Quiz-Königin aus Rödemis : „Leuchte des Nordens“ steht in Husum

1565 Gramm schwer ist der Pokal, den Uta Knizia am Ende der Raterunde aus den Händen von Moderator Alexander Bommes erhielt.
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1565 Gramm schwer ist der Pokal, den Uta Knizia am Ende der Raterunde aus den Händen von Moderator Alexander Bommes erhielt.

Sie kam, riet und siegte: Die Husumerin Uta Knizia setzte sich im dritten Fernsehprogramm gegen die Kandidaten der vier anderen norddeutschen Bundesländer durch – und holte sich die „Leuchte des Nordens“.

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02. Juni 2014, 15:00 Uhr

Sonntagabend, 1. Juni, 21.45 Uhr. Im NDR-Fernsehen beginnt die Sendung „Quiz des Nordens“. Und das Wohnzimmer der Husumerin Uta Knizia ist bis auf den letzten Platz gefüllt. All ihre Freunde wollen sehen, wie die 70-Jährige, die bis zur Rente als Fotografin für die Husumer Nachrichten arbeitete, sich bei dem beliebten Länder-Quiz so schlägt. Sie vertritt Schleswig-Holstein.

Nachdem sich alle bei einem gemeinsamen Abendbrot-Essen gestärkt haben, wollen sie jetzt mitfiebern, aber natürlich noch lieber mitjubeln, wenn die Rödemisserin aus ihrem großen Wissensschatz schöpft. Dabei gibt es im Hause Knizia eigentlich gar nichts mehr zu bejubeln, denn was die Gäste gleich sehen werden, ist eine Aufzeichnung – und die Entscheidung längst gefallen. Doch die Kandidatin musste über den Ausgang der Sendung natürlich Stillschweigen bewahren. Großes Fernseh-Ehrenwort!

Was drumherum passiert ist, hat sie den erwartungsvollen Freunden aber schon berichtet – zum Beispiel von den Proben im Hamburger Studio oder von der „Maske“, die Knizia natürlich genutzt hat, um auch ein paar professionelle Tipps für die häusliche Gesichtspflege „abzuschöpfen“. „Die Gelegenheit war günstig – und man kann nie wissen, wozu es gut ist“, sagte sie. Spannend auch das Zusammentreffen der Kandidaten im Aufenthaltsraum. Hier wurden zehn Quiz-Teilnehmer auf zwei Sendungen verteilt. Dabei gab sich einer der Kandidaten so siegessicher, dass die anderen hätten denken können, sie bräuchten gar nicht mehr anzutreten, erinnert sich die Wahl-Husumerin mit bayrischen Wurzeln.

Aber eine Uta Knizia lässt sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen. Schließlich hat sie ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, das sich auch nicht durch die Tatsache erschüttern ließ, dass ihr nicht einmal drei Wochen Zeit zur Vorbereitung blieben – und dabei gab es noch etliche Tage, an denen sie nicht büffeln konnte. „Ich erhielt am 20. Oktober vergangenen Jahres auf dem Flughafen in Hamburg die frohe Botschaft, bei der Aufzeichnung am 20. November dabei zu sein“, macht Knizia deutlich. „Zehn Tage war ich dann noch im Mittelmeer unterwegs – und am 2. November wieder zu Hause.“

In der Sendung, der sie am Ende zugeteilt wurde, traten drei Männer gegen zwei Frauen an. Unmittelbar vor der Aufzeichnung gab es für jeden Teilnehmer schnell noch ein Glas Sekt und die unvermeidlichen Anfeuerungsrufe durch eine überschaubare mitgereiste Fangemeinde. Dann galt es. Wie geprobt, marschierten die fünf Kandidaten aus Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein in den Saal und an ihre Pulte.

Gut gelaunt ging Moderator Alexander Bommes dann von Kandidat zu Kandidat, stellte jedem sechs Fragen in 30 Sekunden. Uta Knizia konnte die Aufregung kaum unterdrücken. Und tatsächlich: Obwohl sie die Antwort wusste, wollte ihr zur letzten Frage partout nichts einfallen. Aber egal: Fünf Punkte Startkapital sind schließlich auch nicht ganz schlecht.

Von ihrer Aufregung merkten die Freunde vorm Fernseher nichts. Mit scheinbarer Gelassenheit wich „ihre Uta“ auch kniffligen Fragen zu Land und Leuten nicht aus. Und auch als sie mit ihrer Meinung ganz allein stand, blieb sie standhaft und sollte am Ende Recht behalten.

Aber wie heißt es so schön: Man kann nicht alles wissen, und so musste Uta Knizia auch einmal passen. Es ging um Sport, und die Frage führte weit in die Vergangenheit zurück. „Auch bei der neuen Buzzer-Runde war ich oft zu spät, weil ich fälschlicherweise davon ausging, dass wir erst die Frage und die möglichen Antworten zu Ende hören müssten.“ Dabei hätte sie sämtliche Antworten gewusst.

Aber es reichte auch so. „Ich bin mächtig stolz, mich nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt zu haben“, strahlte Knizia am Ende des gemeinsamen Fernsehabends. Dafür darf sie jetzt mit ihrem Mann Manfred (Manni) auf eine siebentägige Flusskreuzfahrt gehen und sich zu Recht „Leuchte des Nordens“ nennen – vielleicht sogar die erste mit bayrischen Wurzeln überhaupt.

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