70 Jahre DLRG in Husum : Leistungsstark und voll auf Höhe der Zeit

Reanimation: Die Besucher ließen sich gern zeigen, wie das funktioniert.
Reanimation: Die Besucher ließen sich gern zeigen, wie das funktioniert.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Husum feiert 70. Geburtstag und demonstriert eindrucksvoll, was sie alles kann: Auch für die kleinen Besucher gab es ein buntes Programm.

shz.de von
18. Juni 2018, 08:30 Uhr

Mit „Nass“ sind die Mitglieder der DLRG Husum ja bestens vertraut. Doch ganz so viel hätte es zum Auftakt der großen Geburtstagsfeier auch nicht sein müssen – jedenfalls nicht von oben. Aber jede Medaille hat bekanntlich ihre Kehrseite, und so war Vorsitzender Jens Christiansen auch nicht wirklich unglücklich: „Der starke Regen treibt uns die Gäste in Scharen in den Speicher.“ Unter denen waren DLRG-Ehrenmitglied Bernd Lückermann, Vorstandsmitglieder der DLRG Tönning und St. Peter-Ording, Husums neuer Bürgervorsteher Martin Kindl, Amtsvorsteherin Eva-Maria Kühl vom Amt Nordsee-Treene, Nordfrieslands stellvertretende Kreispräsidentin Margarethe Ehler, Husums Feuerwehr-Chef Jürgen Jensen sowie Vertreter von LKN, Polizei, Wasserschutzpolizei, THW, Malteser-Hilfsdienst sowie aus der Politik.

„Die Aufrufe zu einer Reorganisation der DLRG blieb nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Husum nicht unerhört“, begann der Vorsitzende. Doch 1948 gab es keine ausgebauten Schwimmstätten. So blieb nur die Nordsee. Genau das dachte sich auch der Gründer der DLRG-Ortsgruppe, Albert Kretschmar aus Ostenfeld. Bald folgten Stützpunkte in Friedrichstadt und auf Nordstrand. In dieser Zeit taucht der Name Werner Nicke auf. An ihm kam kein Lehrscheininhaber in ganz Schleswig-Holstein vorbei. Für seine Art der Abnahme von Befreiungsgriffen erhielt Nicke den Spitznamen „Der Würger von List“. In den Jahren 1954/55 kamen die Stützpunkte Bredstedt, Schwabstedt und Hattstedter Marsch hinzu.

Zehn Mal hat in den zurückliegenden 70 Jahren der Vorsitz gewechselt. Die Zahl der Mitglieder stieg von 255 (1954) auf über 1000 im Jahr 1988. Aktuell sind es in Husum 630 Mitglieder und im Kreisgebiet über 2500. 1954 wurde der erste Wachturm am Dockkoog geplant und 1958 in Eigenleistung errichtet. Eine Welle der Empörung gab es, weil sich in der 1950-er Jahren einige Jugendliche „erdreisteten“, an der Hamburger Hallig nackt zu baden. 1956 wurde das erste Fahrzeug angeschafft – eine 350-er Triumph für 400 D-Mark. Und 1958 kam das erste Kunststoffboot mit 18 PS Außenbordmotor hinzu.

1978 gab es dann erstmals mehr als 3000 Schwimmausbildungen. Wichtige Aufgaben wurden der Rettungswachdienst und die Absicherung von Veranstaltungen am und auf dem Wasser – zum Beispiel bei den Friedrichstädter Fest- oder bei den Husumer Hafentagen. Hinzu kamen Einsätze bei Wassernotfällen, für die die DLRG neben Bootsführern auch Einsatztaucher, Sanitäter und Rettungsschwimmer zur Verfügung stellt.

1996 bot sich die einmalige Gelegenheit, eine eigene Unterkunft zu errichten. „Dazu bauten wir eine Industriehalle am Husumer Binnenhafen ab und im Marienhofweg wieder auf. Und ein ganz besonderes Thema hofft Christiansen nach „30-jährigem Kampf nun endlich einem guten Ende zuführen zu können“: die Einbindung der Wasserrettung in den Katastrophenschutz des Kreises Nordfriesland. Das Innenministerium habe sich bereits schriftlich dafür ausgesprochen, und auch an politischer Unterstützung mangele es nicht. „Es wäre falsch, auf die Aufstellung dieser Wasserrettungseinheiten zu verzichten“, erklärte Christiansen nachdrücklich. Schon jetzt arbeite die DLRG bei Großschadenslagen in der Schnelleinsatzgruppe (SEG) mit.

Bei so viel Geschichte wollte sich am Ende auch Petrus nicht lumpen lassen und sorgte auf seine Weise dafür, dass die Besucher spannende Einblicke in die Leistungsfähigkeit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft bekamen. Und die kleinen Besucher hatten ihre helle Freude an Maskottchen „Robbi“.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen