Totschlag nach Einbruch : Leiche unter Gartenteich: Bredstedter schweigt bei Prozessauftakt

Abgeriegelt: Der Fundort der Leiche ist von der Polizei zudem mit Flatterband markiert worden.
Der Fundort der Leiche in Bredstedt.

Ein Mann aus Bredstedt soll nach einem Einbruch seinen Komplizen erstochen und die Leiche unter einem Gartenteich vergraben haben: Vor dem Landgericht Flensburg muss er sich nun wegen Totschlags verantworten.

shz.de von
22. April 2015, 12:45 Uhr

Flensburg/Bredstedt | Zum Beginn des Prozesses wegen Totschlags am Landgericht Flensburg hat der Angeklagte am Mittwoch geschwiegen. Der Angeklagte ist ein 27-jähriger Mann aus Bredstedt. Es geht um einen tödlichen Streit unter mutmaßlichen Einbrechern. Ihm wird zur Last gelegt, im September 2014 seinen 25-Jährigen Komplizen im Streit um die Beute aus einem Einbruch auf Sylt erstochen zu haben.

Nach dem Diebstahl im August kam es laut Angaben der Polizei zu Auseinandersetzungen um die Verteilung der Beute. Im Streit soll der 27-Jährige dann das Klappmesser des Jüngeren ergriffen und ihn mit mehreren Stichen getötet haben. Nach intensiven Ermittlungen kam die Bezirkskriminalinspektion Flensburg dem mutmaßlichen Täter schließlich auf die Spur.

Das 25-Jährige Opfer galt zuvor zwei Monate lang als vermisst, die Polizei hatte keinerlei Anhaltspunkte auf seinen Aufenthaltsort. Am 29. Oktober stießen die Ermittler in einem Schrebergarten hinter dem Bredstedter Friedhof durch den Einsatz von Diensthunden und technischem Gerät auf den vergrabenen Leichnam, der in eine Folie eingewickelt und unter dem Teich vergraben worden war. Zum Aufspüren der Leiche waren rund 100 Kriminalbeamte vor Ort. Mehrere Häuser wurden durchsucht.

In ersten Vernehmungen hatte der Mann die Tat gestanden. Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt sprach Ende Oktober von einem Streit des 27-Jährigen mit dem Opfer, der mit den tödlichen Messerstichen endete. Ziel der Ermittlungen war es dann, herauszufinden, welcher Tatbestand erfüllt sei – Totschlag oder Mord. Dafür wurden die Aussagen des Tatverdächtigen mit den Ergebnissen der Ermittler abgeglichen. Das Geständnis des mutmaßlichen Täters deckte sich nach Einschätzung von Polizei und Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungsergebnissen und wurde als glaubwürdig eingestuft. Die Staatsanwaltschaft beantragte daraufhin Haftbefehl wegen Totschlags. Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt.

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