Zählung in Friedrichstadt : Liegeplätze im Fokus

Zu einer Idylle wurden diese beiden kleinen Liegplätze am Westersielzug ausgebaut.
Foto:
1 von 2
Zu einer Idylle wurden diese beiden kleinen Liegeplätze am Westersielzug ausgebaut.

An den Friedrichstädter Grachten gibt es mehr als 250 Anlegestellen für Boote. Sie werden jetzt registriert und die Eigner angeschrieben. Viele Liegeplätze sind nämlich in einem nicht mehr verkehrssicheren Zustand.

von
19. Juni 2014, 11:00 Uhr

Die Stadt der Grachten ist auch die Stadt der Boote. Neben den Liegeplätzen beim Segelclub an der Treene und denen beim Motorbootclub am Halbmond gibt es zusätzlich noch mehr als 250 freie Anlegestellen in den Gewässern innerhalb der Stadtgrenzen. Und genau diese Liegeplätze sind in das Visier der Stadt geraten. Denn einige von ihnen stellen mittlerweile ein Sicherheitsrisiko dar, da sie vom Verfall bedroht sind. Längst nicht alle, aber Friedrichstadts Bürgermeister Eggert Vogt spricht offen von einem Sanierungsstau.

Bereits seit vielen Jahren sind der Stadt die Liegeplätze an den Grachten ein Dorn im Auge, nicht die Plätze an sich, sondern deren Zustand. Denn da sie oftmals in die Wasserfläche hinein gebaut sind, stehen sie rechtlich gesehen auf Landesgrund, der Stadt gehören nämlich nur die Uferbereiche. Einige Liegeplätze befinden sich zudem direkt an den Spundwänden, so dass die Boote auf Landesgewässer liegen, die Festmacher sich teilweise dann aber auf städtischem Grund befinden. Eine komplizierte Angelegenheit, wie der Bürgermeister einräumt.

Kein Wunder also, dass bereits seit einigen Jahren um eine Lösung gerungen wird. „Wir wollen die Bootsbesitzer nicht mit Abgaben und Gebühren belasten“, sagt das Stadtoberhaupt. Damit zerstreut er von vornherein die Bedenken, die immer wieder zu hören sind, weil bereits seit Anfang dieses Jahres Mitarbeiter des Ordnungsamtes immer mal wieder an den Grachten unterwegs sind, um die Liegeplätze genau zu erfassen.

Nahezu alle Besitzer der Anlagen sind der Stadt bekannt, denn in den 1990er Jahren wurden sie bereits einmal registriert und durchgehend nummeriert. Damals allerdings in Regie des Landesbetriebs Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz. (LKN). Es wurden Nummernplatten zum Aufschrauben vergeben und eine einmalige Gebühr erhoben. Mittlerweile aber, so bestätigt Vogt, seien an vielen Stegen die Nummernplatten längst abgefallen. Dennoch sind die Besitzer fast alle bekannt, da die Liegeplätze innerhalb der Stadtgrenzen sehr begehrt seien und quasi von Generation zu Generation weiter vererbt werden.

Ende des Jahres, so betont der Bürgermeister, sollen alle Besitzer angeschrieben worden sein. „Uns geht es dabei ausschließlich um die Sicherheit, letztendlich kann nämlich die Stadt bei Unfällen möglicherweise in Haftung genommen werden“. Als katastrophal würde Vogt den Zustand der Liegeplätze nicht bezeichnen, wohl aber in manchen Fällen als sehr bedenkenswert. Oftmals dürfte seiner Einschätzung nach aber eine nur kleine Reparatur ausreichend sein, um die Sicherheit wieder herzustellen.

Noch sind die Liegeplätze in den Friedrichstädter Grachten für die Bootsbesitzer gebührenfrei, selbst das Winterlager auf städtischem Grund. Der Friedrichstädter Bürgermeister rechnet auch nicht damit, dass das Land vorhat, welche zu erheben. „Der Kosten- Nutzeneffekt muss da sein, und den sehe ich nicht“, sagt Vogt. Außerdem unterstreicht er, dass die innerstädtischen Bootsplätze traditionell zu Friedrichstadt gehören. „Schon immer hat es sie mitten in der Stadt gegeben, das muss auch in Zukunft so bleiben.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen