zur Navigation springen

Nina Petri und Henning Venske in St. Peter-Ording : Lauschige Musik und heitere Lesungen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Museum der Landschaft Eiderstedt in St. Peter-Ording wird die Reihe „Musik und Literatur unter Reet“ fortgesetzt. Außerdem ist eine neue Dauerausstellung geplant.

von
erstellt am 27.Jan.2016 | 07:00 Uhr

Neues und Bewährtes erwartet die Besucher bis Endes des Jahres im Museum der Landschaft Eiderstedt in St. Peter-Ording. Die neue Leiterin, Sabine Graetke, und die Ehrenamtler des Vereins Kulturtreff haben etliches angeschoben und Ideen für noch vieles mehr. Größtes Projekt ist die neue Dauerausstellung „Vom Armenhaus zum Badeparadies“ über die Entwicklung von St. Peter-Ording. Sie soll vor der Sommersaison eröffnet werden, so Kulturtreff-Vorsitzende Hilke Herzberg, „allerdings fehlt noch die Zusage über Fördergelder vom Land“. Die Aktiv-Region Südliches Nordfriesland und Bingo-Lotto haben schon grünes Licht gegeben. Die Zuschüsse sind wichtig, denn allein kann der Verein die 60.000 Euro nicht stemmen, so die Vorsitzende. „Wir investieren dafür unsere Arbeitskraft.“ Künftig werden regelmäßig auch kleinere Sonder-Ausstellungen im Museum zu sehen sein. Bis Ende Februar ist noch „Steinloses Eiderstedt“ von Claus Heitmann zu sehen. Im Sommer wird ferner die Familienkarte eingeführt. Geplant sind auch spezielle Führungen für Kinder. Bewährtes bleibt im Programm. So wird die beliebte Reihe „Literatur und Musik unter Reet“ fortgesetzt. Auch im zehnten Jahr ist es Sigrid Haeder wieder gelungen, ein vielseitiges Programm zusammenzustellen. Sie hat dabei sorgfältig drauf geachtet, dass es sich thematisch von den Veranstaltungen im Dünen-Hus und in der Gemeindebücherei unterscheidet. Den Anfang machen am Sonnabend, 23. April, die bekannte Schauspielerin Nina Petri und der Autor Christian Maintz. Sie präsentieren komische Liebesgeschichten und -gedichte aus mehreren Jahrhunderten, aus Stadt und Land und von Autoren wie Heine, Busch, Brecht, Robert Walser und Eliot Weinberger. Christian Maintz schreibt unter anderem für die taz und den Tagesspiegel und ist bzw. war langjähriger Duopartner von Barbara Auer und dem inzwischen verstorbenen Harry Rowohlt bei Lesungen und Hörbüchern.

Zu seinem zweiten Auftritt im Museum kommt der Kabarettist Henning Venske am Sonntag, 22. Mai. Vor drei Jahren erhielt er schon einmal viel Beifall für seinen witzigen-bissigen Abend, den er dem 1986 verstorbenen Eiderstedter Künstler Hein Hoop gewidmet hatte. Diesmal hat ihn Sigrid Haeder für einen Rückblick auf sein Leben gewinnen können. Unter dem Titel „Es war mir ein Vergnügen“ wird er unter anderem den Mächtigen im Land die Leviten lesen.

Um ein ausgesprochen weit verbreitetes Klischee geht es am Donnerstag,
9. Juni: „Blondinen werden bevorzugt“ – diese These untersuchen Johannes Sterkl mit Wiener Schmäh und Wendeline Blazejewski mit Berliner Schnauze. Sie blicken dabei tief und humorvoll in die Seele von Männern und Frauen. Bereits im vergangenen Jahr begeisterten sie im Museum mit der szenischen Lesung von „Gut gegen Nordwind“.

Weil es so schön war, gibt es am Freitag, 22. Juli, wieder eine „Spanische Nacht“ mit Julia Lange. Vor zwei Jahren bezauberte die damals 15-Jährige mit Gitarrenklängen im Museum, es war ihr erstes Solokonzert überhaupt. Diesmal spielt die junge Frau aus Hessen unter anderem Musik von Isaac Albéniz und Francisco Tárrega. Die Musikerin ist schon mehrfach bei Wettbewerben ausgezeichnet worden. „Eigentlich machen wir im Juli und August Pause“, sagt Sigrid Haeder. „Denn wer will schon an den langen Sommerabenden drinnen sitzen. Aber die Musik passt so gut zum Sommer, deswegen habe ich Julia Lange wieder ins Programm genommen.“ Ein Glas Rotwein wird den Abend perfekt machen.

Mit einem Weihnachtskonzert schließt „Musik und Literatur unter Reet“ am zweiten Advent (4. Dezember. Dann spielt das beliebte Gitarren-Trio „Samt &Saitig“ aus dem Kreis Steinburg. Die drei Musikerinnen haben mittlerweile viele treue Fans. Bühne für alle Auftritte ist die kleine, aber feine Lohdeel des Museums, wo knarzende Balken und tickende Uhren den einmaligen Hintergrund bilden. Und auch wenn maximal nur 75 Besucher Platz haben, betont Hilke Herzberg: „Wir bleiben mit der Reihe im Museum, weil die Atmosphäre hier einfach unbezahlbar ist. Die Künstler genießen die Nähe zum Publikum.“ Und umgekehrt natürlich auch.

Seinen ersten eigenen großen Auftritt des Jahres hat das Museum am Sonntag, 13. März, wenn in St. Peter-Ording die Saisoneröffnung gefeiert wird. Dann kann jeder bei freiem Eintritt in die Geschichte Eiderstedts eintauchen, das ist auch am 22. Mai, dem Internationalen Museumstag, möglich. Geplant ist außerdem ein eigener Tag der offenen Tür für alle Anbieter im Tourismusgewerbe, Erzieher und Lehrer. Denn gerade Schulen sind dem Museum sehr willkommen. Stets willkommen sind außerdem Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, ob an der Kasse oder als Handwerker. „Wir suchen immer Talente, im Augenblick speziell für unsere Eisenbahn-Anlage“, sagt Hilke Herzberg.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen