, die über die Grenzen der Ämter hinausgehe. Das Defizit des Wald- und Watt-Kindergar-tens müsste von allen Gemeinden übernommen werden, damit dieses Angebot nicht wegbricht, so Hamkens weiter. Auch Kerstin Meinert (SSW), Leiterin des dänischen Kindergartens in Garding, warf den Kommunen vor, "immer nur ans Geld und nicht an die Kinder zu denken".

Als gemeinsames Fazit der Diskussionsrunde könnte die abschließende Aussage von Christine Scholz gelten: "Die Gemeinden sollten bereit sein, auch für Kinder zu bezahlen, die in den Wald- und Wattkindergarten gehen wollen. Wir brauchen für die Zukunft der Eiderstedter Kitas auf jeden Fall eine kommunal-übergreifende Lösung."

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