Aktion von Handwerk und Genossenschaftsbanken : Lehrlinge bewerten ihre Betriebe

Durch Schutzbrillen beobachten diese Auszubildenden, wie eine Schweißnaht gelegt wird.
Durch Schutzbrillen beobachten diese Auszubildenden, wie eine Schweißnaht gelegt wird.

Gesucht werden Nordfrieslands stärkste Ausbildungsbetriebe. Vorschlagen soll diese der Nachwuchs, der es auch beurteilen kann: nämlich die Lehrlinge selbst.

Avatar_shz von
11. März 2014, 18:00 Uhr

Er ähnelt zwar dem Musikpreis „Echo“ mit seiner schlanken Form aus kristallklarem Glas, hat jedoch eine ganz andere Bedeutung. Mit ihm sollen Unternehmen geehrt werden, die den Titel „Starker Ausbildungsbetrieb“ verdienen. Aufgelegt haben diesen Ehrenpreis die VR-Bank Niebüll, die Föhr-Amrumer Bank, die Sylter Bank und die Husumer Volksbank. In Niebüll wurde am Montag (10. März) erläutert, was es mit diesem Preis auf sich hat.

Vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels kamen die Verantwortlichen der nordfriesischen Kreishandwerkerschaften (KHS) Nord und Süd auf den Gedanken, Auszubildende aufzurufen, sich mit ihren Betrieben, die einer Innung angehören müssen, um diese Auszeichnung zu bewerben. Infrage kommen derzeit 1150 „Azubis“ aus 659 Betrieben mit einer unterschiedlichen Zahl von Lehrlingen, die ihre Bewerbung bis Mitte September bei einer der vier genannten Banken oder den beiden KSH abgeben dürfen.

Mit diesem erstmals ausgelobten Preis werden zwei Ziele verfolgt. Einerseits geht es darum, sich in die gesellschaftliche Diskussion über zu wenig Nachwuchs für die Betriebe einzumischen, andererseits soll Schulabgängern der Weg in attraktive Handwerksbetriebe aufgezeigt werden.

Die Stifter des Preises setzen auf den Austausch der Altersgenossen untereinander und erhoffen sich als Konsequenz eine hohe Vermittlungsquote, die die Betriebe nicht nur zukunftsfähig erhält, sondern sie auch „nach vorne bringt“, wie Geschäftsführer Lutz Martensen (KHS Süd) betonte.

Neben dem Anspruch an den Nachwuchs, was fachliche und soziale Eignung angeht, haben die Chefs auch die Möglichkeit, ihre eigenen Qualitäten herauszustellen – und sich dem kritischen Urteil des potenziellen Handwerker-Nachwuchses zu unterziehen. Wer sich als „Starker Ausbildungsbetrieb“ profiliere, habe gute Chancen, dass junge Menschen bei ihm in die Lehre gehen wollten, hieß es.

Beurteilt wird unter anderem nach Kriterien wie Gestaltung des Arbeitsplatzes, Aufstiegsmöglichkeiten, Familienfreundlichkeit, gesundheitliche Vorsorge bis zu Pausen- und Urlaubsregelungen – nicht zu vergessen aber auch soziale Kompetenz in all ihren Facetten und die Kontakte zur Beruflichen Schule.

Mitmachen lohnt sich, sagen die Kreishandwerksmeister Rolf Hansen (Süd) und Ingwer Christophersen (Nord). Bewerbungsunterlagen können unter www.kh-nf.de heruntergeladen werden. Eine Jury mit den Geschäftsführern Achim Müllejans und Lutz Martensen, vier Vertretern der Banken und je einem Vertreter der Beruflichen Schulen Niebüll und Husum entscheidet über die Preisträger in drei Wettbewerbskategorien (Betriebe mit einem bis drei, vier bis sechs und mehr als sechs „Azubis“). Die Gewinner werden im Herbst bei einer Obermeisterversammlung bekannt gegeben und erhalten Geldpreise.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen