Drogen aus dem Kiosk? : Limonade, Chips und Marihuana

War schon länger im Visier der Kriminalpolizei: Der Kiosk auf der Neustadt.
War schon länger im Visier der Kriminalpolizei: Der Kiosk auf der Neustadt.

Der Kiosk eines 51-jährigen Husumers ist von der Polizei geschlossen worden. Der Mann steht im Verdacht, mit Marihuana und Haschisch gehandelt und unter anderem an Minderjährige und Jugendliche verkauft zu haben. Die Ermittlungen laufen.

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13. Juni 2014, 06:30 Uhr

Die Kripo beobachtete den Kiosk offenbar schon länger. Jetzt schlug sie zu. Ohne Vorwarnung, aber mit richterlichem Beschluss stürmten Polizisten den Laden in der Neustadt, durchsuchten ihn und wurden fündig. Neben Marihuana und Haschisch „in nicht geringer Menge“, stellten sie eine „größere Menge Bargeld in Szene-typischer Stückelung“ sicher, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Flensburg. Die Rede ist von „mehreren tausend Euro“.

Das Ganze ging offenbar schon länger so. Dem Kiosk-Besitzer, einem 51-jährigen polizeibekannten Husumer, wird zur Last gelegt, mit Betäubungsmitteln gehandelt und diese auch an Minderjährige und Jugendliche abgegeben zu haben. Polizei-Pressesprecher Matthias Glamann bestätigte auf Nachfrage, dass „umfangreiches Beweismaterial“ sichergestellt wurde, wollte „aus ermittlungstechnischen Gründen“ und um „die weiteren Maßnahmen nicht zu gefährden“ aber keine Einzelheiten nennen.

Auch über die Art und Weise, wie die Polizei dem mutmaßlichen Drogenhändler auf die Schliche kam, hüllte sich Glamann in Schweigen. Die Polizei habe auf verschiedenen Wegen Hinweise erhalten, sagte er zu diesem Punkt. Nach Informationen unserer Zeitung dürften Zeugen als Quelle eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Frage, ob in dem Kiosk ausschließlich Marihuana und Haschisch oder auch andere Rauschmittel gefunden worden seien, beantwortete Glamann mit Hinweis auf die Presseerklärung: Darin war lediglich von Haschisch und Marihuana die Rede. Keine Angaben machte er zu den Hintergründen des Handels. Die Ermittlungen liefen noch, hieß es.

Da es sich bei dem potenziellen Drogenumschlagsplatz um einen Gewerbebetrieb handelt, war auch die Stadtverwaltung involviert. „Laut Gewerbeordnung müssen Gewerbetreibende zuverlässig sein“, erläuterte Robin Unger vom Ordnungsamt. „Und weil hier der Verdacht auf Handel mit Betäubungsmitteln bestand, waren wir gefordert.“ Auf Amtsdeutsch erlebte der Betrieb eine „rechtskräftige Untersagung gemäß Paragraf 35 der Gewerbeordnung“. Im Klartext bedeutet das: Der Kiosk wurde umgehend geschlossen. Dagegen kann der Besitzer natürlich Rechtsmittel einlegen.

Unterdessen wurde bei Facebook bereits kräftig spekuliert, um welchen Kiosk es sich handeln könnte. Ein Punkt, zu dem nicht nur Glamann, sondern auch Unger schwieg. Den „Hauptverdächtigen“ der Facebook-Nutzer konnte letzterer allerdings ausschließen: „Dieser Kiosk ist schon länger geschlossen“, sagte Unger und fügte eine Werbung in eigener Sache hinzu: „Als Überwachungsbehörde sind wir immer aktiv.“ Auch wenn das öffentlich nicht immer so wahrgenommen werde. Aber um ein Gerichtsverfahren durchzustehen, müssten die gesammelten Informationen natürlich auch formal korrekt und wasserdicht sein. „Und so etwas braucht nun einmal seine Zeit.“ Ob das hier der Fall war, hat jetzt Justicia zu klären.

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