Stadtverordneten-Versammlung : Landrat verspricht Unterstützung

Die Kreuzung B 202/Witzworter Straße soll entschärft werden. Foto: google
Die Kreuzung B 202/Witzworter Straße soll entschärft werden. Foto: google

Friedrichstadt möchte an der B 202 einen Kreisverkehr und einen sicheren Fußgängerüberweg haben. Landrat Dieter Harrsen will vor der Straßenbaubehörde in Flensburg für die Stadt sprechen.

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27. November 2008, 09:27 Uhr

Friedrichstadt | Ratz fatz wurden die Tagesordnungspunkte eins bis sieben in der Stadtverordneten-Versammlung abgearbeitet. Die in den Sitzungssaal des Rathauses gekommenen Einwohner hatten, entgegen üblicher Praxis, keine Fragen an das Gremium, und auch die zweite Änderung des Bebauungsplans Nr. 15 wurde durchgewunken. Damit steht fest, dass künftig im Neubaugebiet auch Holzhäuser errichtet werden dürfen. Dadurch erhofft sich die Stadt, dass das Interesse an den noch zur Verfügung stehenden Bauplätzen wieder zunimmt.

Schnell war das Gremium, denn Landrat Dieter Harrsen war zur Sitzung gekommen, um unter Tagesordnungspunkt acht mit den Stadtvertretern einige Problemfälle zu besprechen. Und auf den Nägeln brennt den Friedrichstädtern besonders die Bundesstraße 202. Die nämlich, so erläuterte Bürgermeister Peter Hofmann dem Gast, zerschneide die Stadt. Sorge bereitet der Stadt, dass die vor dem Ortsschild liegende Straßenkreuzung Witzworter Straße/Van-Wouwer-Straße/B 202 bald zu einem Unfallschwerpunkt werden könnte. Diese Kreuzung liegt nämlich im Tempo 70-Bereich. Südlich der B202 werden demnächst die beiden Discounter Aldi und Lidl neu bauen. Sowohl die Kunden aus Koldenbüttel als auch aus Friedrichstadt müssen dann die B 202 überqueren. "Da sind auch viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs", sagte der Bürgermeister und betonte, dass es an dieser Kreuzung weder einen Fußgängerübergang noch eine Tempobegrenzung gebe.
Status quo contra Kreisverkehr

Nach Ansicht der Stadt könnte dort nur ein Kreisverkehr mehr Sicherheit bringen. Da es sich aber um eine Bundesstraße handele, sei die Straßenbaubehörde in Flensburg zuständig. Diese habe aber signalisiert, dass sich an dem jetzigen Zustand wohl nichts ändern werde. "Müssen wir erst Tote beklagen?" fragte Ernst-Otto Huß. Sein Fraktionskollege vom Bürgerverein, Bernd Güldenpennig, legte nach: "Auch in Langenhorn und Breklum konnte ein Kreisverkehr auf der stark frequentieren B 5 gebaut werden." Landrat Harrsen betonte, dass er die Sorgen der Friedrichstädter teile. Anfang des Jahres, so sagte er, werde er sich mit Fachleuten aus seinem Haus und Vertretern der Stadt zusammensetzen, um nach einer Lösung zu suchen, die dann bei der Straßenbauverwaltung vorgetragen werden könne. Allerdings, betonte er, als Landrat habe er auf die Entscheidung der Behörde keinerlei Einfluss.

Ein weiteres Thema, das der Stadt auf den Nägeln brennt, ist die Querung der B 202 in Höhe des Campingplatzes/Alter Hafen. Gäste des Platzes sowie der neuen Marina und Besucher des Großparkplatzes müssten nämlich über die B 202 kommen, um in die Stadt zu gelangen. Auch in diesem Fall sagte der Landrat der Stadt seine Hilfe zu, nach Lösungen zu suchen.
Sonderregelung nötig

Beim nächsten Punkt allerdings konnte Harrsen zwar die Position der Stadt verstehen, machte ihr aber wenig Hoffnung. Das Landestourismuskonzept sieht nämlich die Zuordnung von Orten und Regionen zu jeweils einer touristischen Subregion vor. "Wir verbinden aber den Raum Eiderstedt und Stapelholm. Entscheiden wir uns für Eiderstedt, dann fällt Stapelholm weg, entscheiden wir uns für Stapelholm und die Flusslandschaft, dann entfällt Eiderstedt. Wir müssen für Friedrichstadt, das im Dreiländereck liegt, eine Sonderreglung finden", sagte Bürgermeister Peter Hofmann, der Landrat nickte.

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