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Heimatbund Landschaft Eiderstedt : Lebendige Regionalgeschichte

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Heimatbund Landschaft Eiderstedt bewahrt das historische Erbe der Halbinsel. Neue Mitglieder und Ideen sind stets willkommen. Immer donnerstags ist Sprechstunde im Alten Rathaus in Garding.

Jeden Donnerstag freut sich Armin Jeß auf Besuch. Dann hat der neue Geschäftsführer des Heimatbunds der Landschaft Eiderstedt von 16.30 bis 18.30 Uhr Sprechstunde im Alten Rathaus in Garding. Das Gebäude in der Engen Straße ist das Hauptquartier des Heimatbunds, der – 1913 gegründet – das öffentliche Leben auf der Halbinsel ein gut Teil mitprägt. Dort, im ersten Stock, ist das Büro mit Archiv und Bibliothek untergebracht. Armin Jeß hat das Amt von Holger Piening übernommen, der aus persönlichen Gründen aufgehört hat.

Im Alten Rathaus finden der an Heimatgeschichte Interessierte einiges an alten und neuen Veröffentlichungen. Armin Jeß und der Vorsitzende des Heimatbunds, Hans Meeder, freuen sich aber auch über neue Dokumente und Fotos, auch aus jüngerer Zeit. „Denn, was heute noch selbstverständlich zum Alltag gehört, kann in 15 Jahren schon historisch sein“, sagt Meeder und denkt da bespielsweise an die alten Strommasten, die nach und nach verschwinden. Wer Lust hat, sich mit einem heimatkundlichen Thema zu befassen, kann sich also gern an Vorstand und Geschäftsführer wenden. Während der Sprechstunde ist aber auch Gelegenheit, sich über ein Thema in der Bibliothek zu informieren.

Neue Mitglieder sind stets willkommen, sagen Meeder und Jeß. Die gut 500, die der Heimatbund derzeit hat, klingen zwar erst einmal gut, aber Meeder schränkt ein: „Wir hatten früher 800, wir sterben langsam aus. Junge Leute interessieren sich halt noch nicht für die Regionalgeschichte, das war bei mir nicht anders.“ Am wirkungsvollsten sei immer noch die persönliche Ansprache. Bei Armin Jeß hat es auch funktioniert: Der Ehrenvorsitzende Albert Pahl hatte ihn vor drei Jahren angesprochen. Jeß hatte da schon erste Erfahrungen mit dem Heimatverein auf Amrum gesammelt, Pahl rannte sozusagen eine offene Tür ein. In der Landschaft ist der gebürtige St. Peteraner fest verankert. Er arbeitet als Sachbearbeiter für seinen Heimatort in der Nationalparkverwaltung. Jeß findet Heimatgeschichte wichtig mit Blick auf die Zukunft. „Damit man nicht vergisst, wo man herkommt.“ Immerhin ist der Vorstand des Heimatbunds vergleichsweise jung: „Wir haben nur einen Rentner in unseren Reihen“, sagt Meeder, der seit zehn Jahren Vorsitzender ist.

Zu den Hauptaktivitäten des Heimatbunds zählt die Veröffentlichung von Büchern und Beiträgen zur Geschichte der Halbinsel. Seit Jahrzehnten wird die Buchreihe „Blick über Eiderstedt“ herausgegeben. Im vergangenen Jahr erschien Band 10, über das Schulwesen. Autor Johann-Albrecht Janzen ist auch schon wieder fleißig, er arbeitet an einer umfangreichen Kirchengeschichte, die im Herbst erscheinen soll. Andere rührige Autoren und Vortragende sind Hauke Koopmann aus Oldenswort und Sönnich Volquardsen aus Tetenbüll.

Denn fest zum Angebot gehören auch die Vorträge im Winter im Alten Rathaus. In dieser Saison stehen noch drei auf dem Programm: Heute berichtet der ehemalige Tagesschau-Chefredakteur und gebürtiger Eiderstedter, Henning Röhl, über „Eiderstedt und Schleswig-Holstein im Jahr 1945 im Spiegel von Eiderstedter Nachrichten und Kieler Kurier“. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Am 17. März wird Bürgermeister Jann-Henning Dircks seine Gemeinde Norderfriedrichskoog vorstellen, am Donnerstag, 14. April, spricht Rainer Damschen aus Husum über die Bahnstrecke Husum-St. Peter-Ording.

Natürlich wird auch die plattdeutsche Sprache gepflegt. Susanne Dircks bietet immer am ersten Dienstag im Monat, ab 18 Uhr, einen Klönschnack op Platt an.

Und auch für den Nachwuchs gibt es ein eigenes Angebot: Sandra Philippsen rief im vergangenen Jahr eine Trachtentanzgruppe für Kinder und Jugendliche ins Leben. Mittlerweile machen 26 Jungen und Mädchen mit. Verstaubt geht es dort nicht zu: „Getanzt wird auch zu moderner Musik, etwa von Santiano“, betont Meeder.

Wer sich informieren möchte oder Ideen hat, meldet sich unter Telefon 04862/2017945 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail HLE.Garding@t-online.de.

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erstellt am 18.Feb.2016 | 07:00 Uhr

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