Großfeuer in Oldenswort : Landschlachterei Kühn schwer beschädigt

Die Landschlachterei Kühn wurde durch das Feuer schwer beschädigt.
Die Löscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden.

82 Einsatzkräfte kämpfen über Stunden gegen die Flammen. Der Sachschaden ist hoch, 17 Schweine verenden.

shz.de von
29. Mai 2018, 07:00 Uhr

Oldenswort | Großeinsatz von mehreren Feuerwehren mitten in der Nacht zu Montag in Oldenswort: In der Landschlachterei Kühn in der Dorfstraße war ein Feuer in einem Stall- und Lagerraum ausgebrochen. Der Alarm für den Dachstuhlbrand kam um 1.07 Uhr. Die ersten Feuerwehren aus Oldenswort und Witzwort trafen innerhalb von zwölf Minuten ein. Ihnen schlugen helle Flammen aus dem Dachstuhl entgegen, zudem enorm starker Rauch.

„Nur durch einen massiven Löschangriff mit ganz vielen Atemschutzgeräteträgern konnten wir überhaupt Herr der Lage werden“, sagt Witzworts Wehrführer Dierk Hansen. Probleme bei der Löschwasser-Zufuhr habe es nicht gegeben. „Wir bezogen das Wasser aus mehreren Hydranten und unsere Witzworter Feuerwehr entnahm das Wasser aus dem großen Sielzug.“ Dennoch: Verstärkung war nötig – und die wurde mit der Alarmierung der Feuerwehr Tönning um 1.25 Uhr und der Feuerwehr St. Peter-Ording um 1.30 Uhr umgesetzt. Um 2.54 Uhr dann ein weiterer Alarm – diesmal für die Feuerwehr Uelvesbüll. Insgesamt waren 82 Löschprofis vor Ort.

Oldensworts Wehrführer Stefan Kaltenbach hatte sich für den Einsatz des Drehleiterfahrzuges aus St. Peter-Ording entschieden, um das Feuer auch von höherer Ebene aus bekämpfen zu können. Zudem wurde ein Fahrzeug der Kreisfeuerwehrzentrale alarmiert, das Atemluftflaschen und Schläuche im Austausch brachte. Im Einsatz waren ebenfalls Mitarbeiter der SH-Netz-AG, die die Strom- und Wasserzufuhr abstellten. Während der gesamten Einsatzdauer war ein Rettungswagen vor Ort.

Um 3.38 Uhr wurde Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze aus dem Schlaf geklingelt. 15 Schweine mussten notgeschlachtet werden, zwei weitere waren bereits verstorben. Sie waren in dem Stall untergebracht, über dem der Brand ausgebrochen war. Trotz starker Rauchentwicklung gelang es den Einsatzkräften, die im Hof und in der Halle geparkten Wochenmarkt-Wagen der Schlachterei schnell und unbeschädigt rauszufahren – dank der Tatsache, dass die Fahrzeugschlüssel steckten. Die Flammen drohten in der eng bebauten Dorfstraße im Übrigen auf die Nachbarhäuser überzuspringen. Hier mussten die Feuerwehren ebenfalls eine Wasserwand aufbauen.

Die Kripo nahm die Ermittlungen vor Ort noch in der Nacht auf. Es wird auch geprüft, ob möglicherweise ein Blitzeinschlag für das Feuer verantwortlich ist. Der Sachschaden ist ersten Erkenntnissen zufolge hoch. Die ersten Feuerwehreinheiten aus Tönning und St. Peter-Ording konnten mit fünf Einsatzfahrzeugen um 4.45 Uhr abrücken. Für die übrigen Einsatzkräfte endete der Einsatz erst gegen 6 Uhr.

Die Oldensworter und alle Kunden der Landschlachterei müssen erst einmal auf den Einkauf dort verzichten. Wie die Schlachterei auf ihrer Internetseite mitteilt, bleibt das Geschäft bis auf Weiteres geschlossen und auch die Wochenmärkte werden vorerst nicht mehr angefahren.

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen