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Bagger-Arbeiten : Lebenswerte Treene für Schnecken und Neunaugen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Treene bei Hollingstedt haben sich Sandbänke gebildet. Dort ist kaum Leben. Um Tieren wie Muscheln und Fischen wieder Raum zu geben, wird der Sand entfernt. Eine Biologin untersucht während der Arbeiten das Baggergut.

Derzeit wird in der Treene südlich von Hollingstedt gebaggert, um das Flussbett wieder auf die normale Wassertiefe von bis zu zwei Metern zu bringen. Bereits im Jahr 2012 wurden diese Erdarbeiten auf dem Streckenabschnitt von der Silberstedter Au bis zur Treenebrücke in Hollingstedt vorgenommen. Aber auch südlich der Treenebrücke haben sich Sandbänke im Flussbett aufgebaut. Die Wassertiefe beträgt teilweise weniger als 50 Zentimeter.

In dem Schwemmsand ist kaum Leben. „Um den Wasserfluss in der Treene zu verbessern, muss eine Wassertiefe von zwei Metern erreicht werden“, so Bauleiter Sascha Werner vom Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN). Diese Ausbaggerungen werden auch gemacht, damit das Flussbett wieder besiedelt werden kann. Ein Uferstreifen von drei Metern bleibt ausgenommen, da es sich um einen Rückzugsraum für kleine Fische, Muscheln und Pflanzen handelt.

Bei diesen Arbeiten ist von der Naturschutzbehörde vorgegeben, dass das Räumgut auf lebende Tiere, speziell Fische und Muscheln, untersucht wird, und diese wieder in die Treene gebracht werden. Diese Aufgabe hat Armin Marx vom Jübeker Angelverein übernommen, der diesen Streckenabschnitt als Angelgewässer gepachtet hat. Gleichzeitig ist dort die Biologin Anja Meerheim tätig, um den Bestand an Muscheln zu untersuchen – für ihre Doktorarbeit, die sich mit der Abgeplatteten Teichmuschel (Pseudanodonta complanata) befasst. Diese Muschel steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten und wurde schon häufiger in der Treene gefunden. Sechs weitere Muschelarten und Querder (Larven von Neunaugen, die saubere klare Bäche und Flussläufe benötigen) wurden ebenfalls bei den Baggerarbeiten gefunden. Für die Doktorantin sind sie ein Glücksfall.

Das Räumgut wird zum Trocknen auf das Ufer abgelegt und anschließend als Füllboden abtransportiert. Den größten Teil übernimmt die Gemeinde Hollingstedt, um Ausgleichsflächen für künftige Baumaßnahmen zu schaffen. „Beispielsweise wird auf der Fläche am Schredderplatz mit dem Boden ein gut 160 Meter langer und drei Meter breiter Knickwall aufgeschüttet, der dann bepflanzt und so sinnvoll genutzt wird“, sagt Bürgermeisterin Petra Bülow.

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