Erster Hybrid-Bus Nordfrieslands : Lautlos durch die Innenstadt

Busfahrer Olaf Nowak ist mit dem neuen Hybrid-Bus derzeit in der Husumer Innenstadt sowie im Überlandverkehr unterwegs.
1 von 2
Busfahrer Olaf Nowak ist mit dem neuen Hybrid-Bus derzeit in der Husumer Innenstadt sowie im Überlandverkehr unterwegs.

Zwei Wochen lang testet die Autokraft einen Hybrid-Bus. Durch die Großstraße und andere verkehrsberuhigte Zonen geht es per Elektromotor. Das Fahrzeug pendelt zudem zwischen Husum und Viöl.

von
29. Januar 2015, 09:00 Uhr

Er ist 18 Meter lang und bietet 108 Personen Platz – der weiße Bus, den die Autokraft seit Montag im Husumer Stadtverkehr und auf der Strecke Husum-Flensburg einsetzt. Das Besondere: Es ist der erste Hybrid-Bus Nordfrieslands.

Ökologisch und ökonomisch sinnvoll soll der öffentliche Personennahverkehr sein. Sind aber bislang noch Dieselmotoren das Maß aller Dinge, so soll künftig die Batterietechnologie in Bussen Einzug halten, sagt Thorsten Hinrichs. Der Autokraft-Niederlassungsleiter aus Flensburg betonte bei der gestrigen Vorstellung des Hybrid-Fahrzeugs, dass solche Busse zwar ein weiterer Schritt in der ökologischen Entwicklung darstellen würden, die neue Technologie aber derzeit nicht ökonomisch betrieben werden könne.

Dem musste auch Andreas Heuke zustimmen. Der Produktmanager des Herstellers Volvo gab zu, dass eine Amortisierung der Mehrkosten auch nach acht Jahren nicht zu schaffen sei. Jedenfalls nicht bei den derzeitigen Kraftstoff- und Anschaffungspreisen. Fast 100.000 Euro mehr kostet das Hybrid-Fahrzeug im Vergleich zu den modernen Euro-6-Diesel-Bussen. So müsste Autokraft rund 400.000 Euro für den Gelenkbus vom Typ Volvo zahlen. Ein lohnendes Geschäft?

Um das zu testen, hat Volvo der Autokraft für drei Wochen ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt. „In Flensburg ist der Bus erfolgreich erprobt worden“, sagt Hinrichs und begründet dies mit der Tal-Lage der Förde-Stadt sowie der großen Zahl an Haltestellen und verkehrsberuhigten Zonen. „Im Überlandverkehr fehlen uns noch Daten und Fakten“, sagt Hinrichs mit Blick auf die nächsten Wochen, in denen der Bus getestet werden soll.

Herzstück des Fahrzeugs ist die Kombination aus Dieselmotor, Elektromotor und Batterie. Diese kann unabhängig voneinander eingesetzt werden. Der Elektromotor dient vor allem zur Beschleunigung des Fahrzeugs aus dem Stand auf etwas 20 Stundenkilometer, dann schaltet sich der Dieselmotor zu. Die Aufladung der Batterien erfolgt durch die Energie, die beim Betätigen der Bremse erzeugt wird. Damit kann der Hybrid-Bus vor allem im Stadtverkehr seine Vorteile ausspielen: durch Bremsen und Anfahren wird besonders viel Energie für den Speicher geliefert. Das Heranrollen, Anhalten und Abfahren erfolgt elektrisch und nahezu geräuschlos. So kann beispielsweise die Großstraße elektrisch und mit weniger Lärmbelästigung durchfahren werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen