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Tote Hündin in Schwabstedt : Legte ein Hunde-Hasser Gift aus?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Golden-Retriever-Hündin Bella musste qualvoll sterben. Der Anschlag galt vermutlich den beiden Vierbeinern einer Nachbarin. Der Besitzer des Tieres setzte eine Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen.

Schwabstedt | „Warum ?“ – eine Frage, die sich Hartmut Frühauf immer wieder stellt. Eine Frage, auf die er keine Antwort findet. Bis jetzt jedenfalls. Doch so einfach hinnehmen will er den Tod seiner Golden- Retriever-Hündin Bella, die so qualvoll starb, auf keinen Fall. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat er 1000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Beruflich war der agile 69-Jährige in der ganzen Welt unterwegs. Und immer hat er dabei eines beherzigt: Verständnis füreinander aufbringen, niemals von oben herab dirigieren, sondern immer auf Augenhöhe miteinander sprechen. Auch über Probleme. Und die scheint es im vorliegenden Fall wohl gegeben zu haben.

Doch der Reihe nach: Es begann vor einem Jahr, als eine Nachbarin einen Brief hinterm Scheibenwischer ihres Autos fand. Darin stand, dass das Bellen ihrer beiden Hunde stört. Auffällig: Die Handschrift im Brief und die auf einem Zettel, der mit der Beschwerde über Hundekot an einen Baum in der Nähe geheftet war, war gleich. Jetzt überschlugen sich die Ereignisse: Am Wochenende bekamen die Hunde der Nachbarin Durchfall und erbrachen sich. Er selbst drehte mit seiner treuen Bella am Freitag ab 22 Uhr wie gewohnt die letzte Runde des Tages. Dreimal täglich ist er mit ihr unterwegs. Dabei schnüffelt sie hier und da – und muss auch Gift gefressen haben. Am Samstagabend nahm die Hündin ihre Nahrung widerwillig an, am Sonntagmorgen wollte sie nicht spazierengehen. Abends fraß sie nichts mehr. Am Montagmorgen um 4.30 Uhr erbrach sich die Hündin. Als die Tierarztpraxis um 9 Uhr öffnete, ging es Bella schon sehr schlecht. Sie bekam Spritzen und Infusionen. Von 11 bis 17 Uhr saß Hartmut Frühauf in der Praxis neben ihr, brachte sie schließlich nach Hause. „Um 21.45 Uhr begann der Todeskampf, der bis 23.20 Uhr dauerte“, berichtet der Besitzer erschüttert und mit zitternder Stimme. „Das hörte sich furchtbar an – etwa so, als wenn man zwischen einem heulenden Wolfsrudel steht. Das war für mich die absolute Härte.“

Seine Vermutung: „Ich bin zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Es sollte nicht meiner Hündin, sondern den Vierbeinen der Nachbarin ein Denkzettel verpasst werden. Zunächst hat der Täter wohl eine kleinere Dosierung des Giftes ausgelegt, worauf hin den beiden Hunden aber ja nur übel wurde. Die stärkere Dosis hat dann Bellas Leben gekostet.“ Frühauf hatte Bella vor dreieinhalb Jahren von einer Familie übernommen. Für deren neunjährige Tochter Beke ist der grausame Tod der Hündin ein Schock. Das Kind war oft zu Besuch gekommen, um mit Bella zu spielen. „Als die Lehrerin gefragt hat, wie die Schüler das Wochenende verlebt haben, da hat Beke bitterlich geweint“, erzählt Hartmut Frühauf. Und auch das sagt er: „Ich möchte demjenigen in die Augen sehen, der das getan hat.“ Dann ist sie wieder da, die Frage: „Warum muss ein Tier, das keinem etwas getan hat, durch solch einen Hass sterben?“

Eine Obduktion des Tieres kommt für Hartmut Frühauf nicht in Frage: „Dann hätte ich Bella nicht zurückbekommen, um sie zu beerdigen.“ Die Polizei ermittelt. Sie nimmt Hinweise, die vertraulich behandelt werden, unter Telefon 04881/310 entgegen.

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