Langenhorn : Langenhorner verstehen es zu feiern

Bürgermeister Olde Oldsen  startete von Trachtentänzerinnen begleitet seinen Rundgang über das Sommerfest-Gelände.
Bürgermeister Olde Oldsen startete von Trachtentänzerinnen begleitet seinen Rundgang über das Sommerfest-Gelände.

Das Sommerfest erwies sich einmal mehr als Publikumsmagnet. Viele Flohmarkt-Anbieter kamen auf ihre Kosten.

shz.de von
06. August 2018, 06:00 Uhr

Langenhorn | Das nicht ganz so gute Wetter nahm Bürgermeister Olde Oldsen gern auf seine Kappe: „Wir haben die Temperaturen bewusst ein wenig heruntergedreht, damit alle hierher nach Langenhorn kommen und nicht etwa an den Strand fahren“. Zuvor war der neue Gemeindechef von Langenhorn – vom Gottesdienst in der St.-Laurentius-Kirche kommend und umrahmt von strahlenden Trachtenmädels – gut gelaunt auf den Festplatz marschiert.

Dort hatten sich an den Tischen schon lange zuvor Besucher aus Nah und Fern niedergelassen, denn frühes Kommen sicherte einmal mehr die besten Plätze – nämlich die mit der direkten Sicht auf die überdachte Bühne. Dort zeigte die Trachtengruppe des Friesenvereins unter Leitung von Sigrid Nissen einige Tänze. Danach überließen die Hoorninger und Läitje Doonsere das Feld den Jagdhornbläsern, die mit ihrem letzten Ton das Startsignal für die Ausgabe der traditionellen Weinsuppe mit Schinken gaben – wie immer lecker zubereitet von den Langenhorner Landfrauen. Für die Begleitmusik zum Essen sorgte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Langenhorn.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Beschicker des riesigen Flohmarktes bereits sehr lange auf den Beinen und hatten seit den frühen Morgenstunden auch schon recht gut zu tun gehabt: Auf den Zuruf eines Passanten „Sieht ganz schön abgeräumt bei euch aus“, antwortete eine Standbesitzerin fröhlich: „Ich hab ja auch schon eine ganze Menge verkauft.“ Tatsächlich zeigten sich die Besucher ausgesprochen kauffreudig, und das war nicht zu übersehen: Wer über die Meile bummelte, traf viele Menschen, die gerade erstandene Kochtöpfe, Elektrogeräte und Kinderspielzeuge nach Hause trugen oder Rollkoffer hinter sich herzogen. Manche hatten gleich mehrere Bücher und Spiele unter dem Arm, andere brauchten beide Hände für den Buggy oder den Bollerwagen, in dem mal Kinder saßen, manchmal aber auch Hunde, für die das Gewusel auf der Straße schlichtweg zu viel geworden war.

Geradezu ins Auge fiel eine glückliche junge Frau, die an einem Stand eine schöne alte Geige erstanden hatte, oder auch der Mann, der sich ein großes Krokodil um den Hals gewickelt und vorne mit einem Tuch zusammengebunden hatte – ein Kuscheltier, versteht sich. Das wollte er offenbar nicht die ganze Zeit mit sich herumschleppen und das dazugehörige Kind war nicht in Sicht. Über solche Kuriositäten wundert sich in Langenhorn aber schon lange niemand mehr – zumindest nicht beim Sommerfest-Flohmarkt.

Die Kinder fanden Gefallen an fast allem, was an den Ständen angeboten wurde, da war manchmal schon echte Überzeugungsarbeit angesagt: „Maddy, wollen wir nicht lieber ein Eis essen als für so etwas Geld auszugeben?“ versuchte eine Oma zu verhindern, dass ihre Enkelin das ehemals weiße Einhorn kaufte, das schon mal bessere Zeiten gesehen haben muss. Aber da war nichts zu machen: Mit ernstem Gesicht gab die Fünfjährige für das fragwürdige Plüschtier das gesamte Ersparte hin und drückte es dann liebevoll an sich. Ein Eis gab es trotzdem, keine Frage – und das Versprechen, zu Hause gleich gemeinsam mit dem erstandenen Schatz in die Badewanne zu dürfen.

Bis dahin gab es für Madeleine und die anderen Kinder noch viel zu entdecken und zu erleben: Viele drehten ein paar Runden im Karussell, gingen später ins Kasperletheater, auf die Hüpfburg oder zum Schminken. Aber auch die Erwachsenen durften sich noch auf einen besonderen Leckerbissen freuen: auf Musik und Tanz am Abend mit der Coverrockband Ceenot 71.

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