Aus den Gemeinden : Leere Kassen – leere Becken

Weil das Wetter nicht mitspielte, blieben die Besucher diesen Sommer im unbeheizten Haselunder Freibad häufig aus. Dennoch ist das eingefahrene Minus nicht wesentlich größer als in den Jahren zuvor.
Weil das Wetter nicht mitspielte, blieben die Besucher diesen Sommer im unbeheizten Haselunder Freibad häufig aus. Dennoch ist das eingefahrene Minus nicht wesentlich größer als in den Jahren zuvor.

Defekte Entwässerungsrohre und das schlecht besuchte Schwimmbad belasten Haselunder Gemeindehaushalt.

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06. Dezember 2017, 14:00 Uhr

Spätestens alle sechs Jahre gibt es eine Besonderheit bei den Gemeinderatssitzungen in Haselund, denn dann steht die öffentliche Verpachtung von Gemeindeländereien auf der Tagesordnung. Daraus ergibt sich ein meist recht spannendes Gebotsverfahren, an dem fast ausschließlich Landwirte beteiligt sind, die für ihre Zwecke Flächen in der Gemeinde suchen. Diesmal standen vier Ländereien zur Auswahl, von denen drei zum Preis von 300 Euro pro Hektar direkt an den Mann gebracht werden konnten. Für die vierte Fläche war das abgegebene Gebot deutlich zu niedrig, so dass sich der Gemeinderat dagegen aussprach. „Dieser Bieter hat aber noch die Chance, sein Gebot nachträglich zu erhöhen. Wir rechnen damit, dass es auch hier noch zu einem einvernehmlichen Vertragsabschluss kommen wird“, zeigte sich Bürgermeister Jan Thormählen zuversichtlich.

In der Einwohnerfragestunde beklagte sich ein Bürger über eine verwahrloste Baulücke. „Da es sich hier um Privatbesitz handelt, hat die Gemeinde darauf leider keinen Zugriff“, bedauerte Thormählen. Allerdings sei der Eigentümer bereits vor geraumer Zeit schriftlich auf den Missstand hingewiesen worden. Bei einer Beschwerde über Probleme mit dem Rückstau von Oberflächenwasser verwies er auf den späteren Tagesordnungspunkt zu diesem Thema: „Wir wissen, dass es hier und da Probleme mit der Oberflächenentwässerung gibt“, sagte er und erklärte, dass die Gemeinde plant, im kommenden Jahr zwei Rohrleitungen zu erneuern. „Die eine ist etwa 140 Meter lang. Sie wird im Zuge der Erschließung des neuen Baugebiets erneuert“, so der Bürgermeister. Für die andere Leitung, die in der Schulstraße auf 330 Metern für Kummer sorgt, wurden im Haushalt 97.000 Euro angesetzt. Der hierfür notwendige Beschluss des Gemeinderats muss allerdings noch gefasst werden.

Ebenfalls in den Haushalt eingestellt wurde eine Investitionssumme in Höhe von 15.300 Euro, die als Zuschuss für eine Baumaßnahme am Kindergarten in Löwenstedt gedacht ist. Der platzt derzeit aus allen Nähten, so dass nun Überlegungen angestellt werden sollen, ob ein Erweiterungsbau nötig ist oder andere Möglichkeiten ausgeschöpft werden können. Unabhängig davon werden die Elternbeiträge angepasst, die sich schon seit längerer Zeit auf einem zu niedrigen Level befinden. „Künftig werden die Beiträge ähnlich hoch sein wie die in Viöl“, kündigte Thormählen an. Es schloss sich eine rege Diskussion über die Kostenverteilung bei der Kita-Finanzierung an.
Nach der diesmal eher mauen Badesaison schloss das Haselunder Freibad erneut mit einem (kalkulierten) Minus ab: „Bedingt durch die schlechte Witterung fielen die Einnahmen beim Verkauf der Badekarten mit 2890 Euro etwas geringer aus als erhofft, während die Betriebskosten mit 18.000 Euro gleich hoch geblieben sind“, sagte der Bürgermeister. Positiv zu bewerten sei allerdings, dass das örtliche Freibad mittlerweile deutlich mehr Besucher aus Löwenstedt verzeichnet. „Seit das dortige Bad geschlossen ist, kommen die Badegäste gerne zu uns, das freut uns natürlich“, sagte er und dankte dem Förderverein des Haselunder Freibades für die vorbildliche Unterstützung.

Auch mit der Kommunalwahl 2018 musste sich das Gremium an diesem Abend beschäftigen, denn es galt, einen Gemeindewahlausschuss für den 6. Mai zu benennen. Das Amt des Gemeindewahlleiters übernimmt der nicht mehr kandidierende Gemeindevertreter Karl-Heinrich Albertsen. Neben seiner Amtskollegin Birgit Hansen werden 14 weitere Haselunder Bürger diesem Ausschuss angehören.

Haushalt in Zahlen

Ergebnisplan: Erträge 1.293.300 Euro, Aufwendungen 1.441.400 Euro, Jahresfehlbetrag 148.100 Euro

Finanzplan: Einzahlungen 1.249.700 Euro, Auszahlungen 1.263.000 Euro

Investitionstätigkeit: Auszahlungen 235.200 Euro

Geplante Investitionen: 170.000 Euro Oberflächenentwässerung, 15.300 Euro Zuschuss Baumaßnahme Kindergarten Löwenstedt.

Einnahmen

Schlüsselzuweisungen: 50.000 Euro

Einkommenssteueranteil: 349.000 Euro

Grundsteuer A: 310 Prozent (21.200 Euro)

Grundsteuer B: 310 Prozent (101.900 Euro)

Gewerbesteuer: 380 Euro (485.200 Euro)
Ausgaben

Kreisumlage: 385.600 Euro

Amtsumlage: 209.300 Euro

Kindergartenkosten: 170.700 Euro

Schulverbandsumlage: 165.900 Euro

Einwohnerzahl: 882

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