Lesung mit Ladehemmung

Auch die Pistole auf dem Pult konnte dem Vortrag  von  Schmidt nicht zum Erfolg verhelfen.  Foto: sma
Auch die Pistole auf dem Pult konnte dem Vortrag von Schmidt nicht zum Erfolg verhelfen. Foto: sma

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05. Oktober 2011, 08:34 Uhr

Husum | Der Autor Andreas Schmidt hat bereits mehrere Krimis, eine Anthologie und einen Thriller geschrieben. Alle handeln irgendwo im südlichen Deutschland. Doch bei einem Urlaub an der Nordsee hat der Wuppertaler Husum und das nordfriesische Umland als Ort des Verbrechens für seine mörderischen Geschichten entdeckt.

In einem Strandkorb auf Nordstrand wird ein Toter aufgefunden. Niemand scheint ihn zu vermissen. Die Husumer Polizei nimmt die Ermittlungen auf. "Mord mit Meerblick" heißt das Werk und ist im Leda-Verlag erschienen. Ein spannendes Buch, das man in einem Rutsch durchlesen kann, sagen seine Fans. In der Hermann-Tast-Schule las der 42-Jährige jetzt - auf Initiative von HTS-Schulsekretärin Madeleine Oelke sowie Deutschlehrerin Marita Scher und unterstützt von der Schlossbuchhandlung - Oberstufenschülern (ein wenig leidenschaftslos) vom Mord auf Nordstrand vor und suchte das Gespräch. Das junge Publikum zeigte sich dabei zwar interessiert, doch auch eher nordisch distanziert und schweigsam.

Schmidt begründet seine Vorliebe für Krimis damit, "dass darin alles enthalten ist, was spannende Unterhaltung so facettenreich macht: von Liebesgeschichten bis hin zu hinterhältigen, kaltblütigen Morden." Das Lokalkolorit mache den Krimi so unverwechselbar. Er müsse in die Landschaft eingebettet sein, so dass der Leser sich wiederfinde. Wichtig sei Authentizität und gründliche Recherche.

Besonders fiel den Schülern auf, dass der Wuppertaler sprachlich noch nicht so ganz im Norden angekommen war: "Im Hafen herrschte Ebbe, und die hier vor Anker liegenden Schiffe lagen im Morast", heißt es auf Seite eins des Romans. Mittlerweile weiß Schmidt, dass Schiffe am Kai und bei Ebbe im Schlick liegen. "Asche auf mein Haupt."

Marita Scher zeigte sich am Ende ein wenig enttäuscht. Sie hätte gern mehr über das Handwerk des Autors gehört und darüber, wie Schmidt es schafft, sich auf dem Markt zu positionieren: "Ich hatte gehofft, dass der Entstehungsprozess thematisiert wird. Aber Lesungen vor Schülern sind grundsätzlich schwierig." Schmidts Leser sind eher die älteren Büchernarren - und die dürfen sich freuen, denn er bastelt bereits an der Fortsetzung des Husum-Krimis.

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