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Husumer Nachrichten

24. August 2017 | 11:03 Uhr

Lange Leitung am Nordsee-Strand

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Klagen über mangelhafte Mobilfunkverbindungen in der Tourismus-Hochburg St. Peter-Ording – jetzt kommt ein neuer Sendemast

Das Trauma eines jeden Fischers trifft eine Vielzahl der Badegäste im Urlaub: Kein Netz. St. Peter-Ording, mit 2,3 Millionen Übernachtungen jährlich einer der bedeutendsten Tourismus-Orte im Land, kann zwar mit Sand und Meer punkten, versinkt jedoch bei den Mobilfunkanbietern nahezu in der Bedeutungslosigkeit. Ob am Strand oder im Dorf – wer mit dem Handy telefonieren möchte, verliert schnell den Anschluss und auch schon mal die Geduld.

Das „Gelbe vom Ei“, so Carsten Eritt, sei das Funknetz in St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) bei weitem nicht. Dessen ist sich der Fachbereichsleiter Bau und Entwicklung im Amt Eiderstedt seit langem bewusst. Er weiß um die Problematik in dem beliebten Badeort. Immer wieder kommt es zu Beschwerden seitens der Gäste und Gastgeber. Versorgungslücken und teilweise gar kein Funknetz machen den Nutzern von Mobilfunkgeräten und Smartphones dort seit Jahren zu schaffen. Bürgermeister Rainer Balsmeier und die Mitarbeiter der Tourismus-Zentrale wissen davon ein Lied zu singen, müssen sie sich täglich die Klagen von Touristen und Einheimischen anhören.

Deshalb steht Errit schon seit drei Jahren bei diversen Netzbetreibern auf der Matte, um für eine bessere Infrastruktur in Sachen Mobilfunktechnik im westlichen Eiderstedt zu werben. „Den Einsatz von Smartphones kann man in St. Peter-Ording fast vergessen“, weiß der Fachbereichsleiter. Überdies stoße die Leistung bestehender Funknetze immer wieder an ihre Grenzen. „Es kommt schon vor, dass man zu bestimmten Zeiten weder telefonieren noch SMS verschicken kann“, sagt Eritt. Regelmäßig würde das Netz zusammenbrechen, berichtet er. Beispielsweise alljährlich zum Jahreswechsel, wenn Neujahrsgrüße persönlich übers Handy oder per Kurznachricht übermittelt werden sollen oder an heißen Sommertagen, wenn der Strand stark frequentiert wird. Aber nicht nur Touristen und Einwohner seien davon betroffen – auch die Handwerker, die nach St. Peter-Ording pendeln, stöhnen über die miserable Erreichbarkeit. „Man muss teilweise auf den Deich fahren, um telefonieren zu können“, sagt Errit.

In den nächsten Wochen soll der Funkschrecken aber ein Ende haben. Dann nämlich soll der neue, fast 40 Meter hohe Mast „auf Sendung“ gehen und für gute Verbindungen in und um St. Peter-Ording sorgen. „Wir gehen davon aus, dass auch Westerhever und die anderen Orte davon profitieren werden“, sagt der Amtsmitarbeiter. Auf dem Gelände der ehemaligen Peilstation der Post befindet sich das schlanke Betonbauwerk, dass durch seine Beschaffenheit die Farbe ändern kann – das Baumaterial wechselt je nach Witterung seinen äußeren Anschein. Zunächst werden die Netzbetreiber Telekom und Vodafone den Turm nutzen. „O2 muss sich noch sortieren“, sagt Errit, der davon ausgeht, dass in den nächsten Monaten weitere Netzbetreiber die Nutzung des Turms anstreben werden.

Um auch im St. Peteraner Ortsteil Dorf einen besseren Empfang gewährleisten zu können, laufen derzeit weitere Planungen, noch einen zusätzlichen Sendemast in die Tourismus-Gemeinde zu errichten. „Die Telekom kann sich das durchaus vorstellen.“ Deshalb hofft Carsten Errit, dass das Bauvorhaben und die Inbetriebnahme dort bereits im Frühjahr nächsten Jahres abgewickelt werden können. Dann sei St. Peter-Ording auch in punkto UMTS und LTE (leistungsstarke, schnelle Internetverbindungen) für die Zukunft bestens gerüstet.

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erstellt am 21.Aug.2013 | 18:43 Uhr

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